Caesars Entertainment hat das Southern Indiana verkauft. Der Glücksspielkonzern hat sich mit der Eastern Band of Cherokee Indians auf den Kaufpreis von 250 Millionen Dollar geeinigt. Ganz freiwillig ist der Verkauf allerdings nicht, denn Caesars Entertainment muss aufgrund von Bedenken der Kartellbehörde das Portfolio verkleinern. Das Southern Indiana war bis zum Verkauf eines von zahlreichen Hotel-Casinos im Portfolio von Caesars Entertainment. Doch der große Erfolg der letzten Jahrzehnte ist Caesars Entertainment ein Stück weit zum Verhängnis geworden. Die amerikanischen Aufsichtsbehörden haben Bedenken, dass Caesars Entertainment eine Monopolstellung erreichen könnte. Deswegen muss Caesars Entertainment die Anzahl der Hotel-Casinos im Portfolio reduzieren. Das ist der entscheidende Grund dafür, dass sich der Glücksspielkonzern vom Southern Indiana trennt. Wirtschaftliche Gründe über diese rechtlichen Probleme hinaus gab es nicht. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, dass es relativ leicht war, einen Käufer zu finden.

Caesars Entertainment erzielt guten Preis für Southern Indiana

Cesars Palace

Die Eastern Band of Cherokee Indians hat sich nach zähen Verhandlungen dazu entschieden, einen Kaufpreis von 250 Millionen Dollar zu zahlen. Das ist eine stattliche Summe, die aufgrund der wirtschaftlichen Kraft des Kaufobjekts aber durchaus zu rechtfertigen ist. Analysten gehen davon aus, dass die Eastern Band of Cherokee Indians mit dem aktuellen Kauf ein gutes Geschäft macht. Anders als Caesars Entertainment hat die Eastern Band of Cherokee Indians noch viel Luft nach oben bei der Entwicklung des Unternehmens. Im Moment betreibt der Glücksspielanbieter nur in North Carolina und Indiana Spielbanken mit Hotel.

Für den Bundesstaat Indiana ist es wichtig, dass nicht ein einziger Glücksspielanbieter den gesamten Markt dominiert. Diese Gefahr hatte die zuständige Kartellbehörde erkannt, als die Fusion von Caesars Entertainment und Eldorado Resorts anstand. Eine der Auflagen war es, das Portfolio in Indiana zu reduzieren. Mit dem aktuellen Verkauf hat sich Caesars Entertainment rechtlich wieder in eine komfortable Situation gebracht. Da die Kartellbehörden in den USA die Möglichkeit haben, empfindliche Geldbußen zu verhängen, gab es ohnehin keine andere Option, als das Southern Indian oder eines der anderen Objekte im Portfolio in Indiana zu verkaufen. Dass die Eastern Band of Cherokee Indians am Ende den Zuschlag bekommen hat, dürfte ganz simple wirtschaftliche Gründe gehabt haben. Für Caesars Entertainment war die Fusion mit Eldorado Resorts am Ende wichtiger als der Verlust eines relativ kleinen Glücksspielanbieters in Indiana. Für die Eastern Band of Cherokee Indians war der Kauf eine große finanzielle Anstrengung. Aber für einen gigantischen Konzern wie Caesars Entertainment ist ein Objekt wie das Southern Indiana nur ein kleiner Posten in der Bilanz. Nach wie vor verdient Caesars Entertainment das meiste Geld mit den großen Hotel-Casinos in Las Vegas. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, sodass das durchaus lukrative Southern Indiana in der Bilanz nicht sonderlich fehlen wird. Letztlich ist alles immer eine Frage der Perspektive. Aus Sicht der Kartellbehörde in Indiana war es unverzichtbar, dass Caesars Entertainment einen Teil des Portfolios aufgibt.

Caesars Entertainment hat große Pläne für erfolgreiche Zukunft

Für Caesars Entertainment ist es enorm wichtig, das klassische Glücksspiel auch weiter auf hohem Niveau zu betreiben. Aber in den USA ergeben sich derzeit ganz neue Möglichkeiten, die Caesars Entertainment nicht ungenutzt lassen möchte. Durch den Kauf von William Hill will Caesars Entertainment in den nächsten Jahren auch bei den Online-Sportwetten das ganz große Rad drehen. Darüber hinaus ist Caesars Entertainment auch dabei, das Geschäft mit dem Online-Glücksspielen aufzubauen. In den USA ist die Situation hinsichtlich der Online-Angebote im Bereich der Glücksspiele und Sportwetten komplett anders als in Europa. Lange Zeit gab es aus rechtlichen Gründen keine Möglichkeit, derartige Angebote in den USA aufzubauen. Das hat sich geändert und deswegen sind Glücksspielkonzerne wie Caesars Entertainment im Moment damit beschäftigt, gigantische Ressourcen einzusetzen, um das Online-Glücksspiel möglichst schnell in allen Bundesstaaten mit passender Gesetzgebung aufzubauen.

Viele Experten gehen davon aus, dass in den USA demnächst 30 bis 40 Bundesstaaten Online-Buchmacher und Online Casinos zulassen werden. Bislang ist der Markt noch überschaubar, denn es gibt nur wenige Bundesstaaten, die bereits entsprechende Glücksspielgesetze haben. Doch derzeit wird die Entwicklung dadurch beschleunigt, dass das stationäre Glücksspielgeschäft durch die nach wie vor grassierende Gesundheitskrise enorm unter Druck ist. Auch bei Caesars Entertainment wird man sich fragen, warum das Timing der Krise so schlecht war. Ein paar Jahre später wäre es wahrscheinlich möglich gewesen, mit Online-Glücksspielen und Online-Sportwettenanbietern einen großen Teil der Verluste der stationären Spielbanken und Buchmacher aufzufangen. Beispielhaft ist das derzeit in New Jersey zu beobachten. Die stationären Anbieter haben die gleichen Schwierigkeiten wie überall in den USA. Aber in New Jersey gibt es Online-Buchmacher und Online-Spielbanken. Davon profitiert im Moment auch der Steuerzahler in New Jersey. Caesars Entertainment hat in den nächsten Jahren ohne jeden Zweifel größere Herausforderungen als den Verkauf eines mittleren Hotel-Casinos in Indiana.