Was macht ein Spieler, der in der Schweiz in allen Spielbanken gesperrt ist und trotzdem gerne eine Spielbank besuchen möchte? Bislang lautete die Antwort: nach Liechtenstein fahren! Doch in Zukunft können sich gesperrte Spieler die Fahrt sparen, denn die Schweiz und Liechtenstein haben sich darauf verständigt, dass gefährdete Spieler in Zukunft grenzüberschreitend gesperrt werden. Das neue Abkommen soll sicherstellen, dass Problemspieler sich ihrer Sperre nicht durch einen einfachen Grenzübertritt entledigen können. Der Ansatz ist gut und pragmatisch. Allerdings haben die gesperrten Spieler auch nach dem Abkommen noch Optionen zur Verfügung.

Schweiz und Liechtenstein sperren gemeinsam Spieler

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Wenn Spieler sich selbst in Schwierigkeiten bringen, weil sie sich nicht unter Kontrolle haben, gibt es ein einfaches Mittel: die Spielsperre. In der Schweiz wird genauso wie Liechtenstein schon seit Jahren von diesem Mittel ausgiebig Gebrauch gemacht. Die schweizerischen Spielbanken sperren genauso wie die Liechtensteiner Spielbanken Problemspieler. Die Sperren sind hervorragend geeignet, um die Spieler vor sich selbst zu schützen. Doch vor allem im Grenzgebiet zwischen diesen beiden Ländern hat sich in den letzten Jahren ein Problem gezeigt, das mit einem neuen Abkommen gelöst werden soll. In Zukunft wird es nicht mehr möglich sein, eine Spielsperre durch einen Grenzübertritt auszuhebeln.

Die Schweiz und Liechtenstein haben sich darauf verständigt, die Daten der gesperrten Spieler untereinander auszutauschen. Damit wird gewährleistet, dass ein Spieler, der in der Schweiz gesperrt ist, nicht nach Liechtenstein einfahren kann, um dort eine Spielbank zu besuchen. Umgekehrt kann ein Spieler aus Liechtenstein in Zukunft nicht mehr in der Schweiz spielen, wenn in Liechtenstein eine Spielsperre vorliegt. Der sogenannte Spieltourismus soll zumindest für die gesperrten Spieler auf diese Weise beendet werden. Da Problemspieler sich selbst erheblich schaden können, ist das neue Abkommen ein begrüßenswerter Schritt zur Verbesserung des Spielerschutzes. Allerdings ist fraglich, ob das neue Abkommen reichen wird, um die gefährdeten Spieler tatsächlich auszugrenzen.

Grenzübertritt nur eine Option für gesperrte Spieler

Ein Spieler, der alle legalen Angebote in der Schweiz oder in Liechtenstein nicht mehr nutzen kann aufgrund einer Spielsperre, hat im Moment zwei Möglichkeiten, trotzdem in einem Casino zu spielen. Die erste Möglichkeit besteht darin, eines der zahlreichen Online-Casinos auf dem Schwarzmarkt zu nutzen. Die Schweiz sperrt zwar fleißig Online-Glücksspielanbieter. Aber mit ein wenig Motivation ist es auch in der Schweiz problemlos möglich, online zu spielen. In Liechtenstein gibt es keine Internetsperren für Online-Casinos, sodass die gesperrten Spieler jederzeit online spielen können, wenn sie über das nötige Kapital verfügen.

Aber auch im landbasierten Spiel gibt es Optionen. Beispielsweise gibt es viele schweizerische Spieler, die nach Österreich oder Deutschland reisen, um Spielbanken zu besuchen. Auch Italien kann eine interessante Option sein. Um zumindest das Problem beim terrestrischen Glücksspiel in den Griff zu bekommen, wäre eine europaweite Spielsperre sinnvoll. Doch derzeit ist es kaum vorstellbar, dass sich die europäischen Nationen beim Glücksspiel auf eine derart sinnvolle Maßnahme verständigen könnten. Dabei wäre eine europaweite Spielsperre, die online und offline gelten müsste, wahrscheinlich der denkbar größte und wichtigste Beitrag zum Spielerschutz. Immerhin prüft die Schweiz aktuell, ob auch mit anderen Ländern ähnliche Kooperationen möglich wären. Deutschland wäre ein naheliegender Kandidat, zumal in Deutschland mit dem Spielersperrsystem OASIS die nötige Infrastruktur bereits vorhanden wäre, um schweizerische Spieler wirkungsvoll in Deutschland zu sperren.

Spielsperren werden nicht ausreichend genutzt

Nicht nur in Deutschland gibt es in der Politik bei der Glücksspielregulierung oft den Ansatz, das legale Spiel möglichst unattraktiv zu machen. Dabei führt dieser Ansatz vor allem dazu, dass die Spieler in Richtung Schwarzmarkt getrieben werden. Das gilt für das Internet, aber auch für das terrestrische Glücksspiel. Die meisten Experten sind sich einig, dass Spielsperren effektive Maßnahmen sind, wenn sie richtig umgesetzt werden. Besonders wichtig ist dabei, dass möglichst viele Spielangebote erfasst werden, am besten grenzübergreifend. Gerade beim Online-Glücksspiel wäre das besonders wichtig. Wirkungsvolle Spielsperren könnten eine gute Basis sein, um die legalen Online-Casinos in Deutschland, aber auch in der Schweiz und anderen Ländern attraktiver zu machen, da die gefährdeten Spieler wirkungsvoll vor den Angeboten geschützt werden können.