Deutschland erhöht die Subventionen für Videospiele. Der Deutsche Bundestag hat entschieden, dass der Bund im Jahr 2023 insgesamt 70 Millionen Euro zur Verfügung stellt, um Spielehersteller zu unterstützen. Das ist eine Steigerung um 20 Millionen Euro. Der Grund für die Steigerung ist, dass das bisherige Programm, mit dem Videospiel-Entwickler dazu ermutigt werden sollen, in Deutschland Firmen zu gründen, ein voller Erfolg ist. Die Anzahl der Firmen, die Videospiele herstellen, ist innerhalb der letzten beiden Jahre in Deutschland um 26 Prozent gestiegen. Die Anzahl der Arbeitsplätze ist um zwölf Prozent nach oben gegangen. Aufgrund des hohen Wachstums ist das jährige Budget an Grenzen gestoßen, die nun ausgedehnt werden.

Videospiele in Deutschland – Erfolge mit Subventionen

Videospiel Fussball

Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren nicht unbedingt den Ruf erworben, ein brillanter Standort für die Digitalisierung und andere moderne Themen zu sein. Aber es gibt eine interessante Ausnahme, die nicht ausreichend gewürdigt wird. Die Entwicklung von Videospielen ist in Deutschland in den letzten Jahren erheblich gefördert worden. Die Videospiel-Branche ist weltweit seit Jahren ein großer Wachstumsmarkt. Aber in Deutschland gab es lange Zeit das Problem, dass fähige Unternehmer nicht die nötigen Rahmenbedingungen vorfanden. Das hat sich zumindest an einigen Standorten geändert. Besonders wichtig ist zudem, dass der Bund finanzielle Förderung zur Verfügung stellt. Gerade für Startups ist das enorm wichtig, denn Videospiel-Hersteller benötigen eine Weile, bis schwarze Zahlen geschrieben werden.

Die Entwicklung eines Videospiels dauert oft Monate, manchmal sogar Jahre. Für Firmengründer ist das eine problematische Situation, denn wer bezahlt die Gehälter und Rechnungen, wenn keine Einnahmen generiert werden? Die Subventionen dienen dazu, eine vielversprechende Branche aufzubauen und zu unterstützen, die ohne Investitionskapital keine Chance hätte. Langfristig hat die Videospiel-Branche ein gigantisches Potenzial. Die größten Unternehmen der Branche werden für viele Milliarden an den Börsen gehandelt. Warum sollte es nicht auch in Deutschland möglich sein, Videospiel-Giganten aufzubauen? Im Grunde genommen handelt es sich bei den Subventionen für die Videospiel-Branche um Industriepolitik. Der Staat investiert in Unternehmen, um internationale Konkurrenzfähigkeit zu ermöglichen. In anderen Staaten ist das im Videospiel-Bereich schon seit Jahrzehnten üblich.

Demnächst Steuererleichterungen für die Videospiel-Branche?

Die bisherigen Subventionen haben den gewünschten Erfolg gebracht. In Zukunft könnte es aber sein, dass ein etwas anderes Modell angewendet wird. Videospiel-Verbände sprechen sich mittlerweile teilweise für besondere Steuererleichterungen für Firmengründer in der Videospiel-Branche aus. Das wäre durchaus eine Option, die aber letztlich nur dann funktioniert, wenn genügend Risikokapital zur Verfügung steht. Eines scheint aber sicher: Die Nachfrage nach staatlichen Subventionen, in welcher Form auch immer, wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Solange am Ende gesunde Unternehmen entstehen, die viele Jahre lang Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen, ist das ganz im Sinne des Staats.

Langfristig soll Deutschland einer der besten Standorte für Videospiel-Firmen werden. Es gibt keinen Grund, warum das nicht gelingen sollte. Videospiele können in Deutschland genauso gut hergestellt werden wie in Japan, den USA und jedem anderen halbwegs modernen Land. Wichtig ist, dass die fähigen Leute, die dazu bereit sind, ins Risiko zu gehen und Unternehmen zu gründen, unterstützt werden. In Deutschland gibt es zwar eine starke Unternehmenskultur, aber eher im Bereich Maschinenbau und weniger im Bereich Software. Das ändert sich schrittweise, auch durch sinnvolle Programme wie die Subventionen für die Videospiel-Industrie.

Auch Glücksspielbranche hat großes Potenzial

Glücksspielanbieter wie die Gauselmann-Gruppe und Gamomat haben in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass es auch in Deutschland möglich ist, Unternehmen in der Glücksspielbranche zu gründen, die international erfolgreich sind. Es ist nicht unbedingt zu erwarten, dass der Staat die Glücksspielbranche fördert. Aber vielleicht ist das auch gar nicht erforderlich, denn es gibt genügend Kapital innerhalb der Branche. Was ein Stück weit fehlt, sind die Gründerinnen und Gründer, die sich trauen, in Deutschland einen Spielehersteller aufzubauen. Ein Spielehersteller im Glücksspielbereich ist genauso wie ein Videospiel-Hersteller letztlich auch nichts anderes als ein Software-Unternehmen. Da es mittlerweile legale Online Casinos gibt, ist die Basis für Spielehersteller im Glücksspielbereich zumindest deutlich besser als noch vor einigen Jahren.