Game, der Verband der deutschen Games-Branche, sieht gute Chancen, dass die neu gewählte Koalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP in Deutschland die Voraussetzungen für die Videospiele-Hersteller verbessern wird. Dabei geht es vor allem darum, dass die Videospiele-Branche auf Fördermittel angewiesen ist. Gerade die kleinen Spielehersteller, die nicht viel mehr als eine gute Idee haben, brauchen einen langen Atem, um ein marktreifes Spiel zu entwickeln. Darüber hinaus ist es aber auch wichtig, dass die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um qualifizierte Spieleentwickler für den Standort Deutschland zu begeistern.

Spielehersteller-Verband Game sieht neue Koalition positiv

Videospiel Fussball

Die politischen Rahmenbedingungen sind für letztlich für alle Branchen wichtig. Aber gerade die Videospiele-Industrie hat mit Argusaugen auf die letzte Bundestagswahl geschaut. In den letzten Jahren hat sich die Situation für die Videospiele-Hersteller in Deutschland zwar an einigen Standorten deutlich verbessert. Aber es gibt noch viel Luft nach oben. Die neue Koalitionsvereinbarung zeigt nun nach Einschätzung von Game, dem Verband der deutschen Games-Branche, aber eine positive Richtung. Grundsätzlich streben die Koalitionsparteien an, Deutschland als Standort für Spielehersteller zu stärken. Die bereits bestehenden Förderprogramme sollen weitergeführt und zum Teil auch ausgebaut werden. Darüber hinaus sollen Esport-Vereine die Gemeinnützigkeit zugesprochen bekommen. Das wären wichtige Schritte, um die Situation für Spielehersteller in Deutschland zu verbessern.

Warum sind Videospiele-Hersteller darauf angewiesen, staatliche Fördermittel zu bekommen? Dies gilt selbstverständlich nicht für jedes Unternehmen. Aber für viele Videospiele-Hersteller gilt, dass vor allem die ersten Jahre auf dem Markt enorm schwierig sind. Die Entwicklung eines modernen Videospiels dauert Monate oder Jahre. In dieser Zeit verdient ein Startup-Unternehmen kein Geld und ist deswegen auf Investoren oder staatliche Förderprogramme angewiesen. Staatliche Förderprogramme haben für die Videospiele-Hersteller den Vorteil, dass keine Abhängigkeiten entstehen. In vielen anderen Ländern gibt es ebenfalls Förderprogramme für Videospiele-Hersteller, denn das grundsätzliche Problem gibt es überall. Gäbe es keine Förderprogramme, hätten es junge Unternehmen sehr schwer, Fuß auf dem lukrativen Markt zu fassen.

Ausbau der Digitalisierung gut für Spielebranche

Einer der positiven Aspekte des neuen Koalitionsvertrags ist, dass die Digitalisierung in Deutschland endlich Fahrt aufnehmen soll. Ein wichtiger Faktor ist, dass in den nächsten Jahren der Zugang zu Breitband-Internet flächendeckend ausgebaut werden soll. Das bisherige Ausbautempo war beschämend für ein Industrieland. Aber nun soll sich einiges ändern und davon könnten auch die Spielehersteller profitieren. Nach wie vor gibt es Regionen in Deutschland, die keinen Zugang zu Breitband-Internet haben. Wie soll in diesen Regionen ein findiger Jungen-Unternehmer seine ersten Schritte machen? Darüber hinaus spielt es aber auch eine Rolle, dass die potenziellen Kunden schnelles Internet zur Verfügung haben müssen, um die besten und modernsten Spiele nutzen zu können. Langsame Internetzugänge bremsen das Wachstum der Spielebranche aus.

Viele Spielehersteller werden zudem nach wie vor von unnötig viel Bürokratie ausgebremst. Die großen Spielehersteller können damit gut umgehen. Aber auch an dieser Stelle werden wieder vor allem die Unternehmensgründer ausgebremst. Deswegen ist es wichtig, dass die neue Koalition sich darauf verständigt hat, Bürokratie insgesamt abzubauen. In anderen Ländern ist es möglich, Unternehmen online zu gründen. In Deutschland dauert es in manchen Kommunen Wochen oder Monate, bis eine Unternehmensgründung vollständig abgewickelt worden ist. Es gibt viele Verbesserungen, aber zumindest scheint die Ampel-Koalition die Probleme erkannt zu haben. Nun muss sich zeigen, ob die neue Regierungskoalition auch dazu in der Lage ist, die Probleme zu lösen.

Auf Glücksspielbranche könnte profitieren

Der Auswahl der Digitalisierung und des Breitband-Netzes ist generell für alle Unternehmen, die online unterwegs sind, vorteilhaft. Auch der neue Online-Glücksspielmarkt könnte davon profitieren, dass das Internet in Deutschland ausgebaut werden soll. In der Praxis muss sich allerdings zeigen, wie schnell der Ausbau erfolgt. Pläne gibt es schon lange, aber bislang war die Umsetzung doch meist mangelhaft. Für Online-Casinos und Online-Buchmacher ist es wichtig, dass ein einfacher und reibungsloser Zugang zum Internet überall und jederzeit möglich ist. Allerdings werden bei den Online-Glücksspielen nicht die ganz großen Datenmengen verschickt, sodass es einen strukturellen Vorteil gegenüber der Videospiele-Branche gibt. Für die Glücksspielbranche ist im Moment besonders wichtig, dass die ersten Lizenzen für Online-Casinos auf den Weg gebracht werden. Allerdings deutet im Moment vieles darauf hin, dass die ersten Casino-Lizenzen nicht mehr in diesem Jahr ausgestellt werden. Der Fairness halber muss aber angemerkt werden, dass die neue Ampel-Kollektion daran keine Schuld trägt.