Die britischen Buchmacher, die Pferdewetten im Programm haben, haben den Pferdesport mit einer großzügigen Geste unterstützt. Zuletzt konnten sich die Pferdesport-Anbieter über zusätzliche Einnahmen freuen, die unmittelbar von den Wettanbietern in Großbritannien aufgebracht worden sind.

Pferdesport leidet heftig unter aktuelle Krise

Pferderennen SportDer Pferdesport hat in Großbritannien eine große Tradition. Aber in diesem Jahr ist alles anders. Für die Betreiber der Pferderennbahnen in Großbritannien war dieses Jahr bislang weitgehend eine Enttäuschung. Auch wenn sich das Geschäft zuletzt ein Stück weit normalisiert hat, mussten die Betreiber doch vor allem im ersten Halbjahr erhebliche Einbußen hinnehmen. Das große Problem damals: In Großbritannien waren die klassischen Wettbüros für einen sehr langen Zeitraum beschlossen, anders als die Online-Buchmacher und auch die Online Casinos. Da nach wie vor wird ein großer Teil der Pferdewetten offline und nicht online platziert wird, hat dies zu einem erheblichen Rückgang der Umsätze geführt. Kenner wissen, dass der Pferdesport kostenintensiv ist. Eine Pferderennbahn rentiert sich nur dann, wenn Pferdewetten in einem großen Umfang abgeschlossen werden. Genau genommen gilt sogar: Eine Pferderennbahn könnte ohne Pferdewetten oder staatliche Subventionen überhaupt nicht betrieben werden. Über Zuschauereinnahmen ist es nicht möglich, die Kosten auch nur halbwegs zu decken. Das wissen auch die Buchmacher in Großbritannien und deswegen hat es eine bemerkenswerte Geste gegeben. Einen ganzen Monat lang haben die Wettanbieter in Großbritannien zusätzliche Gebühren für Livestreams und Datenpakete bezahlt, um den Pferdesport in Großbritannien finanziell zu unterstützen.

Die Wettanbieter in Großbritannien verdienen seit vielen Jahren gutes Geld mit Pferderennen. In Deutschland ist der Pferdesport auch im Sportwetten-Bereich nur eine kleine Nische. Aber in Großbritannien gibt es viele Liebhaber, die regelmäßig auf Pferderennen wetten. Deswegen ist es strategisch für die Wettanbieter in UK wichtig, dass die Pferderennbahnen nicht in den Bankrott getrieben werden. Die finanzielle Hilfe, die zuletzt durch die höheren Gebühren geleistet worden ist, war durchaus substanziell. Vor allem für die Betreiber der kleineren Pferderennbahnen dürfte die unerwartete Finanzhilfe einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben, dieses Jahr zu überstehen. Mittlerweile sind die Wettbüros in Großbritannien zum größten Teil wieder geöffnet, aber die Umsätze sind noch nicht auf dem Vorjahresniveau. Deswegen wird der Pferdesport auch in den nächsten Monaten aller Voraussicht nach keine glänzenden Bilanzen vorlegen können. Aber darum geht es im Moment auch gar nicht. Das Ziel der Wettanbieter und der Pferdesport-Betreiber ist es vor allem, die Pferderennbahnen durch die Krise zu bringen, um anschließend dann wieder auf dem gewohnten Niveau Geschäfte machen zu können. Auch durch die Hilfe der Wettanbieter sind die Chancen, dieses Ziel zu erreichen, zuletzt deutlich gestiegen.

Sportwetten und Pferdewetten laufen wieder gut

Die britischen Buchmacher haben den nötigen Spielraum, um Finanzhilfen für den Pferdesport aufzubringen. Das ist ein gutes Zeichen, denn das bedeutet auch, dass die Sportwetten insgesamt wieder auf einem guten Niveau sind. Teilweise hat es sogar im Spätsommer neue Rekorde gegeben. Die Premier League hat nur eine kurze Pause gemacht. Davon haben die britischen Buchmacher zuletzt profitiert. Normalerweise gibt es im Sommer allenfalls ein Großereignis wie die Olympischen Spiele oder eine Weltmeisterschaft. Aber in diesem Jahr sind alle Großveranstaltungen im Sommer abgesagt worden, auch weil es zahlreiche Reisebeschränkungen gab und zum Teil immer noch gibt. Für die Buchmacher ist jedoch entscheidend, dass es überhaupt interessante Wettbewerbe gibt, auf die Wetten platziert werden können. Solange die Premier League läuft und auch der internationale Fußball funktioniert, kommen die Wettanbieter gut durch die Krise. Die Online-Buchmacher konnten wahrscheinlich sogar ihren Marktanteil etwas erhöhen. Ganz sicher ist das noch nicht, da die Zahlen für das Jahr 2020 noch nicht komplett vorliegen. Aber klar ist, dass die Wettanbieter zumindest einen Teil der Verluste aus dem ersten Halbjahr im zweiten Halbjahr aufholen konnten. Viele Sportwetten-Fans hatten einen erheblichen Nachholbedarf, nachdem lange Zeit fast keine Wetten möglich gewesen sind.

Im ersten Halbjahr gab es zeitweise nur Wetten auf schwedischen Amateurfußball und Profifußball in Weißrussland im Portfolio einiger Buchmacher. Das war für die eingefleischten Sportwetten-Fans vielleicht eine Option. Aber für die ganz normalen Buchmacher-Kunden, die gerne einmal in der Woche auf Spiele der Premier League oder der Bundesliga tippen, sind exotische Events uninteressant. Pferdewetten waren fast immer möglich, auch in Großbritannien. Aber trotzdem ist das Volumen auch bei dem Pferdewetten nach unten gegangen. Wenn weniger Umsatz mit Pferdewetten gemacht wird, verdienen auch die Betreiber der Pferderennbahn weniger Geld. Aber es geht gar nicht immer darum, dass ein großer Profit gemacht wird. Für die Betreiber vieler Pferderennbahn geht es vor allem darum, eine schwarze Null zu schreiben. Wenn das gelingt, ist das bereits ein Erfolg. Die großzügige Geste der britischen Buchmacher hat dafür gesorgt, dass die Betreiber der Pferderennbahnen zumindest das Jahr 2020 halbwegs sorgenfrei abschließen können. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass eine ähnlich großzügige Geste noch einmal nötig wird, wenn sich die Krise in den nächsten Monaten nicht deutlich entspannt.

Hier mehr über die großzügige Finanzhilfe der britischen Buchmacher für den Pferdesport lesen (auf Englisch).