Die Aktionäre des Glücksspielanbieters Playtech haben die Übernahme von Finalto durch ein Konsortium, das von der Barinboim Group angeführt wurde, abgelehnt. Die Ablehnung ist die Voraussetzung dafür, dass Gespräche mit Konkurrenten des Konsortiums geführt werden konnten. Der Hintergrund ist, dass die Barinboim Group ein Angebot in Höhe von 171 Millionen Euro abgegeben hatte, aber Gopher Investments, einer der Aktionäre von Playtech, ein Angebot in Höhe von 214 Millionen Dollar ins Spiel gebracht hatte. Durch dieses Angebot war der Verkauf an die Barinboim Group zunächst verzögert worden. Doch das Angebot der Barinboim Group wurde von den Aktionären abgelehnt. Und dann kam es zum Paukenschlag.

Playtech verkauft Finalto an Gopher Investments

Playtech

Der Glücksspielanbieter Playtech hat bekannt gegeben, dass Gopher Investments Finalto für 214 Millionen Dollar erwirbt. Damit übernimmt der Teilhaber von Playtech den Finanzdienstleister. Der Verkauf von Finalto hat sich über mehrere Monate hingezogen, auch weil Playtech anfangs skeptisch war bezüglich des Angebots von Gopher Investments. Erst nach einem gründlichen Hintergrundcheck konnte der Deal letztlich abgewickelt werden. Aufgrund des hohen Kaufpreises, der im Vergleich zum Angebot der Barinboim Group erzielt werden konnte, hatte es sich letztlich gelohnt, den langen Weg zu gehen. Zwischendurch sind allerdings einige Scherben zerschlagen worden. Der Vorstand hatte den Deal mit der Barinboim Group bereits zugestimmt, bevor die Aktionäre das Angebot ablehnten. Das ist eher unüblich, denn normalerweise achtet ein Vorstand sehr genau darauf, dass eine Empfehlung nur dann kommt, wenn eine Zustimmung wahrscheinlich ist. Bei der Barinboim Group dürfe man nicht besonders begeistert sein von der

Entscheidung der Aktionäre von Playtech. Immerhin war das Konsortium nur gegründet worden, um Finalto zu übernehmen. Mittlerweile ist das Konsortium wieder aufgelöst worden. Aber die Kosten, die durch die gesamte Prozedur entstanden sind, ersetzt den Teilnehmern niemand. Angesichts der Summen, die bewegt werden, muss sich aber auch niemand Sorgen machen um die Unternehmen, die am Konsortium beteiligt waren. Der komplette Verkauf von Finalto an Gopher Investments soll im ersten Halbjahr 2022 abgeschlossen werden. Es gibt einige Hürden, die auf diesem Weg noch genommen werden. Nicht zuletzt müssen auch die zuständigen Regulierungsbehörden zustimmen. Allerdings ist man sich bei Playtech sicher, dass die Regulierungsbehörden den Deal nicht ablehnen werden. Dieses Thema hatte anfänglich dafür gesorgt, dass Gopher Investments nicht zum Zuge kommen sollte. Doch eingehende Prüfungen haben den Vorstand von Playtech zu der Überzeugung gebracht, dass es keine Probleme mit den Behörden geben wird.

Playtech konzentriert sich auf Glücksspielgeschäft

Finalto ist ein lukratives Unternehmen, mit dem Playtech bis zuletzt gute Geschäfte gemacht hat. Allerdings ist Finalto in der Finanzwelt unterwegs und damit in einer ganz anderen Branche aufgestellt als das restliche Portfolio von Playtech. Finalto war einst von Playtech erworben worden, um das Portfolio zu verbreitern. Doch mittlerweile ist man im Vorstand zu der Einsicht gekommen, dass es besser ist, die Kernkompetenzen zu betonen und nicht viele unterschiedliche Geschäftsfelder zu pflegen, die am Ende nicht viel miteinander zu tun haben. Ein wichtiger Faktor dürfte dabei sein, dass der Glücksspielmarkt weltweit in den letzten Jahren enorm gewachsen ist, vor allem im Online-Geschäft. Die Online-Spielbanken sind für Playtech wesentlich wichtiger als noch für zehn Jahren.

Welche Pläne Gopher Investments genau mit Finalto hat, ist nicht bekannt. Aber Finalto ist ein rentables Unternehmen, sodass ein qualifizierter Besitzer durchaus dazu in der Lage sein sollte, das Geschäft auch in Zukunft mit großem wirtschaftlichem Erfolg zu führen. Der hohe Kaufpreis war nicht zuletzt auch deswegen möglich, weil Finalto gute Aussichten hat, in den nächsten Jahren attraktive Gewinne abzuwerfen. Für Playtech bringt der Erlös, der mit dem Verkauf von Finalto erzielt wird, die Möglichkeit, weiter in das Glücksspielgeschäft zu investieren. Es gibt viele interessante Märkte, auf denen Playtech expandieren will. Lateinamerika, die USA, Kanada, aber auch diverse europäische Länder bieten die Möglichkeit, im Glücksspielbereich zu wachsen. Playtech ist einer der großen Glücksspielanbieter weltweit und schon jetzt sehr gut aufgestellt.

Playtech ist mehr als ein Spielehersteller

Viele Glücksspiel-Fans in Deutschland kennen Playtech vor allem als Spielehersteller. Es ist noch nicht lange her, dass Playtech den Online-Glücksspielmarkt in Europa mit wenigen Konkurrenten teilte. Als es noch Download-Casinos gab, waren die Playtech-Casinos qualitativ das Maß aller Dinge. Doch die Download-Casinos sind weitgehend verschwunden und Playtech hat sich angepasst. Nun gibt es Spiele von Playtech in den modernen Browsercasinos. Playtech bietet aber mehr als nur Online-Glücksspiele in allen Varianten. Auch Sportwetten, Bingo und das gesamte restliche Spektrum des Glücksspiels wird von Finalto bearbeitet.

Für Online-Spieler ist es vielleicht überraschend zu erfahren, dass Finalto auch im stationären Glücksspiel unterwegs ist. Playtech ist vielfältig aufgestellt und konnte davon nicht zuletzt auch in der Gesundheitskrise profitieren. Die Ausfälle im stationären Geschäft konnte Playtech zu großen Teilen durch gestiegene Umsätze im Online-Geschäft ausgleichen. Playtech ist ein Glücksspielanbieter, der in jeder Hinsicht modern aufgestellt ist. Ohne Finalto wird Playtech noch mehr Ressourcen für den Ausbau des Online-Glücksspiels und der Online-Sportwetten einsetzen können. Das kann für Glücksspiel-Fans und Sportwetten-Fans nur gut sein.