Caesars Entertainment hat bekannt gegeben, dass die Zerschlagung von William Hill noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Worum geht es genau? Der amerikanische Glücksspielkonzern möchte nur den US-Anteil von William Hill behalten und den Rest möglichst schnell verkaufen. Der Kauf von William Hill durch Caesars Entertainment war im letzten Jahr einer der großen Deals in der amerikanischen Glücksspielbranche. Der Glücksspielkonzern, der vor allem bekannt ist für Hotel-Casinos in Las Vegas, will vom amerikanischen Sportwetten-Markt im Internet erheblich profitieren. Doch die nötige Infrastruktur war nicht vorhanden. Durch den Kauf von William Hill US hat sich das erheblich geändert.

Caesars Entertainment will Teil von William Hill verkaufen

William Hill

Das Problem ist nur, dass William Hill kein amerikanisches Unternehmen ist, sondern ein britisches. Ein großer Teil von William Hill ist im Europa zu finden. Doch am europäischen Anteil hat Caesars Entertainment nicht das geringste Interesse. Schon beim Kauf wurde angekündigt, dass William Hill den Glücksspielanbieter zerschlagen will und nur den amerikanischen Anteil behalten möchte. Nun ist der Plan etwas konkreter geworden, denn Caesars Entertainment hat sich dazu bekannt, bis Ende des Jahres einen Käufer für den unerwünschten Teil von William Hill zu finden. Ob das allerdings eine einfache Aufgabe ist, bleibt abzuwarten. Immerhin hat Caesars Entertainment 4,04 Milliarden Dollar investiert in William Hill. Damit sich der Kauf von William Hill US für Caesars Entertainment lohnt, gilt es nun, einen guten Kaufpreis für den europäischen Teil von William Hill auszuhandeln. Caesars Entertainment hat noch nicht bekannt gegeben, welcher Preis für William Hill aufgerufen wird. Aber allgemein wird erwartet, dass die Summe nicht weit von 2 Milliarden Dollar entfernt sein wird. Jedenfalls ist das die Summe, die Caesars Entertainment in den Schuldenabbau investieren möchte. Durch den Verkauf von William Hill wäre es möglich, die Summe komplett durch die zusätzlichen Einnahmen aufzubringen. Aber vielleicht ist es auch möglich, einen noch höheren Preis zu erzielen, wenn sich mehrere Bieter finden.

Es ist jedoch auch nicht völlig ausgeschlossen, dass es schwierig wird, überhaupt einen finanzstarken Investor zu finden, der sich für William Hill interessiert. Parallel zum Verkauf des europäischen Anteils von William Hill wird Caesars Entertainment in den nächsten Monaten viel Geld in William Hill US investieren. Damit soll gewährleistet werden, dass William Hill US die günstige Position, die das Unternehmen in den letzten Jahren aufgebaut hat, weiter stärkt. Der schnell wachsende Sportwetten-Markt in den USA könnte zu einer echten Goldgrube für Caesars Entertainment werden. Mit William Hill US hat der Glücksspielkonzern ein großes Netzwerk von Wettbüros und viel Know-how gekauft. Nun geht es darum, William Hill US optimal auszubauen. Es gibt viel zu tun, denn William Hill hat vor dem Verkauf eher vorsichtig in den USA investiert, auch weil es im europäischen Geschäft einige Unwägbarkeiten gab.

Marke William Hill bleibt wohl nur in Europa bestehen

Schon bald wird die Marke William Hill US verschwinden. Caesars Entertainment hat eine eigene Marke für das Sportwetten-Geschäft. Auch wenn noch unklar ist, wer den europäischen Anteil von William Hill am Ende kaufen wird, spricht doch einiges dafür, dass die etablierte Marke erhalten bleibt. William Hill ist vor allem in Großbritannien eine starke Marke. Der Name des Buchmachers geht übrigens auf einen echten Menschen zurück, der einst im kleinen Stil Sportwetten verkauft hat. Damals waren Sportwetten auch in Großbritannien noch nicht legal. Aber heute ist dieses Detail nur eine Fußnote in einer hübschen Anekdote. William Hill hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem der größten britischen Buchmacher entwickelt. Auch das Online-Glücksspiel spielt eine große Rolle im Portfolio. Eine Besonderheit von William Hill ist, dass das Unternehmen vor allem in Großbritannien neben dem Online-Geschäft viele klassische Wettbüros betreibt. In der aktuellen Gesundheitskrise ist das ein fundamentaler Nachteil. Aber langfristig könnte William Hill vom stationären Sportwetten-Geschäft erheblich profitieren.

Es gibt nicht viele Unternehmen und Konzerne in Europa, die sich den Kauf von William Hill überhaupt leisten könnten. Zudem hat der Glücksspielanbieter William Hill in den letzten Jahren immer wieder Schwierigkeiten gehabt, das Geschäft auf Vordermann zu bringen. Für einen Käufer gäbe es in jedem Fall viel zu tun, um William Hill wieder in die richtige Spur zu bringen. Es gibt gute Chancen, mit William Hill viel Geld zu verdienen. Aber es gibt auch einige Unwägbarkeiten, die ein Käufer klären sollte vor einem Deal. Am Ende wird Caesars Entertainment wohl verhandlungsbereit sein, wenn nur ein einziger potenzieller Käufer auf der Matte stehen sollte. Gemessen an dem künftigen amerikanischen Sportwetten-Markt ist selbst der Verkauf von William Hill nicht besonders aufregend. Für Caesars Entertainment wird es vor allem darum gehen, den unerwünschten Klotz am Bein möglichst schnell loszuwerden. Das ist ein Detail der Geschichte, dass dem alten William Hill wahrscheinlich nicht besonders gut gefallen würde.