Neuer Glücksspielvertrag könnte Nutzung illegaler Angebote antreiben

Casino-Chips und Richterhammer

Das klassische Glücksspiel in Deutschland wurde mit Inkrafttreten des neuen Glücksspielvertrags deutlich eingeschränkt. In vielen Städten mussten Spielhallen bereits schließen, andernorts kämpfen die Betreiber vor Gericht um Ausnahmeregelungen. Nun werden sowohl regional als auch bundesweit Stimmen laut, die auf die möglichen Risiken des neuen Gesetzes hinweisen. Während es vonseiten der Politik ins Leben gerufen wurde, um in erster Linie Spielsuchtgefährdete, Kinder und Jugendliche vor der Gefahr zu schützen, sehen Kritiker nun einen möglichen Anstieg des illegalen Glücksspiels.

Der Automatenverband betonte noch einmal, dass davon auszugehen sei, dass die neuen strengeren Gesetze die Spieler zusehends in die illegalen Casinos treiben. Schon jetzt wird in manchen Städten darauf verwiesen, dass die Spieler auf Online Casinos ausweichen. Während auf regionaler Ebene die Einschränkungen deutlich spürbar sind, können Gamer uneingeschränkt Casino online spielen. Doch auch hier stellt sich die Frage, ob legale deutsche Online Casinos dabei stets die erste Wahl sind.

Spielhallen werden zur Schließung gezwungen

Mit dem neuen Gesetz werden von Nord- bis Süddeutschland zahlreiche Spielhallen zur Schließung gezwungen. Laut dem seit Juli geltenden Gesetz dürfen die Spielhallen nicht mehr so nah beieinander stehen. Außerdem wird zu Schulen und anderen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche ein Mindestabstand von mehreren Hundert Metern vorgeschrieben. Wie umfassend dieser tatsächlich ist, kann jedes Bundesland selbst entscheiden. In Sachsen beträgt er 250 Meter, womit er in dem östlichen Bundesland noch relativ gering ist. Trotzdem trifft es auch die sächsischen Spielhallen hart. Derzeit wird davon ausgegangen, dass wohl die Hälfte aller Standorte in Sachsen schließen muss. Aktuell gibt es in Sachsen 327 Casinos und Spielhallen. Wie der Branchenverband der Automatenwirtschaft, der die Region Berlin und Ostdeutschland vertritt, erklärte, stehen damit allein in Sachsen etwa 2000 Arbeitsplätze vor dem Aus. Unzählige Menschen bangen damit derzeit um ihre Existenz.

Illegale Spielstätten nehmen stark zu

Für den Automatenverband sind die negativen Folgen des Glücksspielstaatsvertrags deutlich zu erkennen. Die Zahl der illegalen Spielstätten wird demnach rasant ansteigen und für viele Spieler zur wichtigen Zuflucht werden. Im Fokus des Branchenverbandes stehen vor allem Gaststätten, in denen Automaten aufgestellt werden. Die Gäste können hier weitgehend uneingeschränkt spielen.

Für die Gaststätten haben sich die Automaten zu einer wichtigen Einnahmequelle entwickelt. Sie verdienen damit schon jetzt einen Großteil des Geldes. Doch das Automatenangebot in den Gaststätten beinhaltet Gefahren. Zum einen können die Spieler hier unter Alkoholeinfluss spielen, zum anderen haben die Mitarbeiter keine entsprechenden Schulungen erhalten.

Nach Einschätzungen des Branchenverbands dürfe nicht der Mindestabstand darüber entscheiden, ob eine Spielhalle bestehen bleibt. Vielmehr soll die Qualität ausschlaggebend sein. Demnach könne beispielsweise anhand einer freiwilligen TÜV-Zertifizierung ein Rückschluss auf die Qualität gegeben werden. In diesem Punkt erfährt der Automatenverband auch Unterstützung von der Landesstelle Sachsens, die sich mit Suchtgefahren auseinandersetzt. Allerdings kommt von der Stelle auch Kritik. Demnach sei die Skandalisierung der aktuellen Situation nicht angebracht.

Tatsächlich hatten die Spielhallenbetreiber mehrere Jahre Zeit, um sich auf das neue Gesetz einzustellen und gegebenenfalls nach einem neuen Standort zu suchen. In erster Linie sorgt das Gesetz dafür, dass die Dichte der Spielhallen deutlich sinkt. Suchtberater und Präventionsexperten sehen darin einen wichtigen Schritt. Sie betonen aber auch, dass es erforderlich sei, ebenso gegen die illegal aufgestellten Automaten vorzugehen. Derzeit wird in Deutschland nach Angaben der Bundeszentrale, die sich mit gesundheitlicher Aufklärung auseinandersetzt, davon ausgegangen, dass die Anzahl der als kritisch zu betrachtenden Spieler bei rund 456.000 Personen liegt.

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Von Stefan Hoenig | 24. September 2018 | Kategorien: Glücksspiel-Gesetzgebung |

Über den Autor: Stefan Hoenig

Stefan Hoenig
"Ein Online Casino ist die faire Alternative zu einer Spielhalle". Auszahlungsquoten von 95% und mehr in einer virtuellen Spielbank beweisen das. Auch von daher interessiere ich mich für das Glücksspiel im Internet - und mein Interesse geht sogar soweit, dass ich darüber schreiben kann und werde.

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