Caesars Entertainment hat angekündigt, den Kauf von William Hill bis zum 1. April abzuschließen. Was bedeutet das? Beim Kauf eines großen Glücksspielanbieters gibt es viele Details, die beachtet werden müssen. Deswegen ist nicht unüblich, dass es Monate dauert, bis ein großer Deal abgeschlossen ist. Als Caesars Entertainment den Kauf von William Hill bekannt gegeben hat, war das eine große Sache. Der amerikanische Glücksspielkonzern hat den europäischen Glücksspielkonzern gekauft, um in den USA das Geschäft mit den Online-Sportwetten von Anfang an auf hohem Niveau betreiben zu können. Allerdings wurde schnell klar, dass Caesars Entertainment zwar 3,39 Milliarden Euro ausgegeben hat, um den gesamten Konzern zu kaufen. Aber das eigentliche Ziel des Kaufs war William Hill US. Der restliche Teil von William Hill soll bald wieder verkauft werden. Aber bevor so weit ist, muss natürlich erst einmal der Verkauf komplett abgewickelt werden.

Caesars Entertainment will mit William Hill durchstarten

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Zuletzt musste Caesars Entertainment noch auf die Zustimmung einiger britischer Behörden warten. Doch nun ist der Weg frei und am 1. April wird William Hill offiziell ein Teil von Caesars Entertainment sein. Damit endet endgültig die Ära von William Hill als eigenständigem Unternehmen. Der britische Buchmacher, der auch in Deutschland viele Kunden hat, ist seit Jahrzehnten auf dem Markt. Im Gegensatz zu vielen anderen Buchmachern, die aus dem stationären Geschäft kommen, hat William Hill es geschafft, schon frühzeitig auch im Internet erfolgreich Kunden zu werben. Das europäische Geschäft ist aber vor allem aufgrund des nach wie vor hohen stationären Anteils im letzten Jahr schwer unter Druck geraten. Durch die Gesundheitskrise musste William Hill einige Abstriche beim Umsatz machen. Doch das Ende der Gesundheitskrise scheint in Sicht und das ist für Caesars Entertainment und William Hill eine gute Nachricht. Der Kauf von William Hill muss ganz zum Schluss noch von einem Gericht in Großbritannien abgesegnet werden. Das ist eine besondere Eigenheit auf den britischen Markt, die aber nach Einschätzung von Experten im Fall von Caesars Entertainment und William Hill nur noch als Formalie zu betrachten ist. Es wäre eine mehr als große Überraschung, wenn der Kauf von William Hill kurz vor Schluss doch noch scheitern würde. Viel interessanter dürfte die Frage sein, wie schnell Caesars Entertainment es schafft, den Anteil von William Hill, der außerhalb der USA ist, abzustoßen. Zwar ist insbesondere der europäische Anteil von William Hill interessant für Glücksspielanbieter in Europa.

Aber das Kaufvolumen ist immens und deswegen dürfte es nicht viele Interessenten geben, die aktuell die nötigen finanziellen Möglichkeiten haben, um Caesars Entertainment den unerwünschten Teil von William Hill abzukaufen. Nicht zuletzt wird Caesars Entertainment daran interessiert sein, einem vernünftigen Preis zu erzielen, damit sich die Investition in William Hill US nicht zum Millionengrab entwickelt. Vielleicht wird Caesars Entertainment aber auch warten, bis die Krise vorbei ist und William Hill sich in Europa wieder erholt hat. Zwar gehen die meisten Experten davon aus, dass sich das stationäre Glücksspielgeschäft erholen wird und davon dürfte dann auch William Hill profitieren. Aber trotzdem wird eine gewisse Skepsis bleiben, solange die Gesundheitskrise nicht offiziell gelöst ist. Das könnte dazu führen, dass Caesars Entertainment im Moment nicht den gewünschten Preis erzielen kann für William Hill.

Amerikanischer Sportwetten Markt beflügelt Fantasien

Warum hat Caesars Entertainment William Hill gekauft für eine sagenhafte Summe, obwohl es nur um William Hill US geht?  Die einfache Antwort lautet: Es war nicht möglich, William Hill US allein zu kaufen. Ansonsten wäre Caesars Entertainment diesen Weg wohl gegangen. Da nur der komplette Konzern zum Verkauf stand, hat Caesars Entertainment die Chance genutzt im Vertrauen darauf, dass es möglich wäre, die unerwünschten Anteile von William Hill später zumindest ohne große Verluste verkaufen zu können. Damit dieses Geschäft sich rechnet, muss der Kauf von William Hill US für Caesars Entertainment ungeheuer wertbringend sein. Wahrscheinlich ist das auch der Fall, denn Caesars Entertainment erwirbt mit William Hill ein attraktives Wettbüro-Netzwerk und einen erfahrenen Personalbestand, der optimal darauf vorbereitet ist, den Sportwettenmarkt in den USA zu bedienen.

Der amerikanische Sportwettenmarkt ist deutlich geringer entwickelt als der europäische. Woran liegt das? In den USA gab es lange Zeit rechtliche Hürden beim Ausbau der Online-Sportwetten. Diese rechtlichen Hürden sind gefallen und deswegen kann Caesars Entertainment nun viel Geld investieren in den Aufbau eines großen Sportwetten-Angebotes. Aber völlig klar ist, dass dies nicht funktioniert ohne das nötige Know-how. Caesars Entertainment ist einer der großen Glücksspielkonzerne in den USA. Aber es ist etwas völlig anderes, ein Hotel-Casino zu betreiben als Online-Buchmacher und Online Casinos. Durch den Kauf von William Hill erspart sich Caesars Entertainment den langjährigen Aufbau eines eigenen Sportwetten-Geschäfts. Stattdessen kann Caesars Entertainment sich direkt darauf konzentrieren, ein großes Netzwerk in den Bundesstaaten aufzubauen, die Sportwetten zulassen. Das Timing von Caesars Entertainment ist gut, denn mittlerweile gibt es bereits einen attraktiven US-Sportwettenmarkt. Zudem haben bereits weitere Bundesstaaten angekündigt, Online-Sportwetten zuzulassen.