Im Verfahren gegen Mike Postle liegt eine erste bedeutende Entscheidung vor. Pokerstar Postle war von rund 80 Spielern der Stone Gambling Hall verklagt worden. Anwalt Mac VerStandig vertritt diese Spieler. Er reichte im Oktober 2019 eine Sammelklage über 30 Millionen US-Dollar ein. Nun bewilligte Richter William B. Shubb die Anträge, die zur Abweisung der Klage führten.  Damit wurde nicht nur die Klage gegen den mutmaßlichen Poker-Betrüger Mike Postle abgewiesen, sondern auch die gegen Justin Kuraitis, den Direktor des Turniers sowie die Stone Gambling Hall. In der Begründung heißt es, dass „... geltend gemachte Schäden von Natur aus spekulativ sind“. Darüber hinaus führt Richter Shubb an, dass unter kalifornischem Recht die Klägerforderungen nicht anerkannt werden können. Offensichtlich ist es den Klägern nicht gelungen ihr Verluste konkret aufzuführen. Sie schilderten stattdessen „... zahlreiche Hände, bei denen ein Betrug vermutet wurde.“ 

Mike Postle hüllt sich seit Beginn der Klage in Schweigen. Joey Ingrim will jedoch erfahren haben, dass der Poker Profi sich rechtfertigen will.

Anwalt Mac VerStandig äußerte sich zwischenzeitlich via Twitter: „Das Wort Enttäuschung ist nicht stark genug für das, was passiert ist. Aber wir werden den Kampf mit einem geänderten Plädoyer fortsetzen. In der Zwischenzeit möchte ich alle ermutigen, die ausführliche und gut geschriebene Stellungnahme des Richters zu lesen. Meine Bewunderung für meine Kunden kennt keine Grenzen.“

Live Stream erhärtete Vorwürfe

Mike Postle PokerBereits im März hatten Postle und sein Anwalt einen Antrag auf Abweisung der Klage eingereicht, da die gegnerische Partei keinen spezifizierten Betrug nachweisen konnte. „Die Klägerin beschreibt keine bestimmte Poker Hand, oder irgendein konkretes betrügerisches Verhalten, welchen irgendeinen spezifischen Schaden verursacht hat“, lautete ein Teil der Argumentation. Sie seien „schlechte Verlierer“, warfen Postle und sein Anwalt den Klägern vor. „Die Schlussfolgerung, dass ein gewinnender Spieler betrügt, ist ein Gedankensprung, den vermutlich viele Verlierer haben.“

Vor Postle hatte bereits die Stone Gambling Hall eine Abweisung der Klage eingereicht. Bei dem Rechtsstreit handele es sich um „... die älteste Beschwerde von Zockern,“ gaben die Anwälte des Casinos an. Damit spielen sie auf die langläufige Behauptung an, dass Niederlagen im Spiel ausschließlich durch Betrug zustande kommen. Außerdem stellten sie klar, dass keine Haftung auf Seiten der Stone Gambling Hall gäbe, „... nur weil Mike Postle zu viele Hände von ihnen gewann.“ Darüber hinaus betonte das Casino, dass es keinen Gewinn aufgrund des „Glücks“ einzelner Spieler verbucht hätte und lediglich einen Tisch bereit stellte. Demnach lag es an den Klägern, bzw. jedem einzelnen von ihnen, ob sie spielen und wenn ja wie lange. Auch ihre Investition in die jeweiligen Hände lag einzig und allein an den Spielern. 

Mac VerStandig äußerte sich damals verstört: „Ich finde es bedauerlich, dass meine Klienten als schlechte oder frustrierte Verlierer dargestellt werden.“ Schließlich kamen die Vorwürfe gegen das Casino und Mike Postle nicht von ungefähr. Laut Statistik war Postles Winrate ein absoluter Ausreißer. Durch den Live Stream konnte darüber hinaus festgehalten werden, dass der US-Amerikaner in verschiedenen Händen sehr ungewöhnliche Lines spielte. Es machte den Eindruck, als verfügte der Poker Profi über ein exaktes, geradezu perfektes Wissen. Die Vermutung lag nahe, dass Postle alle Hole Cards kannte. Gestützt wurde diese Annahme dadurch, dass er fortwährend auf sein Smartphone starrte, das auf seinen Beinen lag.  Obendrein war er in keinem anderen Cash Game bisher erfolgreich.

Indizien gegen Postle konnten nicht überzeugen

Veronica Brill, alias „Angry Polak“ war die erste, die ihren Verdacht öffentlich via Twitter äußerte und gleichzeitig schwere Vorwürfe erhob. Sie ließ ihrem Frust freien Lauf und äußert enorme Zweifel an Mike Postle und seinem Spiel. Er spielte sehr aggressiv, behauptete Angry Pollak, und er warf immer genau dann weg, wenn er geschlagen war. Außerdem bezahlte er, wenn er die beste Hand hielt, hatte sie festgestellt. Sie war nicht die Einzige, die der Meinung war, dass Mike Postle Informationen von außen zugespielt bekam. Um ihre Behauptungen zu bekräftigen, lud Veronica Brill eine Reihe verdächtiger Hände ins Netz. Hierbei sind die Meinungen allerdings unterschiedlich, bzw. gehen weit auseinander. Es gibt manche, die glauben, dass die Art und Weise von Postles Spiel tatsächlich verdächtig war. Auf der anderen Seite sind viele davon überzeugt, dass ein guter Live Spieler aufgrund von Reads möglicherweise bessere Informationen hat. 

Informationen über Hole Cards oder Soul Reads - diese Frage rund um das Live Spiel von Mike Postle in der Stone Gambling Hall beschäftigte monatelang die Poker Community. Gespannt erwartete sie den Auftakt des Prozesses um diesen Betrugsskandal, der in seiner Form tatsächlich einmalig ist.

„Ich schätze, er gewinnt viele Hände beim Poker. Ich selbst spiele nicht, weil ich hauptsächlich verliere. Wir wissen aber nicht, wie die Fakten aussehen. Ich kann nur sagen: Wenn ich Poker spiele, verliere ich fast jede Hand, von daher weiß ich, dass solche Glücks- und Pechsträhnen möglich sind," sagte Postles Anwalt vor Prozessbeginn und gab dadurch bereits seine Strategie bekannt, mit der er das Gericht überzeugen wollte. Faktische Beweise gab es bei dieser Verhandlung nicht, auch wenn sich die Poker Community noch so sehr darum bemüht hatte und die Indizien wahrlich erdrückend schienen. Für das Gericht waren diese Indizien nicht überzeugend.

Letztes Update am 17.07.2020
Online CasinoCasino BonusCasino Spiele vonLizenz
100 % bis zu 500 € + 75 FreispieleBonuscode: Extra25
  • Netent
  • Playngo
  • Playtech
  • Pragmatic
  • Quickspin
  • Thunderkick
  • MGA
JETZT SPIELEN