Silvio Berlusconi hat Stress mit seinem Fußballclub AC Monza. Die Fußballer haben sich als nicht besonders clever erwiesen und einen Verstoß gegen aktuell geltende Regeln zum Gesundheitsschutz verstoßen. Besonders unangenehm dabei: Die Regelübertretungen haben auch sportliche Auswirkungen. Für den schillernden Unternehmer und ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gab es schon einmal bessere Zeiten. Als Berlusconi auf dem Höhepunkt seiner Popularität war, gehörte ihm der legendäre AC Mailand. Mittlerweile muss sich Silvio Berlusconi mit dem Zweitliga-Club AC Monza begnügen.

Berlusconi hadert mit Verhalten seiner Spieler

AC Monza Berlusconi Fussball

Die Clubs in der Serie A sind mittlerweile wohl zu teuer für den Unternehmer, der in seinem Leben schon viel zu viel Geld für Fußballklubs und Schönheitsoperationen ausgegeben hat. Zuletzt musste der AC Monza sich jedoch vor allem damit auseinandersetzen, dass die Spieler sich nicht besonders clever verhalten haben. Insgesamt acht Spieler hatten sich dazu entschlossen, ein Casino in Lugano zu besuchen. Ein Online Casino wäre die bessere Wahl gewesen, denn natürlich ist der Regelverstoß nicht unentdeckt geblieben. Unter den acht Spielern war auch Kevin-Prince Boateng, der Bruder des Weltmeisters Jérôme Boateng. Die acht Spieler, die erwischt worden sind bei ihrem verbotenen Ausflug, mussten in Quarantäne und konnten deswegen am Spiel gegen Salernitana nicht teilnehmen. Immerhin ist es dem AC Monza aber trotzdem gelungen, das Spiel klar und deutlich zu gewinnen. Somit hat der AC Monza wenigstens keine Punkte verloren. Aber die Mitspieler der acht Sünder dürften nicht besonders begeistert gewesen sein vom Verhalten ihrer Kollegen. Der AC Monza hat trotz des Skandals um die acht Ausflügler in der letzten Saisonphase starke Leistungen gebracht. Erst im letzten Saisonspiel musste dazu Monza wieder eine Niederlage einstecken. Alle anderen Spiele seit dem Skandal konnte der Club gewinnen. Das Ergebnis ist nun, dass der Fußballverein von Silvio Berlusconi in den Play-offs zum Aufstieg in die Serie A gekommen ist. In Italien ist das System ein bisschen anders als in Deutschland. In der zweiten Spielklasse des italienischen Fußballs spielen die Mannschaften, die sich auf den Plätzen drei bis acht platziert haben, in einer einfachen K.O.-Runde den Aufsteiger aus.

Konkret bedeutet dies, dass der AC Monza noch zwei Spiele gewinnen muss, um aus dem dritten Platz einen Aufstiegsplatz zu machen. Die Chancen stehen gut, zumal auch alle Spieler, die vorübergehend in Quarantäne mussten, wieder zur Verfügung stehen. Wenn am Schluss der Aufstieg gelingen sollte, wird Silvio Berlusconi seinen Spielern den Fehltritt wohl verzeihen. Immerhin ist Berlusconi selbst nicht unbedingt dafür bekannt, sich an Regeln zu halten, die für alle anderen gelten. Insofern sollte eine gewisse Sympathie für die Spieler vorhanden sein. Wenn der AC Monza in die Serie A aufsteigen sollte, könnte sich Silvio Berlusconi demnächst wieder auf der großen Bühne zeigen. Auch wenn Italien fußballverrückt ist, spielt die Serie B doch in der öffentlichen Wahrnehmung nur eine untergeordnete Rolle. Aber wenn der AC Monza demnächst wieder gegen den AC Mailand, Inter Mailand oder auch Juventus Turin spielen könnte, dürften die Fernsehzuschauer sich wieder vermehrt daran erfreuen, dass Silvio Berlusconi in die Kameras lächelt.

Vorbildfunktion überfordert viele Fußballer

Es ist nicht neu, dass Fußballer durch Regelverstöße auffallen. In der aktuellen Gesundheitskrise ist es allerdings besonders leicht, unangenehm aufzufallen. Man erinnere sich nur an den Spieler von Mönchengladbach, der angeblich auf einer Party entdeckt wurde und dann über das Dach flüchtete, um sich vor den Folgen seines Fehlverhaltens zu schützen. Auch andere Fußballer haben in den letzten Monaten auf die eine oder andere Weise nachgewiesen, dass sie ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht werden. Letztlich sollte aber niemand vergessen, dass es sich um junge Menschen handelt, die vielleicht nicht immer ganz überblicken, was ihre Fehler verursachen. Zudem gibt es in allen Bereichen des Lebens Menschen, die Fehler machen. Entscheidend ist am Ende, dass eine gewisse Einsicht vorhanden ist und der Fehler nicht wiederholt wird.

Silvio Berlusconi ist als Vereinspräsident nur bedingt für Moralpredigten geeignet. Das hat Berlusconi aber nicht davon abgehalten, in der Öffentlichkeit über das Verhalten der Spieler zu schimpfen. Auch Geldstrafen wurden angekündigt, aber bislang ist nicht bekannt, ob und in welcher Höhe tatsächlich Geldstrafen verhängt worden sind. Wenn am Ende der AC Monza in die Serie A aufsteigt, wird der unrühmliche Trip nach Lugano ohnehin kein Thema mehr sein. Eine simple Wahrheit gibt es beim Fußball immer: Wenn der Erfolg stimmt, tritt alles andere in den Hintergrund. Zudem wird in einigen Monaten, wenn die neue Saison beginnt, sei es in der Serie A oder in der Serie B, niemand mehr darüber diskutieren wollen, was in der Gesundheitskrise geschehen ist. Die meisten Menschen haben ein großes Bedürfnis, diese außergewöhnliche Zeit, die mit vielen Belastungen und Einschränkungen einhergeht, hinter sich zu lassen.