Der Hamburger Automaten-Verband (HAV) hat sich auf der jüngsten Mitgliederversammlung klar positioniert. Das neueste Ziel ist es, die Glücksspielregulierung in Deutschland dahingehend zu verändern, dass in allen Spielhallen zwölf Spielgeräte zur Verfügung stehen. Früher war es üblich, dass jede Spielhalle zwölf Spielautomaten anbieten durfte. Doch bei der letzten Regulierungsänderung wurde die Anzahl auf acht Spielgeräte reduziert. Das ist für viele Spielhallen-Betreiber ein Problem, da die Einnahmen deutlich zurückgegangen sind. Mit einer Veränderung der Glücksspielregulierung soll erreicht werden, dass die Spielhallen-Betreiber, die in den letzten Jahren schwierige Zeiten erlebt haben, wieder ein solides wirtschaftliches Fundament aufbauen können.

Hamburger Automaten-Verband will zwölf Spielautomaten

Spielhalle

Die Situation für Spielhallen-Betreiber hat sich in Hamburg in den letzten Jahren erheblich verschlechtert. Früher gab es einmal 400 Konzessionen für Spielhallen. Aktuell sind noch 124 Konzessionen übrig. An diesen Zahlen wird der Kahlschlag deutlich, der in Hamburg stattgefunden hat. Der Abbau zahlreicher Spielhallen ist ein großes Problem für die gesamte Branche. Aber mindestens genauso schwerwiegend ist für die verbleibenden Spielhallen-Betreiber, dass es mit den aktuellen Regeln schwierig ist, ordentliche Gewinne zu erwirtschaften. Mit gerade einmal acht Spielgeräten ist es kaum möglich, regelmäßig gute Umsätze zu erwirtschaften. Wenn nur acht Spielgeräte vorhanden sind, bedeutet dies konkret, dass nur acht Spieler gleichzeitig aktiv sein können in einer Spielhalle.

Mit der Begrenzung auf acht Spielautomaten liegt Hamburg im bundesweiten Vergleich weit vorne. Üblich ist die Begrenzung auf zwölf Spielgeräte. Die Erfahrungen aus anderen Bundesländern zeigen, dass es mit zwölf Spielautomaten möglich ist, einen vernünftigen Wirtschaftsbetrieb zu gewährleisten, jedenfalls in normalen Zeiten. Aber auch in Hamburg kann man sich kaum noch daran erinnern, wann die Zeiten zum letzten Mal normal waren. Durch die Gesundheitskrise haben die Spielhallen-Betreiber bereits erhebliche Verluste erlitten. Es ist mit der aktuellen Glücksspielregulierung nur bedingt machbar, Substanz aufzubauen für schwierige Zeiten. Wer kann schon garantieren, dass die Gesundheitskrise nicht bald zurückkommt oder in ganz neuer Form auftritt? Unternehmen müssen so geführt werden können, dass mehr Geld erwirtschaftet wird, als für den laufenden Betrieb erforderlich ist.

Politik gefordert bei Glücksspielregulierung in Hamburg

Ohne die Politik wird die gewünschte Änderung bei der Anzahl der Spielgeräte in Spielhallen nicht zustande kommen. Auf juristischem Wege sind bereits alle Mittel ausgeschöpft worden, um dieses Ziel zu erreichen. Doch die Hamburger Gerichte haben sich nicht auf die Seite der Glücksspielbranche geschlagen. Das ist auch nachvollziehbar, denn letztlich sollte es eine Frage für die Politik sein, wie Spielhallen reguliert werden. Bedauerlicherweise gibt es aber nicht nur in Hamburg in den letzten Jahren den Trend, die Regulierung immer strenger zu gestalten. Der Hamburger Automaten-Verband kämpft für eine vernünftige Glücksspielregulierung, bei der ein pragmatischer Spielerschutz umgesetzt wird. Das Argument ist einfach: Je kleiner das legale Angebot ist, desto größer sei der Anreiz, Glücksspiele auf dem Schwarzmarkt zur Verfügung zu stellen.

Eine aktuelle Studie von Jürgen Trümper behauptet, dass in Hamburg das illegale Glücksspiel aktuell enorm erfolgreich sei. Ein Grund dafür ist aller Wahrscheinlichkeit nach, dass die Glücksspielregulierung zu streng ist. Letztlich kann der Spielerschutz nur funktionieren, wenn die Spieler die legalen Angebote nutzen, die einen vernünftigen Spielerschutz umsetzen. Wenn aber die Attraktivität des legalen Angebotes so niedrig ist, dass die Spieler auf dem Schwarzmarkt aktiv werden, schadet das vor allem den Problemspielern, die auf besonderen Schutz angewiesen sind. Das legale Spiel soll in Hamburg nach dem Willen des HAV nicht nur durch mehr Spielautomaten, sondern auch durch eine höhere Attraktivität zu einer besseren Konkurrenz für den Schwarzmarkt werden. Bedauerlicherweise ist es nicht ganz einfach, diese Argumentation der Politik zu vermitteln.

Online-Casinos mit deutscher Lizenz als zusätzliche Konkurrenz

Für die Spielhallen-Betreiber in Hamburg und im Rest der Republik sind die Online-Casinos mit deutscher Lizenz (Erlaubnis) ein zusätzliches Problem. Zwar gab es auch schon früher Online-Casinos, aber erst der neue Glücksspielstaatsvertrag hat legale Online-Casinos in Deutschland möglich gemacht. Und selbstverständlich gibt es in den Online-Casinos mit deutscher Lizenz deutlich mehr als acht oder zwölf Online-Spielautomaten. Eines scheint klar: Die goldenen Zeiten für Spielhallen-Betreiber sind vorbei.