888 Holdings ist längst auf dem US-Markt angekommen. Der europäische Buchmacher hat jedoch bislang keinen großen Kooperationspartner gefunden. Doch die Suche nach dem passenden Partner für den amerikanischen Glücksspielmarkt läuft auf Hochtouren. Allerdings gibt es einige Anforderungen, damit sich eine Partnerschaft für 888 lohnt.

Größerer Marktanteil durch US-Kooperation wichtiges Ziel

888 HoldingsIm Moment entsteht gerade ein neuer amerikanischer Glücksspielmarkt im Internet. Darüber hinaus werden die Sportwetten in vielen Bundesstaaten zum ersten Mal überhaupt legalisiert. Deswegen gibt es gerade so etwas wie eine Goldgräberstimmung mitten in der Krise. Für Konzerne wie 888 Holdings, die in Europa seit vielen Jahren erfolgreich sind, ergeben sich spannende Chancen auf dem amerikanischen Markt. Allerdings hat 888 Holdings anders als einige Konkurrenten bislang keinen Kooperationspartner in den USA gefunden. Das ist wohl kein Zufall, denn laut CEO Itai Panzer stellt der Konzern hohe Anforderungen an einen möglichen US-Partner. Insbesondere soll es bei einer Partnerschaft laut den Nachrichten mit einem amerikanischen Unternehmen oder Konzern darum gehen, schlagartig den Marktanteil zu erhöhen. Als Vorbild könnte die Kooperation von Caesars Entertainment mit William Hill, die mittlerweile zu einer Fusion geworden ist, dienen. Durch diese Kooperation ist es William Hill gelungen, innerhalb kürzester Zeit Zugriff auf ein großes Netz von Wettbüros in den USA zu bekommen. Der weitere Ausbau war schon vor der Fusion beschlossene Sache. Auch ohne die Fusion hätte William Hill davon profitiert, dass der amerikanische Partner in vielen Bundesstaaten bereits etabliert ist mit Glücksspielangeboten. Wenn es schon gelingen sollte, einen derart potenten Partner wie Caesars Entertainment zu finden, wäre das perfekt. Aber in der aktuellen Krise sind die amerikanischen Glücksspielkonzerne nicht so finanzstark wie sonst. Alle großen Konzerne, die in Las Vegas und zum Teil auch in Macau aktiv sind, haben in den letzten Monaten viel Geld verloren. Trotzdem sollte speziell bei den großen Konzernen noch genügend Potenzial vorhanden sein, um eine Partnerschaft mit einem europäischen Glücksspielanbieter einzugehen.

Warum will 888 Holdings unbedingt den Marktanteil mit einer Kooperation erhöhen? Die Antwort ist einfach: 888 Holdings bringt die Expertise bereits mit. Was 888 Holdings auf dem amerikanischen Markt fehlt, ist die Marktdurchdringung. Wenn ein amerikanischer Partner, der zum Beispiel ganz neu im Sportwetten-Geschäft ist, auf den großen Erfahrungsschatz von 888 Holdings zurückgreifen kann, während 888 Holdings im Gegenzug dafür auf bereits existierende Wettbüros zugreifen könnte, wäre das für beide Seiten profitabel. Eine Kooperation, bei der 888 Holdings nur Inhalte austauschen würde, wäre wahrscheinlich uninteressant. Alles, was das Geschäft mit Online-Glücksspielen und Online-Sportwetten ausmacht, hat 888 Holdings in den letzten Jahren auf dem europäischen Markt bis ins letzte Detail gelernt. Die größte Aufgabe auf dem US-Markt ist es, schnell möglichst viele Kunden zu gewinnen. Das ist aber nicht einfach, denn es gibt viele kleine und große Player. Insbesondere auf dem Sportwetten-Markt tummeln sich zudem einige große Unternehmen und Konzerne aus der Sportbranche, die zusätzliche Einnahmen generieren möchten. Mittlerweile gibt es sogar einige große Fernsehsender, die direkt mit Sportwettenanbietern kooperieren. Viele offene Top-Kooperationen gibt es wahrscheinlich nicht mehr in den USA im Sportwetten-Bereich. Eventuell ist die ganz simple Wahrheit auch, dass 888 Holdings ein bisschen zu spät zur Party gekommen ist.

