Viele Spielhallen-Betreiber in Deutschland erleben aktuell einen enormen wirtschaftlichen Druck. Das größte Problem sind die hohen Energiekosten. Aber auch die steigenden Kosten für Spielgeräte könnten sich in naher Zukunft zu einem erheblichen Problem entwickeln. Nachdem die meisten Spielhallen-Betreiber in Deutschland die Gesundheitskrise gerade noch überstanden haben, könnte bald das große Spielhallen-Sterben beginnen. Vielen Glücksspiel-Fans ist nicht bewusst, wie schwierig es für Spielhallen-Betreiber ist, auf höhere Kosten zu reagieren. In anderen Branchen ist es problemlos möglich, die Preise zu erhöhen. Aber ein Spielhallen-Betreiber hat an dieser Stelle keine oder nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Deswegen geht aktuell das Gespenst der Existenzangst in der Glücksspielbranche um.

Spielhallen-Betreiber in Deutschland unter Druck

Spielbanken und Spielhallen Casino image

Es gab Zeiten, in denen es mehr Spaß gemacht hat, in Deutschland Spielhallen zu betreiben. In den letzten Jahrzehnten ist die Regulierung kontinuierlich verschärft worden, sodass die Einnahmenseite geschrumpft ist. Trotzdem war es bis zur Gesundheitskrise fast überall in Deutschland möglich, ein gutes Auskommen mit Spielhallen zu erzielen. Durch die Gesundheitskrise haben viele Spielhallen-Betreiber ihre wirtschaftlichen Reserven aufgebraucht. Doch mittlerweile läuft das Geschäft wieder gut. Die Gäste sind zurück und die Umsätze sind fast überall wieder auf dem alten Niveau. Aber nun gibt es das nächste Problem: Durch die steigenden Kosten in allen Bereichen steigt auch der Kostenapparat für die Spielhallen-Betreiber.

Ein riesiges Problem sind dabei die Energiekosten. Die Spielautomaten sind elektrische Geräte, die während der gesamten Öffnungszeit laufen. Der Stromverbrauch ist erheblich und neben der Miete und den Personalkosten der wichtigste Kostenfaktor. Wenn die Strompreise nach oben schießen, führt dies direkt dazu, dass der Gewinn, den die Spiele bringen, sinkt. Im ungünstigsten Fall kann es sogar sein, dass Verluste entstehen. In Deutschland sind viele Spielhallen-Betreiber in den letzten Monaten bereits in die Verlustzone geraten. Viele Unternehmen würden an dieser Stelle entweder die Kosten reduzieren oder die Einnahmenseite durch eine Preiserhöhung optimieren. Doch beide Stellschrauben sind für die meisten Spielhallen-Betreiber nicht oder kaum relevant. Der Grund dafür ist, dass durch die strenge Glücksspielregulierung kaum Spielraum vorhanden ist für Veränderungen.

Spielhallen-Betreiber können Preise nicht erhöhen

In deutschen Spielhallen sind die Regeln zwar von Land zu Land unterschiedlich. Aber nahezu überall gilt, dass der Spieleinsatz in irgendeiner Form begrenzt ist. Auch die Anzahl der Spielautomaten, die in einer Spielhalle stehen dürfen, ist üblicherweise limitiert. Somit kann ein Spielhallen-Betreiber nicht einfach den maximalen Spieleinsatz anheben oder mehr Spielautomaten aufstellen, um die Einnahmenseite nach oben zu treiben. Faktisch dürfte es so sein, dass die meisten Spielhallen-Betreiber keine Möglichkeit haben, die Umsatzseite erheblich zu verändern. Nicht einmal Werbung ist in den meisten Bundesländern gestattet. Somit ist es in der Praxis auch kaum machbar, die Anzahl der Kunden zu vergrößern. Es gibt wenige Branchen, die so streng reguliert sind wie das terrestrische Glücksspiel.

Wenn die Kosten steigen und die Einnahmenseite gleich bleibt, führt dies dazu, dass die Gewinne sinken. Das verstehen auch Glücksspiel-Fans ohne Mathematikstudium. Und wenn ein Unternehmen regelmäßig Verluste einfährt, führt dies dazu, dass die Existenz gefährdet ist. Bei kleinen Spielhallen-Betreibern kann dies sehr schnell gehen. Wenn Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können, ist normalerweise die Insolvenz die direkte Konsequenz. Viele Spielhallen in Deutschland werden allerdings von größeren Unternehmen oder sogar Konzernen geführt, die über ein wesentlich besseres finanzielles Polster verfügen. Doch irgendwann stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Eines scheint sicher: Ohne staatliche Unterstützung, insbesondere bei den Energiepreisen, werden viele Unternehmen in Deutschland in Schwierigkeiten geraten. Zu diesen Unternehmen gehören auch zahlreiche Spielhallen.

Online-Casinos weniger hart von Krise getroffen

Auch in den legalen Online-Casinos in Deutschland ist es nicht möglich, den Umsatz durch Preiserhöhungen in irgendeiner Form zu erhöhen. Aber die Betreiber der legalen Online-Casino sind auf der Kostenseite nicht annähernd so schlimm betroffen wie die Konkurrenz im terrestrischen Glücksspiel. Zwar steigen auch die Kosten im digitalen Bereich, aber letztlich bleibt die Kostensteigerung überschaubar. Deswegen könnte die aktuelle Krise dazu führen, dass das Online-Glücksspiel insgesamt gestärkt wird. Je weniger Spielhallen verfügbar sind, desto besser ist dies für die Betreiber von Online-Spielhallen. Das terrestrische Glücksspiel hat sich in den letzten Jahren als weit weniger krisenfest erwiesen als das Online-Glücksspiel.