Briten duschen nicht gerne und Videospiele sind schuld. Kann das sein? Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass durch die besondere Gesamtsituation mehr Briten Videospiele nutzen und manchmal deswegen vergessen zu duschen oder zu essen. Ist das wirklich ein Problem? Seit jeher sind Videospiele für fast alles verantwortlich, was in irgendeiner Weise schiefläuft. Das lässt sich wohl auch erst dann ändern, wenn noch ein paar Jahrzehnte vergangen sind und auch die ältesten Generationen selbst erlebt haben, dass Videospiele nicht vom Teufel geschickt worden sind. Aber einstweilen gibt es noch viele Institutionen, die gerne untersuchen, wie Videospiele das Leben von Menschen negativ beeinträchtigen. Eine aktuelle Studie von Fresh Student Living hat zutage gefördert, dass im letzten Jahr die Briten deutlich mehr Zeit für Videospiele aufgewendet haben. Wenn das Captain Obvious erfährt!

Gefährden Videospiele Hygiene in Großbritannien?

UK England

Erstaunlich ist an dieser Statistik nur, dass sie irgendjemanden erstaunen könnte. Natürlich spielen Menschen, die ohnehin schon Videospiele mögen, in einer Zeit, in der es kaum Alternativen für die Freizeitbeschäftigung gibt, öfter und mehr. Das sollte niemanden ernsthaft überraschen. Aber natürlich gibt es gleich die Videospiel-Bedenkenträger, die davon ausgehen, dass dadurch ein ernsthaftes Problem entstehen würde. Und offenbar ist auch ein unglaubliches Problem entstanden, denn in der aktuellen Studie ist herausgekommen, dass etwa 30 Prozent der Videospiel-Freaks durch das Spielen mitunter verpasst haben zu duschen oder zu essen.

Stinken jetzt überdurchschnittlich viele Briten und die Videospiele sind schuld? Vermutlich wird der eine oder andere Videospiel-Fan, der in einer besonders spannenden Session einmal die Dusche vergessen hat, vor dem Kontakt mit Menschen aus anderen Haushalten wieder das gute alte Wasser nutzen, um eine angemessene Hygiene herzustellen. Wer das nicht macht, hat wahrscheinlich auch schon vor dem Krisenjahr 2020 nicht besonders oft geduscht. Ob ein verpasstes Essen ein Problem ist, darf aber bezweifelt werden. Nicht nur in Großbritannien gibt es zu viele Menschen, die vielleicht einmal eine Videospiel-Diät machen sollten, wenn durch Videospiele gewährleistet wird, dass die eine oder andere Mahlzeit ausfällt. Es ist erstaunlich, dass Videospiele und Computernutzung immer noch behandelt werden wie Konsummittel, die in irgendeiner Form immer schädlich werden. Dabei gibt es unzählige Menschen auf dem Planeten, die einen großen Teil ihrer Zeit damit verbringen, vor einem Computer zu sitzen. Aber ganz offenbar ist es etwas anderes, wenn die Computerzeit oder die Konsolenzeit in der Freizeit stattfindet. Dann ist plötzlich alles ganz fürchterlich. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass zu viele Forscher, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, noch nicht ganz im 21. Jahrhundert angekommen sind.

Videospiele sind auch ohne Dusche unterhaltsam

Viele populäre Videospiele finden im Netzwerk statt. Natürlich ist eine virtuelle Begegnung mit einem anderen Spieler, der vielleicht sogar auf der anderen Seite des Planeten lebt, etwas anderes als eine echte Begegnung. Aber für alle, die es vielleicht schon wieder vergessen haben: Im letzten Jahr gab es viele Phasen, in denen Begegnung mit anderen Menschen schwierig bis unmöglich waren. Warum also nicht im Netz mit Gleichgesinnten Spaß haben. Wenn dabei vielleicht einmal das Duschen ausfällt, bedeutet das letztlich doch nur, dass der Spaßfaktor sehr hoch ist. Die meisten Menschen haben auch im letzten Jahr nur darauf gewartet, dass wieder andere Dinge möglich sind als Videospiele. Insofern gehört schon viel Fantasie dazu, diesen Menschen, die vielleicht auch durch die Videospiele besser durch die Krise gekommen sind, ein negatives Verhalten anzudichten. Videospiele sind schon lange im Trend und genauso lange gibt es Wissenschaftler, die belegen möchten, wie schädlich Videospiele angeblich sind. Wenn die gleichen Wissenschaftler das Verhalten von Menschen wirklich nach Schädlichkeit untersuchen sollten, müsste es zum Beispiel auch Studien über das Autofahren geben, um die schädliche Wirkung des Autofahrens auf den Fahrer und eventuelle Unfallopfer zu belegen.

In der aktuellen Krise ist durch die Umstände viel vom Offline-Leben ins Internet umgesiedelt. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass die Online Casinos einen erheblichen Vorteil gegenüber den Spielbanken und Spielhallen gewonnen haben. Aber ist deswegen der Bedarf nach Glücksspielen höher geworden? Die aktuellen Statistiken legen nahe, dass es trotz Anstiegen beim Online-Glücksspiel insgesamt eher einen leichten Rückgang gegeben haben könnte. Noch ist es zu früh, abschließende Bewertungen hinsichtlich des Verhaltens von Glücksspiel-Fans und Videospiel-Fans in der Krise abzugeben. Aber mit ein wenig gesundem Menschenverstand sollte klar sein, dass es kein Weltuntergang ist, wenn Menschen das, was in irgendeiner Form ansonsten offline machen, plötzlich online tun. Vielmehr gibt es diesen Trend schon sehr lange. Oder wer kauft heute noch in einer echten Buchhandlung ein? Es ist kein Zufall, dass einer der reichsten Menschen der Welt mit einer Online-Buchhandlung begonnen hat, sein Geschäft aufzubauen. Falls sich noch jemand erinnert: In den 1980er Jahren waren angeblich die VHS-Videos schuld am Elend der Welt. Nun müssen die Videospiele herhalten für alle möglichen Probleme. Was soll erst passieren, wenn die Virtuelle Realität in die Wohnzimmer Einzug erhält?