Es ist bekannt, dass sich Vieles, das großen Spaß macht, zur Sucht entwickeln kann. Das kann bereits beim Shopping passieren oder bei allen möglichen Formen des Lebensmittelkonsums bis hin zum Spielen. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Und da das Internet allein schon eine ganze Menge Suchtpotenzial in sich birgt, ist es nicht verwunderlich, dass gerade das Online Glücksspiel zu den besonders verführerischen Tätigkeiten zählt. Das Bundesland Brandenburg finanziert bereits seit dem Jahr 2008 durch eine direkte Förderung Beratungsstellen für Personen, die unter Spielsucht leiden. Dies hat sich nun geändert. Seit Anfang dieses Jahres werden die entsprechenden Fördergelder von den Kommunen verteilt. Die Brandenburger Beratungsstellen sind von dieser neuen Regelung gar nicht begeistert und üben lauthals Kritik.

Finanzierung von Spielsucht-Beratungsstellen eingeschränkt

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Wegen der geänderten Finanzierung könnte sich die Arbeit verschlechtern. Das fürchten jedenfalls die Beratungsstellen für Spielsucht in Brandenburg. In den letzten zwölf Jahren wurden die Zuschüsse direkt an die Beratungsstellen überwiesen. Seit Januar 2021 gehen sie pauschal an die zuständigen Kommunen, die die Fördergelder dann verteilen. Ulrike Kosta, die Direktorin vom Caritasverband für das Erzbistum Berlin, bringt es unmissverständlich auf den Punkt: „Statt die Gelder wegen der vermehrten Suchtfälle durch zu erhöhen, läuft die neue Finanzierung faktisch auf eine Mittelkürzung hinaus". Und so ganz unrecht hat sie damit nicht. Die Landesregierung stellt jährlich 400.000,- Euro zur Verfügung, die bisher unter den insgesamt 13 Beratungsstellen im Land aufgeteilt wurden. Ulrike Kosta befürchtet, dass dieser Betrag nun an die vier kreisfreien Städte und die 14 Landkreise geht, bzw. unter ihnen aufgeteilt wird. Darüber hinaus befürchtet Kosta, dass „... die Kommunen die Mittel anders als bisher verteilen, und die Suchtberatung unter ‚ferner liefen‘ abgestuft“ wird. Ihr Verband unterhält Sucht-Beratungsstellen in Falkensee und in Oranienburg. 2008 entstand im Rahmen eines Modellprojekts des Bundes der Beschluss zu einer direkten Förderung der Spielsuchtberatung, der dann in den kommenden Jahren vom Land weiter aufrecht erhalten wurde. Dies teilte das Potsdamer Sozialministerium dem ehemaligen Sozialminister und SPD Landtagsabgeordnete Günter Baaske auf Anfrage mit. Das Ergebnis „fachlicher Erkenntnisse“ wäre eindeutig und würde die Spielsucht nicht von anderen Süchten unterscheiden. Aus diesem Grund hält man dort eine „Sonderbehandlung“ dieser Arbeit nicht für gerechtfertigt. Sie sei stattdessen nur ein Teilbereich der normalen Suchtberatung, hieß es von Seiten des Ministeriums. Für gefährdete Spieler, die vorwiegend im Internet zocken, bietet übrigens auch jedes seriöse Online Casino zusätzlich hilfreiche Informationen an. 

Kritik an neuem Finanzierungsplan für Brandenburger Spielsuchtberatung

Ex-Minister Günter Baaske ist der Ansicht, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen einer Beratung der Opfer von Spielsucht und der Opfer von Tabletten- oder Alkoholabhängigkeit gibt. „Wer in der Drogenberatung arbeitet, muss sich mit Glücksspielen überhaupt nicht auskennen - dazu gibt es auch eine ganz andere Ausbildung", sagt Baaske. Die Direktorin des Caritasverband für das Erzbistum Berlin, Ulrike Kosta, teilt seine Meinung, da sie ebenfalls die Beratung von Spielsüchtigen als ein eigenes Fachgebiet einstuft. „Das ist ein schnelllebiger Markt, die Berater müssen fachlich sehr internetaffin sein." Auch der SPD Abgeordnete Baaske ist mit seiner Kritik noch nicht am Ende. In seinen Augen besteht eine große Gefahr, dass in den einzelnen Landkreisen die Beratung Spielsüchtiger eingeschränkt werden könnte – besonders in denen „... in denen Kämmerer mehr zu sagen haben als die Sozialdezernenten“. Seine Skepsis wird durch eine noch relativ junge Kritik an den Landkreisen durch den Landesrechnungshof zusätzlich untermauert. Die Landkreise sollen nämlich Zuschüsse eingesackt haben, die für Flüchtlingsplätze gedacht waren, obwohl es in ihren Regionen gar keine gab. „Wenn man es nicht kontrollieren kann, sollte man sich auch nicht darauf verlassen, dass das Geld dorthin geht, wo es gebraucht wird," kommentiert Günter Baaske die soeben beschriebene Kritik. Angela Schweers ist die Vorstandsvorsitzende des Bezirksverbands der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Potsdam, die dort die Spielsucht-Beratungsstelle betreibt. Ihr wurde durch die Potsdamer Stadtverwaltung mitgeteilt, dass die Zuschüsse für die Spielsuchtberatung „... nicht mehr anerkannt werden, weil es sich dabei um eine freiwillige Leistung handelt“. In der AWO-Spielsucht-Beratungsstelle geht es konkret um einen Betrag von rund 25.000,- Euro pro Jahr. Dieses Geld fehlt nun auf einmal, und das, obwohl es sinnvoll wäre, „... die Beratung mit Blick auf die Krise eigentlich um das Doppelte bis Dreifache aufzustocken“. Außerdem wies sie darauf hin, dass die Krankenkassen inzwischen in Alarmbereitschaft sind. „Die psychischen Erkranken, wie die Glücksspielsucht, haben während des Lockdowns sehr stark zugenommen“, warnte Angela Schweers eindringlich und gab zu bedenken, dass der Beratungsbedarf noch um ein Vielfaches höher werden wird, wenn erstmal der neue Glücksspielstaatsvertrag im Juli dieses Jahres in Kraft getreten ist. Ab diesem Zeitpunkt ist dann auch in der BRD das Glücksspiel im Internet mit seinen vielen Online Casinos, Online Slots und Online Sportwett-Angeboten erlaubt. Und diese Legalisierung könnte ihrer Ansicht nach noch viel mehr Menschen gefährden.