Organisches Wachstum in den USA als Alternative

Der Umsatz von 888 Holdings im ersten Halbjahr 2020 ist um 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. In den USA ist der Umsatz sogar um 90 Prozent gestiegen. Das liegt vor allem daran, dass 888 Holdings in New Jersey bereits gut aufgestellt ist. New Jersey war einer der ersten Bundesstaaten, in denen Online-Sportwetten und Online Casinos zugelassen wurden. Allerdings sind die absoluten Zahlen doch recht klein im Vergleich zum Umsatz in Europa. Doch 888 Holdings hat den Plan, in den nächsten Jahren von einem Bundesstaat zum nächsten zu wandern, um schrittweise zu wachsen. Der nächste Meilenstein ist für das erste Halbjahr 2021 geplant. Im optimalen Fall sollen in diesem Zeitraum bis mindestens drei Bundesstaaten das Sportwetten-Portfolio von 888 Holdings zur Verfügung gestellt bekommen. Das wichtigste Geschäftsmodell von 888 Holdings in den USA ist aktuell das B2C-Modell. Was bedeutet das? 888 Holdings stellt anderen Sportwettenanbietern die eigenen Sportwetten über die firmeneigene Plattform Spectate zur Verfügung. Das ist ein Geschäftsmodell, das mittlerweile einige europäische Buchmacher umsetzen. Die amerikanischen Wettanbieter haben das Problem, dass es in den USA nur relativ wenige hochwertige Sportwetten-Plattformen gibt. Deswegen ist der Zugriff auf die Sportwetten-Plattformen europäischer Unternehmen oft die erste Wahl. Da sich das Sportwetten-Portfolio inhaltlich nur hinsichtlich der Prioritäten, aber nicht unbedingt hinsichtlich der angebotenen Wetten wesentlich unterscheidet, ist es für 888 Holdings und andere Plattform-Anbieter relativ leicht, die notwendigen Anpassungen für den amerikanischen Markt zu machen. Aber 888 Holdings möchte sich langfristig mit der eigenen Marke in den USA auch im Endkundengeschäft etablieren.

Die entscheidende Frage ist, ob organisches Wachstum ausreicht, um in den nächsten Jahren den hart umkämpften amerikanischen Sportwetten- und Glücksspielmarkt zu durchdringen. Gegen die großen Player dürfte es für 888 Holdings nicht ganz einfach sein zu bestehen. Das bedeutet aber nicht, dass 888 Holdings chancenlos ist. Der amerikanische Markt könnte noch größer werden als der europäische. Wenn 888 Holdings dann einen Marktanteil im zweistelligen Prozentbereich erobern könnte, wäre das schon gigantisch. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg, zumal es aktuell durch die ungelöste Gesundheitskrise noch diverse Schwierigkeiten gibt, vor allem im Sportwetten-Geschäft. Die seriösen Online Casinos sind weitgehend unbeeinflusst geblieben von der Krise. Aber das Geschäft mit reinen Online-Glücksspielen wird wahrscheinlich etwas langsamer wachsen als das Sportwetten-Geschäft.

In vielen Bundesstaaten ist es jetzt schon möglich, Sportwetten online und offline anzubieten. Schon bald sollen über 30 Bundesstaaten passende Gesetze für das Sportwetten-Geschäft verabschieden. Die Dynamik des amerikanischen Glücksspielmarktes ist beeindruckend und vermutlich wird sich in den nächsten ein bis zwei Jahren entscheiden, wie der Markt über das nächste Jahrzehnt verteilt wird. 888 Holdings steht vor großen Herausforderungen, aber der Konzern könnte davon profitieren, dass alles, was gerade in den USA passiert, etwas langsamer in den letzten beiden Jahrzehnten auch in Europa stattgefunden hat. Aber als in Europa der Glücksspielmarkt im Internet eine ähnliche Größe hatte wie aktuell in den USA, war die Konkurrenz doch wesentlich kleiner für ambitionierte Unternehmen wie 888.

