Pontus Lindwall, der CEO von Betsson, hat sich in einem aktuellen Interview umfassend zur Entwicklung des Geschäfts in Nordeuropa geäußert. Zudem gibt es einige interessante Äußerungen zum deutschen und zum britischen Markt von Lindwall. In Großbritannien hat sich Betsson aus strategischen Gründen dazu entschieden, ausschließlich die Marke Rizk zu verwenden.

Positive Entwicklung von Betsson überzeugt

BetssonIm dritten Quartal konnte Betsson den Umsatz um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Laut Pontus Lindwall lag das vor allem daran, dass der Umsatz in nahezu allen Märkten sowohl mit Sportwetten als auch mit Glücksspielen deutlich nach oben gegangen ist. Bei vielen Glücksspielanbietern lässt sich dieser Effekt im dritten Quartal nachvollziehen, denn es gab nach einer langen Durststrecke im Frühjahr unter anderem sehr viele Sportwetten. Zudem sind nach wie vor viele Spielbanken und Spielhallen geschlossen oder nur im eingeschränkten Betrieb verfügbar. Das alles hat dazu beigetragen, dass Betsson erstklassige Umsatzwerte erreichen konnte. Im aktuellen Interview geht es aber nicht nur um die positiven Umsatzzahlen, sondern vor allem auch um die strategische Ausrichtung von Betsson. Der schwedische Glücksspielanbieter ist auch in Deutschland seit vielen Jahren bekannt. Die wichtigste Nachricht für deutsche Glücksspiel-Fans ist deswegen vielleicht, dass der CEO im Interview ankündigt, den deutschen Markt nicht zu verlassen. Die deutsche Glücksspielregulierung konnte zwar nach der Einschätzung des CEOs dazu führen, dass der Umsatz insgesamt etwas nach unten geht. Aber auch mit der neuen Glücksspielregulierung bleibt Deutschland ein interessanter Markt für Betsson. Unklar bleibt im Interview allerdings, ob Betsson sich nur für den Sportwetten-Markt oder auch für den Glücksspielmarkt interessiert. Vor der neuen Glücksspielregulierung war Betsson auch mit Online Casinos in Deutschland präsent.

Schweden ist für Betsson in den letzten Monaten ein schwieriger Markt gewesen. Das lag vor allem an der Verschärfung der Glücksspielregulierung, die Schweden im Rahmen der aktuellen Gesundheitskrise eingeführt hat. Aktuell gibt es eine große Diskussion in Schweden darüber, ob die Regulierung zu strikt ausgefallen ist. Vieles deutet darauf hin, dass sich ein Schwarzmarkt entwickelt, der am Ende dazu führen könnte, dass die Glücksspielregulierung in Schweden scheitert. Für Betsson ist Schweden allerdings nur ein Markt von vielen. Pontus Lindwall weist im aktuellen Interview darauf hin, dass schon seit vielen Jahren sehr breit aufgestellt ist. Es gibt nicht den einen Markt, an dem alles hängt. Deswegen ist es für Betsson nicht entscheidend, dass die Umsätze in einem bestimmten Land immer funktionieren. In der Vergangenheit hat es schon öfter Situation gegeben, in denen einzelne Länder schlechter gelaufen sind als andere. Doch das Gesamtergebnis wird dadurch nur minimal beeinträchtigt. Mit dieser grundlegenden Strategie will Betsson auch in den nächsten Jahren erfolgreich sein. Der europäische Markt bleibt nach wie vor das wichtigste Standbein für Betsson, auch wenn es durchaus das Potenzial gibt, den US-Markt deutlich stärker zu bedienen als bisher.

Betsson stellt sich neu auf in Großbritannien

Aus historischen Gründen ist Betsson in Großbritannien bis zuletzt mit mehreren Marken und Plattformen präsent gewesen. Doch das hat sich nun geändert. In Zukunft wird Betsson ausschließlich mit der Marke Rizk in Großbritannien aktiv sein. Das ist eine strategische Entscheidung, die vor allem die bessere Nutzung der Ressourcen, die in Großbritannien zur Verfügung stehen, zum Ziel hat. Die Entscheidung für Rizk begründet Pontus Lindwall vor allem mit den guten Erfolgen dieser Marke in den letzten Jahren. Für neutrale Beobachter war es allerdings durchaus eine Überraschung, dass Betsson mit der Hauptmarke den britischen Markt verlassen hat. Doch entscheidend für Pontus Lindwall ist, dass der britische Markt nach wie vor bedient wird. Für den Glücksspielkonzern Betsson ist am Ende ohnehin egal, unter welcher Marke gute Einnahmen erzielt werden. In den meisten anderen Ländern wird Betsson allerdings mit der Hauptmarke aktiv bleiben. Vermutlich wird auch in Deutschland diese Marke im Mittelpunkt der Bemühungen stehen. Aber eine umfassende Deutschland-Strategie unter der neuen Glücksspielregulierung scheint es bei Betsson noch nicht zu geben.

Generell sieht Pontus Lindwall den Glücksspielmarkt in den nächsten Jahren auf einem guten Weg. Es ist kein Geheimnis, dass das Wachstum in Europa nicht so ausfallen wird wie in den letzten zehn Jahren. Das liegt unter anderem daran, dass mittlerweile viele Länder eine nationale Glücksspielregulierung haben, die das Online-Glücksspiel umfasst. Die EU-Lizenzen, die lange Zeit maßgeblich für die Regulierung von Online Casinos in den meisten europäischen Ländern waren, werden in Zukunft nicht mehr ganz so wichtig sein wie bisher. Die nationalen Lizenzen, unter anderem zum Beispiel in Deutschland, Schweden und den Niederlanden, sind in der Regel mit etwas strengeren Vorgaben verbunden als die typischen EU-Lizenzen. Das könnte nach Einschätzung von Pontus Lindwall dazu führen, dass die Umsätze in einigen Märkten stagnieren oder vielleicht auch nur langsamer wachsen. Die ganz große Wachstumsphase auf dem europäischen Glücksspielmarkt wird wahrscheinlich nicht mehr kommen. Aber auch in Zukunft wird Betsson in Europa gute Geschäfte machen. Davon ist Pontus Lindwall fest überzeugt.

Hier mehr über das aktuelle Interview mit dem Betsson CEO Pontus Lindwall lesen (auf Englisch).