Die Universität Bremen hat zusammen mit dem renommierten ISD den Glücksspielsurvey 2021 durchgeführt und die Ergebnisse nun vorgestellt. In der großen Umfrage ging es darum, Daten und Fakten für die Glücksspielforschung zu ermitteln. Eine der wichtigsten Sponsoren der Untersuchung, die jährlich durchgeführt wird, ist der Deutsche Lotto- und Totoblock. Der Ansatz ist einfach: Mit dem Glücksspielsurvey soll nicht nur der aktuelle Status ermittelt werden. Es geht auch darum, Veränderungen und Entwicklungen zu erkennen. Nicht zuletzt ist dies auch wichtig, um eine moderne Glücksspielregulierung umzusetzen. Die Umfrage wurde telefonisch und über das Internet durchgeführt. Insgesamt gab es 12.303 Interviews.

Glücksspiel ist populär in Deutschland

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Beim Glücksspielsurvey 2021 ist herausgekommen, dass 29,7 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland innerhalb eines Jahres zumindest einmal an einem Glücksspiel, das mit einem Geldeinsatz verbunden ist, teilgenommen haben. Mit Abstand vorne liegen die staatlichen Lotterien. Unter den Lotterien ist das klassische Lotto 6aus49 (19,3 Prozent) weit vorne. Das ist ein Stück weit überraschend, denn der Eurojackpot (10,7 Prozent), der mit einigem Abstand folgt, bietet noch höhere Gewinnmöglichkeiten. Der überraschende Dritte sind die Rubbellose, die immerhin von 7,1 Prozent der Befragten mindestens einmal im Jahr genutzt worden. Die restlichen Glücksspielarten kommen zusammen auf einen Wert von unter vier Prozent.

Die oft diskutierten Online-Casinos spielen im Gesamtüberblick nur eine untergeordnete Rolle. Interessant ist, dass 12,1 Prozent der Befragten ausschließlich das stationäre Glücksspiel nutzen. Dahingegen gaben 9,7 Prozent der Befragten an, ausschließlich im Internet Glücksspiele zu nutzen. In beiden Welten sind gerade einmal 6,1 Prozent unterwegs. Das deutet darauf hin, dass es eine relativ klare Trennung gibt zwischen den Glücksspiel-Fans, die das klassische Glücksspiel nutzen und den moderneren Glücksspiel-Fans, die im Internet unterwegs sind. Eine sogenannte „schwere Störung durch Glücksspiele“ betrifft gerade einmal 0,5 Prozent der Befragten. Diese Zahl sollte man im Hinterkopf behalten, wenn wieder einmal über den Spielerschutz und Problemspieler diskutiert wird.

Spielerschutz wird von vielen Befragten positiv bewertet

Die meisten Glücksspiel-Fans fühlen sich gut oder sogar sehr gut informiert. Immerhin gaben dies 78,3 Prozent der Befragten im Glücksspielsurvey an. Die meisten Spieler kennen sich mit den Eigenschaften des Glücksspiels aus und fühlen sich gut aufgeklärt über die Risiken. Allerdings wird im Glücksspielsurvey 2021 auch deutlich, dass die Spieler, die ein Problem haben, größtenteils nicht für die Aufklärungskampagnen empfänglich sind. Gerade die Spieler, die besonderen Schutz brauchen, werden nicht erreicht. Das ist ein grundlegendes Problem, das dringend adressiert werden muss. Vielleicht ist es doch nicht die beste Idee, Spielerschutz-Maßnahmen mit der Rasenmäher-Methode umzusetzen? Wenn nur ein kleiner Teil der Glücksspiel-Fans ernste Problem kommt, wären gezielte Maßnahmen wahrscheinlich besser.

Viele Experten plädieren schon seit langem dafür, die Problemspieler deutlich gezielter zu unterstützen. Es hilft in der Praxis nicht viel, wenn das Glücksspielangebot für alle Spieler unattraktiver gemacht wird. Die Problemspieler finden trotzdem Wege und Möglichkeiten, online und offline zu spielen. Dabei zeigt sich häufig, dass die Problemspieler bei illegalen Anbietern landen, die keinen guten Spielerschutz haben. Im schlimmsten Fall werden die Spiele nicht einmal fair veranstaltet, sodass die Problemspieler nicht einmal eine theoretische Chance haben, gelegentlich als Gewinner hervorzugehen. Wäre es nicht sinnvoll, Geld zu investieren in Programme, die den Problemspielern gezielt helfen?

Glücksspielsurvey 2021 ist gute Basis für Diskussion

Es ist wichtig, dass eine Untersuchung wie der Glücksspielsurvey der Universität Bremen und des ISD regelmäßig durchgeführt werden. Nur auf der Basis von Daten und Fakten lässt sich ermitteln, welche Maßnahmen zur Glücksspielregulierung gut funktionieren. Bedauerlicherweise spielt die Wissenschaft bei der Regulierung des Glücksspiels nicht immer die Hauptrolle. Oft geht es darum, einen Interessenausgleich zwischen Glücksspielgegnern und Glücksspielbefürwortern herzustellen. Dieser Interessenausgleich ist nicht immer mit einer vernünftigen Lösung verbunden. Vielleicht gelingt es beim nächsten Glücksspielstaatsvertrag, auch aufgrund von Untersuchungen wie dem Glücksspielsurvey, auf der Basis von Fakten eine bessere Glücksspielregulierung zu schaffen. Nicht zuletzt würde dies auch den besonders gefährdeten Problemspielern helfen.