Lokale Kooperationen sinnvoller als großer Deal?

Ein Problem aus Sicht von Itai Pazner ist die Komplexität eines großen Kooperationsdeals. Es sei schwer abzuschätzen, ob sich eine Kooperation wirklich lohnen würde. Vielleicht sei es deswegen die bessere Idee, viele kleine lokale Partner in den USA zu haben, um das organische Wachstum zu unterstützen. Die Idee klingt gut, aber der zusätzliche organisatorische Aufwand sollte nicht unterschätzt werden. Wenn es sehr viele kleine Partnerunternehmen gibt, muss ein erheblicher personeller Aufwand betrieben werden, um langfristig funktionierende Kooperationen zu gewährleisten. Eventuell gibt es auch so etwas wie einen Mittelweg. Warum nicht in jedem Bundesstaat einen Kooperationspartner haben, der schon viele Jahre lang präsent ist? William Hill hat sich für die ganz große Nummer entschieden und ist am Ende zur Belohnung gleich aufgekauft worden. Aber 888 Holdings kann einen komplett anderen Weg gehen und trotzdem sehr erfolgreich sein. Vielleicht kommt aber alles auch ganz anders und es kommt irgendwann ein großer amerikanischer Glücksspielkonzern, der 888 Holdings übernehmen. Auch das kann nicht ausgeschlossen werden, den 888 Holdings ist ein börsennotierter Konzern und wenn ein größerer Konkurrent beschließt, 888 Holdings zu kaufen, dürfte es nicht ganz einfach sein, diesem Wunsch zu widerstehen. Das hat sich zuletzt bei mehreren großen Fusionen und Übernahmen gezeigt. In jedem Fall wird es spannend sein zu sehen, wie sich 888 Holdings auf dem amerikanischen Markt in den nächsten Jahren schlagen wird.

Letztes Update am 29.10.2020
Online CasinoCasino BonusCasino Spiele vonLizenz
200 % bis zu 300 €
  • Playtech
  • Netent
  • Microgaming
  • Blueprint
  • Gibraltar
  • Großbritannien
JETZT SPIELEN

 

Kauf von William Hill für europäischen Markt?

Während im Moment zahlreiche Konzerne und Unternehmen dabei sind, ihre Aktivitäten in den USA auszubauen, könnte 888 Holdings vielleicht das ganz große Geschäft in Europa machen. Nachdem Caesars Entertainment William Hill übernommen hat, möchte der amerikanische Glücksspielkonzern das europäische Geschäft von William Hill sofort wieder verkaufen. 888 Holdings ist einer der potenziellen Käufer. Im Moment ist das allerdings noch alles Theorie, denn die Übernahme von William Hill ist noch nicht abgeschlossen. Zudem wäre eine gewaltige finanzielle Anstrengung von 888 Holdings nötig, um den größeren Konkurrenten William Hill zu übernehmen. Allerdings könnte 888 Holdings dann in Europa das schaffen, was bislang in den USA nicht gelungen ist durch eine Kooperation: den Marktanteil erheblich vergrößern. William Hill gehört zu den großen Konzernen der Glücksspielbranche in Europa. Die Übernahme würde 888 Holdings zahlreiche neue Wettbüros, viele neue Online-Kunden und sogar einige neue Märkte in Europa bescheren. Vielleicht muss sich 888 Holdings in den nächsten Jahren auch auf einen Markt konzentrieren.

Eine Übernahme von William Hill wäre mit zahlreichen strategischen Anpassungen verbunden. Vielleicht wären dann nicht mehr die nötigen Ressourcen verfügbar, um parallel auf dem US-Markt das große Rad zu drehen. Welche Entscheidung besser wäre, muss am Ende der Vorstand von 888 Holdings entscheiden. Klar ist nur, dass das europäische Geschäft von William Hill demnächst zum Verkauf steht. Wenn 888 Holdings nicht zuschlägt, wird es einen anderen Interessenten geben, der das nötige Geld aufbringt. Auch wenn der US-Markt vor dem großen Durchbruch steht, bleibt der europäische Glücksspielmarkt auf absehbare Zeit ein lukratives Geschäft.