Playtech hat das Übernahmeangebot von Aristocrat abgelehnt. Waren die 2,8 Milliarden Dollar, die der Konzern für eine Übernahme geboten hat, tatsächlich zu wenig? Die Aktionäre von Playtech waren dieser Meinung und haben das Angebot nicht angenommen. Das bedeutet, dass Aristocrat und auch die Aristocrat Casinos vor der schwierigen Aufgabe steht, Alternativen auf dem US-Markt zu finden. Playtech ist einer der größten Spielehersteller. Das Unternehmen bietet eine breite Palette an Dienstleistungen und Produkten für die Glücksspielbranche an. Viele Glücksspiel-Fans, die in erster Linie in Online Casinos unterwegs sind, kennen vor allem die Playtech-Slots. Aber das Unternehmen ist deutlich breiter aufgestellt. Genau deswegen wollte Aristocrat Playtech kaufen.

Aristocrat scheitert mit Übernahmeversuch deutlich

Aristocrat Spielautomaten

Für Aristocrat ist die geplatzte Übernahme von Playtech eine große Niederlage. Der australische Glücksspielanbieter wollte mit Playtech die Voraussetzungen auf dem US-Markt deutlich verbessern. Daraus wird nun nichts. Letztlich ist die Übernahme deutlich gescheitert, denn Aristocrat hätte eine Zustimmungsquote von 75 Prozent seitens der Playtech-Aktionäre erreichen müssen. Am Ende stimmten aber 45 Prozent der Playtech-Aktionäre gegen die Übernahme. Knapp war das Ergebnis somit nicht. Für die Analysten an den Börsen war die geplatzte Übernahme für Aristocrat kein Problem. Immerhin stieg die Playtech-Aktie unmittelbar nach der Bekanntgabe der Nachricht um satte fünf Prozent. Deutlich weniger euphorisch waren die Investoren von Aristocrat, die nun auf den nächsten Versuch des Vorstands warten müssen, ein ähnliches Unternehmen wie Playtech zu übernehmen. Allerdings dürfte das nicht ganz einfach sein, denn Unternehmen wie Playtech gibt es nicht wie Sand am Meer. Playtech ist in einer Zeit entstanden, als die Online Casinos noch Download-Casinos waren. Speziell in Europa war es damals noch so, dass es kaum mehr Angebote als die Playtech-Casinos und die Microgaming-Casinos gab.

Somit haben viele Glücksspiel-Fans, die schon lange online unterwegs sind, umfangreiche Erfahrungen mit den Playtech-Casinos gesammelt. Mittlerweile dominieren die Browsercasinos den Markt, in denen viele unterschiedliche Spielehersteller ihre Games zum Portfolio beitragen. Aber nach wie vor ist Playtech bestens aufgestellt beim Online-Glücksspiel. Darüber hinaus hat das Unternehmen aber unter anderem auch im Sportwetten-Geschäft ein wichtiges Standbein entwickelt.

Playtech-Aktionäre verhindern Übernahme im letzten Moment

Wenn die Aktionäre eines Unternehmens gefragt werden, ob sie einer Übernahme zustimmen, sind die wesentlichen Details bereits ausgehandelt worden. Das bedeutet, dass der Vorstand von Playtech davon ausgegangen sein muss, dass das Angebot von Aristocrat attraktiv war. Ansonsten wäre es nie zur Abstimmung unter den Playtech-Aktionären gekommen. Die gescheiterte Übernahme ist somit auch eine Niederlage für den Playtech-Vorstand, der sich mit seiner Empfehlung letztlich nicht durchsetzen konnte. Bei künftigen Übernahmeversuchen wird sich der Vorstand an dieses Ereignis erinnern und vermutlich ein bisschen genauer in die Investoren-Gemeinde hineinhorchen, um ein ähnliches Fiasko zu verhindern.

Es gibt noch weitere Interessenten für Playtech, die nach der gescheiterten Übernahme durch Aristocrat nun noch einmal ganz genau hinschauen werden. Völlig klar ist, dass das Angebot höher sein muss, wenn die Playtech-Aktionäre zustimmen sollen. Die Frage ist am Ende dann wohl, wieviel höher das Angebot sein muss. Unter Analysten war das Aristocrat-Angebot als durchaus fair bewertet worden. Aber Playtech ist ein umworbenes Unternehmen, das vor allem auf dem schnell wachsenden US-Markt einige Vorteile mit sich bringt. Aristocrat will in Zukunft in den USA wachsen und die Übernahme von Playtech hätte dieses Wachstum deutlich beschleunigt. Nun muss sich der australische Glücksspielanbieter umschauen, um eine gute Alternative zu Playtech zu finden.

US-Glücksspielmarkt begünstigt Übernahmen

Durch den lukrativen US-Glücksspielmarkt ist viel Bewegung in die Branche gekommen. Große Übernahmen, wie das geplante Geschäft zwischen Aristocrat und Playtech, entstehen auch deswegen, weil derzeit ein erbitterter Kampf um Marktanteile in den USA läuft. Die Glücksspielanbieter, die sich in naher Zukunft am besten aufstellen, können wahrscheinlich langfristig profitieren. Playtech kann nun noch eine Weile lang die begehrte Tochter aus bestem Hause spielen, bis der nächste Kaufinteressent vor der Tür steht.