Potenzielle Glücksspiel-Betreiber, die in Zukunft ihre Angebote bundesweit offerieren wollen, können ab sofort die notwendigen Informationen im Internet abrufen. Das Ministerium für Inneres und Sport des Bundeslands Sachsen-Anhalt hat alles Wissenswerte dazu online in einer Datenbank bereitgestellt. Glücksspiel-Anbieter, die die entsprechenden Voraussetzungen gemäß Glücksspielstaatsvertrag 2021 (§ 4 a Abs. 1 Nr. 3 Buchst. b) erfüllen, erhalten einen Zugang zu der soeben eingerichteten Datenbank und können sich umfassend über die Zentraldateien sowie den Zugang zu deren technischen Richtlinien, zur Testumgebung und zu dem Auswertesystem informieren. Zu dieser Voraussetzung zählt in erster Linie der Firmensitz in einem EU-Mitgliedstaat oder einem „Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum“. Über die Website des Ministeriums für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt wird man unter der Rubrik Themen/Glücksspiel fündig.

Glücksspiel-Anbieter können sich ab sofort in einer behördlichen Datenbank informieren

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Darüber hinaus sind auch sogenannte Merkblätter avisiert, die weiterführende Informationen enthalten, beispielsweise zu dem „Antragsverfahren für die Veranstaltung virtueller Automatenspiele im Internet sowie Online-Poker“. Aktuell stehen diese Merkblätter aber leider noch nicht zur Verfügung. Vor dem Hintergrund, dass der neue Glücksspielstaatsvertrag in wenigen Wochen in Kraft treten soll, wurde es dringend notwendig, diese Informationen öffentlich zur Verfügung zu stellen. Der deutsche Staatsvertrag, der das Glücksspielwesen ab dem 1. Juli 2021 neu regulieren soll, erlaubt unter restriktiven Voraussetzungen auch das Glücksspiel im Internet, das bisher streng verboten war. Dazu gehören natürlich auch Online Casinos, Online Poker und Automatenspiele. Ein bundesweites, legales Angebot soll in Zukunft die Spielerinnen und Spieler vom Schwarzmarkt fernhalten und ihnen eine sichere Alternative dazu anbieten. Darüber hinaus wurde der Spielerschutz verstärkt. Um diesen in einem Online Glücksspielmarkt, zu dem bald deutlich mehr legale Angebote gehören werden, auch tatsächlich gewährleisten zu können, wurden einerseits die diversen Vollzugs-Möglichkeiten für die Behörden deutlich verbessert und andererseits eine Erweiterung der bisherigen zentralen Spieler-Datei eingerichtet. Das individuelle Einzahlungslimit für alle Spielerinnen und Spieler, die sich künftig bei Online Glücksspielanbietern registrieren, wurde auf 1.000,- Euro pro Monat festgelegt. An dieses Einzahlungslimit müssen sich ausnahmslos alle Anbieter von Online Glücksspielen in der BRD halten, und es darf auch nicht überschritten werden.

Außerdem ist es ab Juli dieses Jahres unzulässig, bei unterschiedlichen Online Casinos parallel zu zocken. „Zur Überwachung des anbieterübergreifenden Einzahlungslimits und zur Verhinderung des parallelen Spiels werden künftig zwei zentrale Dateien (Limit- und Aktivitätsdatei gem. §§ 6c, 6h GlüStV 2021) geführt.“ Hinzu kommt, dass die Anbieter von Online Casino Spielen, Sportwetten, digitalen Spielautomaten und Online Poker im Internet ein technisches System – den sogenannten Safe Server - einrichten und dies natürlich auch betreiben müssen. Dieses System dient der Erfassung aller erforderlichen Daten, die für die Durchführung der Glücksspielaufsicht erforderlich sind und ermöglicht der zuständigen Aufsichtsbehörde zusätzlich eine elektronische Kontrolle, die zu jeder Zeit durchgeführt werden kann (§ 6i Abs. 2 GlüStV 2021). „Die veröffentlichten Technischen Richtlinien dienen der Festlegung der informationstechnischen Voraussetzungen zur Nutzung der vorgenannten Kontrollinstrumente für potentielle Glücksspielanbieter nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021.“

Glücksspiel-Anbieter können vielfältige Informationen abrufen

Den potenziellen Online Glücksspiel-Anbietern stehen zu der Verwaltung ihrer Spielerinnen und Spieler in Zukunft mehrere Funktionen zur Verfügung. Dazu gehört beispielsweise die Registrierung der Spielerinnen und Spieler, die Möglichkeit der Änderung von Spielerdaten, die gleichzeitig zu einer Änderung des Pseudonyms der Spielerinnen und Spieler führt, das Ändern der jeweiligen Spieler-ID und das Aufheben der Registrierung von Spielerinnen und Spielern. Jeder Online Glücksspielanbieter verpflichtet sich, die Registrierung der einzelnen Spielerin oder des Spielers, unmittelbar nachdem diese ein Spielerkonto eröffnet haben, in den entsprechenden Zentraldateien einzurichten. Die Aufhebung der Registrierung muss vorgenommen werden, wenn eine Spielerin oder ein Spieler sein Spielerkonto wieder gelöscht hat. „Bei der erstmaligen Registrierung eines Spielers in den Zentral-Dateien ist die Angabe des durch den Spieler bestimmten Anbieter übergreifenden Einzahlungslimits notwendig.“ Bei der sogenannten Limit-Datei geht es in erster Linie darum, „... die Einhaltung eines durch einen Spieler selbst festgelegten Einzahlungslimits anbieterübergreifend zu ermöglichen.“ Hierfür stehen die Funktionen „Einzahlungslimit setzen“ sowie „Einzahlung vornehmen“ zur Verfügung, die „... von jedem Glücksspielanbieter für jeden bei ihm registrierten Spieler zu bedienen sind“.

In der Aktivitäten-Datei wird das Parallelspiel bei unterschiedlichen Glücksspiel-Anbietern verhindert. Dafür werden den Betreibern die Funktionen „Spielerstatus ‚aktiv‘ setzen“ und „Spielerstatus ‚inaktiv‘ angeboten. In den Zentral-Dateien muss eine Spielerin oder Spieler direkt „aktiv“ gesetzt werden, sobald sie oder er mit dem Spielen beginnt. Gleichermaßen muss eine Spielerin oder ein Spieler natürlich unmittelbar, nachdem sie oder er das Spielen beendet hat, wieder auf „inaktiv“ gesetzt werden. „Meldet die Zentraldatei einem Glücksspielanbieter, der einen Spieler „Aktiv“ setzen will, dass der Spieler bereits „Aktiv“ gesetzt ist, so darf der Glücksspielanbieter den Spieler die gewünschte Spielaktivität nicht ausführen lassen.“

Interessierte Anbieter, welche die eingangs erwähnten Voraussetzungen erfüllen und diese nachweisen können, erhalten weitere Informationen per E-Mail. Auf der Website des Ministeriums in Sachsen-Anhalt heißt es: „Zurzeit stehen die technische Richtlinie Zentral-Dateien, welche die Limit-Datei (§ 6 c GlüStV 2021) und die Aktivitäten-Datei ( § 6 h GlüStV 2021) umfasst und die technische Richtlinie Auswertesystem für das Safe-Server Auswertesystem (§ 6 i Abs. 2 GlüStV 2021) in einer Vorabversion zur Verfügung.“