Die staatlichen Spielbanken haben den Umsatz in den ersten drei Quartalen des Jahres 2022 deutlich steigern können, im Vergleich zum Vorjahr. Der Bruttospielertrag ist mit 384,1 Millionen Euro wesentlich höher ausgefallen. In den ersten drei Quartalen 2021 lag der Bruttospielertrag bei 133,9 Millionen Euro. Allerdings muss der Fairness halber angemerkt werden, dass das Jahr 2021 für die staatlichen Spielbanken und alle landbasierten Glücksspielanbieter in Deutschland schwierig war. Das Jahr 2022 ist das erste halbwegs normale Jahr nach der Gesundheitskrise für die Glücksspielbranche. Allerdings ist unklar, wie sich die Situation in den nächsten Monaten entwickeln wird. Die wirtschaftliche Entwicklung ist in Deutschland problematisch und das könnte sich auch auf die Glücksspielbranche auswirken.

Staatliche Spielbanken zeigen klaren Aufwärtstrend

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Früher wurden alle Spielbanken in Deutschland vom Staat betrieben. Aber in den letzten Jahrzehnten sind diverse Spielbanken privatisiert worden, sodass die staatlichen Spielbanken mittlerweile nur noch einen Ausschnitt des Gesamtmarkts darstellen. Trotzdem lässt sich an den Bilanzen der staatlichen Spielbanken gut ablesen, wie die aktuelle Situation des Glücksspielmarkts ist. Eine Steigerung des Bruttospielertrags um fast 187 Prozent ist in jedem Fall eine positive Nachricht. Auch die staatlichen Spielbanken verfügen nicht über unbegrenzte wirtschaftliche Ressourcen. Zwar ist während der Gesundheitskrise in den staatlichen Spielbanken niemand entlassen worden. Aber irgendwann würde sich auch bei den staatlichen Glücksspielanbietern die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellen.

Einstweilen sieht aber alles danach aus, dass sich die Situation langfristig erholen wird. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist erfüllt: Die Nachfrage nach Glücksspiel ist hoch. Nachdem sich die Lage insgesamt normalisiert hatte, konnten die Spielbanken überall registrieren, dass die Glücksspiel-Fans zurückkamen. Es gibt noch ein bisschen Luft nach oben, um die Umsätze zu erreichen, die vor der Gesundheitskrise möglich waren. Aber zumindest langfristig sollte es möglich sein, neue Rekorde zu erreichen. Kurz- und mittelfristig könnten aber wirtschaftliche Probleme dazu führen, dass auch die Spielbanken in Mitleidenschaft gezogen werden. An den aktuellen Zahlen lassen sich die wirtschaftlichen Probleme noch nicht ablesen. Aber in den kommenden Quartalen könnte sich das ändern.

Staatliche Spielbanken bald wieder unter Druck?

Wirtschaftskrisen können für Glücksspielanbieter zwei grundsätzlich unterschiedliche Folgen haben. Mitunter passiert es, dass in Wirtschaftskrisen die Glücksspiel-Fans dazu tendieren, mehr zu spielen, um dem Glück ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Aber wenn die wirtschaftliche Not zu groß wird, kann es auch passieren, dass nicht genügend Geld da ist, um einen Besuch in einer Spielbank zu finanzieren. Es ist völlig unklar, welche Art von Wirtschaftskrise aktuell vorhanden ist. In anderen Bereichen wird durchaus deutlich, dass die Menschen mehr sparen und weniger ausgeben. Es ist aber unklar, ob sich das auch in den Spielbanken bemerkbar machen wird.

Bis zum Beweis des Gegenteils wird man in der Glücksspielbranche positiv bleiben. Ein Grund dafür ist, dass es immer noch einen großen Nachholbedarf gibt. Viele Glücksspiel-Fans konnten ihrem Hobby während der Gesundheitskrise nicht frönen. Legale Online-Casinos gab es damals noch nicht. Erst seit dem 1. Juli 2021 gibt es die rechtlichen Rahmenbedingungen, um in Deutschland Online-Spielautomaten legal anzubieten. Das hat viele Glücksspiel-Fans nicht davon abgehalten, trotzdem im Internet zu spielen. Aber mit einem komplett legalen Online-Glücksspielmarkt ist die Situation dann doch ein bisschen anders. Gerade die Glücksspiel-Fans, die früher nur in den landbasierten Spielbanken und Spielhallen unterwegs waren, tendieren nun eher dazu, auch das Online-Glücksspiel auszuprobieren.

Spielbanken bleiben nicht nur in Deutschland gefragt

Angesichts der zahlreichen Nachrichten zum Thema Online-Casinos und Online-Spielautomaten wird mitunter übersehen, dass das landbasierte Glücksspiel unverändert das Rückgrat der Glücksspielbranche ist. Ohne Spielbanken und Spielhallen geht in Deutschland nichts. Auch in anderen Ländern ist es fast durchweg so, dass das terrestrische Glücksspiel wesentlich höhere Umsätze erzielt als das Online-Glücksspiel. Muss das immer so bleiben? Ganz sicher nicht. Aber solange ganze Generationen der Glücksspiel-Fans in Zeiten aufgewachsen sind, in denen es noch kein Internet gab, wird der vollständige digitale Wandel in der Glücksspielbranche auf sich warten lassen. Und davon werden auch die staatlichen Spielbanken in Deutschland noch lange profitieren.