Der Spielehersteller Playtech hat die Zahlen für das erste Halbjahr 2022 vorgelegt. Dabei hat das Unternehmen alle Prognosen übertroffen. Besonders gut ist das B2B-Geschäft gelaufen. Das italienische Tochterunternehmen Snaitech hat hervorragend abgeschnitten. Mittlerweile wird sogar diskutiert, ob der lange geplante Verkauf von Snaitech vielleicht doch nicht stattfinden wird. Angesichts der aktuellen Zahlen wäre es wohl nicht die schlechteste Idee, das Unternehmen zu behalten. Playtech ist einer der bekanntesten Spielehersteller der Welt. Auch in den Online-Casinos sind die Playtech-Spiele seit Jahrzehnten weit verbreitet.

Playtech liefert vorzügliche Halbjahresbilanz

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Der Umsatz von Playtech ist im ersten Halbjahr 2022 um 73 Prozent auf 792,3 Millionen Euro gewachsen. Das ist deutlich mehr als ursprünglich prognostiziert war. Der Gewinn vor Steuern und Kosten (EBITDA) lag bei 203,8 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung um vierundsechzig Prozent. Der Nettogewinn konnte sogar um 73 Prozent auf 94,3 Millionen Euro gesteigert werden. Das sind glänzende Zahlen, die Playtech erzielen konnte, obwohl das erste Halbjahr 2022 von zahlreichen übergeordneten wirtschaftlichen Problemen dominiert war. Das B2B-Geschäft in Europa sowie in Nord- und Südamerika ist vorzüglich gelaufen. Vor allem in den USA sieht der CEO Mor Weizer immenses Wachstumspotenzial in den nächsten Monaten und Jahren. Der junge Online-Glücksspielmarkt steht noch am Anfang, zumal viele Bundesstaaten noch keine Regulierung für Online-Casinos geschaffen haben.

Derzeit entstehen zahlreiche neue Online-Casinos in den Bundesstaaten, die bereits eine Regulierung des Online-Glücksspiels haben. Dadurch ergeben sich viele attraktive Möglichkeiten für gut aufgestellte Spielehersteller wie Playtech. An den aktuellen Zahlen wird deutlich, dass Playtech klar auf Wachstumskurs ist. Das dürfte sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern. Er ist davon auszugehen, dass Playtech speziell durch den amerikanischen Markt sogar noch schneller wachsen kann als zuletzt. Das Kerngeschäft bleiben dabei die Glücksspiele. In Italien ist Playtech mit Snaitech erstaunlich gut aufgestellt. Snaitech konnte den Umsatz um 182 Prozent auf 446 Millionen Euro steigern. Noch wichtiger: Snaitech konnte sogar mehr Umsatz erzielen als im ersten Halbjahr 2019, also im letzten Jahr, bevor die Gesundheitskrise zu erheblichen Verwerfungen führte.

Playtech online und offline stark aufgestellt

Vielen Glücksspiel-Fans ist nicht bewusst, dass Playtech nicht nur ein Hersteller von Online-Glücksspielen ist. Das Unternehmen produziert auch Spiele für stationäre Glücksspielanbieter. Der Umsatz mit Online-Glücksspielen ist im ersten Halbjahr 2022 bei Playtech sogar leicht gesunken, und zwar um fünf Prozent auf 117,5 Millionen Euro. Dahingegen konnte der Umsatz im stationären Glücksspiel auf 312,7 Millionen Euro gesteigert werden. Im ersten Halbjahr 2021 lag der Umsatz im stationären Glücksspiel für Playtech nur bei 23,4 Millionen Euro. Die komplett veränderten Rahmenbedingungen im Jahr 2022 haben dazu geführt, dass viele Glücksspiel-Fans wieder die stationären Angebote genutzt haben.

Das dürfte auch dazu geführt haben, dass das Online-Glücksspiel zumindest teilweise etwas nachgelassen hat. Während es im letzten Jahr ein großes Problem für Playtech war, dass das stationäre Glücksspiel nicht gut lief, ist es in diesem Jahr ein großer Vorteil, dass Playtech online und offline stark aufgestellt ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass Playtech in vielen verschiedenen Märkten aktiv ist. Besonders gut gelaufen sind im letzten Jahr etwa die Niederlande und Mexiko. Im Gegensatz dazu sind die asiatischen Märkte, die Playtech bedient, weniger gut gelaufen. Große Hoffnungen setzt Playtech auf Brasilien. Schon bald soll es auch in Brasilien legale Online-Casinos geben. Playtech ist breit aufgestellt und kann deswegen die Schwankungen auf den unterschiedlichen Märkten bemerkenswert gut kompensieren. Nur wenn, so wie in der Gesundheitskrise, alle Märkte in Mitleidenschaft gezogen werden, hat Playtech, genauso wie die restliche Glücksspielbranche, ein Problem.

Starke Aussichten für Playtech

Playtech fokussiert sich komplett auf das Glücksspielgeschäft. Nach dem Verkauf von Finalto, einem Trading-Unternehmen, an Gopher Investments ist Playtech ausschließlich im traditionellen Kerngeschäft unterwegs. Allerdings kann sich einiges ändern bei Playtech, denn eine Übernahme durch TTB-Partners ist nach wie vor möglich. Auch andere Investmentfirmen haben den gut aufgestellten Spielehersteller im Blick. Die aktuellen Zahlen führen allerdings dazu, dass Playtech deutlich teurer geworden sein dürfte. Ob das finanzkräftige Konzerne, die auf der Suche sind nach einem Top-Spielehersteller, aufhalten wird, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.