Die britische Advertising Standards Authority (ASA) hat neue Standards veröffentlichen, die dazu beitragen sollen, dass ein besserer Kinder- und Jugendschutz bei Werbekampagnen für Glücksspiel in Großbritannien umgesetzt wird. Auf der Basis wissenschaftlicher Studien, in denen die Wirkung von Werbekampagnen für Glücksspiel auf Menschen unter 18 Jahre untersucht wird, wurden neue Vorgaben entwickelt. In erster Linie geht es bei den neuen Standards um eine  bessere praktische Umsetzung der bereits existierenden gesetzlichen Regeln für Glücksspiel-Werbung.

Neue Standards für Glücksspiel-Werbung im Überblick

Glücksspiel-Anbieter sollen sich in Zukunft unter anderem an den folgenden Standards orientieren, um bei der Werbung sicherzustellen, dass sie nicht zu einem Problem für Minderjährige wird:

  • Verzicht auf Werbung, die sich gezielt an Minderjährige richtet.
  • Keine Testimonials verpflichten, die besonders attraktiv sind für Minderjährige.
  • Nur Personen in der Werbung auftreten lassen, die ein Mindestalter von 25 Jahren haben.

Das sind nachvollziehbare und vernünftige Standards, an die sich verantwortungsvolle Glücksspiel-Anbieter ohnehin halten sollten. Allerdings ist der Werbemarkt mittlerweile sehr unübersichtlich geworden, sodass es an vielen Stellen auch für die Glücksspiel-Anbieter nicht ganz einfach ist, die volle Kontrolle zu behalten. Ein besonders gutes Beispiel dafür sind die Sozialen Medien.

Besondere Herausforderung bei Facebook und Co.

Advertising Standards AuthorityFür einen Glücksspiel-Anbieter, der in den Sozialen Medien wirbt, ist es eine besondere Herausforderung, die Werbung so zu platzieren, dass Minderjährige nicht versehentlich zur Zielgruppe werden. Mittlerweile geht dies bei Facebook und Co. relativ gut, aber oft sind es Agenturen, die im Auftrag der Glücksspiel-Anbieter die Werbekampagnen umsetzen. Die Glücksspiel-Anbieter müssen somit verstärkt darauf achten, dass die Agenturen den Schutz von Minderjährigen ernstnehmen. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigen, dass das längst nicht immer der Fall ist. Leichter dürfte der Einfluss von Influencern auf Youtube und Co. zu kontrollieren sein.

Influencer sind oft für junge Menschen interessant

Im Netz gibt es mittlerweile viele Influencer, die auf YouTube, Instagram, Twitch und diversen anderen Plattformen Werbung für bestimmte Produkte machen. Auch im Casino-Bereich gibt es eine große Gruppe von Influencern, die Geld damit verdienen, für Casino-Spiele oder bestimmte Casinos Werbung zu machen. Das läuft nicht immer über einen direkten Auftrag seitens der Glücksspiel-Anbieter. Aber trotzdem haben die Online Casinos Einfluss darauf, wer mit Werbung Geld verdienen kann. Es sollte im Eigeninteresse der Glücksspiel-Anbieter liegen, die Influencer, die sich gezielt an junge Menschen wenden, aus dem Spiel zu nehmen.

Advertising Standards Authority kann keine verbindlichen Standards vorgeben

Die Advertising Standards Authority (ASA) ist eine Organisation, die von der britischen Werbeindustrie finanziert und betrieben wird. Diese Institution erarbeitet seit 1962 immer wieder neue Standards und Regelungen für die britische Werbeindustrie. Grundsätzlich handelt es sich nur um Vorschläge, da die ASA keine Gesetze oder Verordnungen beschließen kann. Aber der Einfluss der ASA ist hoch, nicht zuletzt weil die Werbeindustrie mit der freiwilligen Selbstbeschränkung dafür sorgen möchte, dass der Gesetzgeber möglichst wenig tätig wird. In den vergangenen Jahrzehnten hat das zumeist gut funktioniert. Ob die Selbstbeschränkung auch beim nicht ganz leicht zu überschauenden Online-Glücksspiel ausreichen wird, muss die Zukunft zeigen.