Der Zahlungsdienstleister Paysafe hat im ersten Quartal einen Verlust von 1,17 Milliarden Dollar gemacht. Das ist eine bemerkenswerte Zahl, die allerdings durch sogenannte Makroeffekte weitgehend erklärt werden kann. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren für Paysafe alles andere als ideal. Dass das Geschäft insgesamt trotzdem gut gelaufen ist, wird deutlich daran, dass Paysafe die eigene Umsatzprognose übertroffen hat. Der Umsatz lag im ersten Quartal bei 367,7 Millionen Dollar. Vor allem das US-Geschäft soll im restlichen Jahr dazu beitragen, dass Paysafe im Kern ordentliche Zahlen melden kann. In einigen Geschäftssegmenten gibt es noch viel Luft nach oben.

Paysafe mit großem Verlust im ersten Quartal

Paysafecard Casinos

Überragend ist das Geschäft für Paysafe im ersten Quartal 2022 nicht gelaufen. So viel lässt sich wohl ohne Zweifel feststellen, angesichts eines Verlustes von 1,17 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft ist allerdings um 10,3 Prozent auf 169,1 Millionen Dollar gewachsen. Das ist ein positives Signal, denn gerade für das US-Geschäft will Paysafe im Laufe des Jahres deutlich bessere Zahlen vorlegen. Der schnell wachsende Online-Glücksspielmarkt bietet für Paysafe interessante Chancen. Erst seit wenigen Jahren gibt es in diversen US-Bundesstaaten seriöse Online-Casinos. Das Geschäft wächst in hohem Tempo. Auch die Online-Sportwetten sind mittlerweile in einigen US-Bundesstaaten sehr populär. Paysafe bietet exzellente Zahlungsoptionen für das gesamte Online-Glücksspiel. Deswegen gibt es eine große Wachstumschance.

Aktuell muss sich Paysafe aber damit auseinandersetzen, dass die Zahlen in einigen Segmenten deutlich nach unten gegangen sind. Beim Digital Commerce ist der Umsatz um 11,4 Prozent auf 198,5 Millionen Dollar gesunken. Das Geschäft mit den E-Wallets ist um 13,4 Prozent auf 82,2 Millionen Dollar nach unten gegangen. Ein großes Problem für Paysafe waren die Umtauschkurse zwischen den diversen Währungen. Vor allem der starke Dollar dürfte Paysafe Schwierigkeiten bereitet haben. Die guten Umsatzzahlen zeigen allerdings, dass Paysafe auf Wachstumskurs bleibt. Langfristig dürfte es vor allem darum gehen, einen möglichst hohen Marktanteil in den USA zu erreichen. Wenn das gelingt, wird es auch irgendwann möglich sein, deutlich bessere Zahlen vorzulegen als im ersten Quartal 2022.

Gefallener Aktienkurs sorgt für schlechte Zahlen

Der Aktienkurs von Paysafe ist in den letzten Monaten erheblich gefallen. Das liegt allerdings nicht an Paysafe, sondern an den ungewöhnlichen Rahmenbedingungen. Die US-Notenbank versucht, durch Zinssteigerungen die Inflation zu bekämpfen. Zudem sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch diverse globale Krisen schwieriger geworden. All das führt dazu, dass die Aktienmärkte insgesamt im Sturzflug sind. Darunter leidet auch Paysafe. In der Bilanz führt dies letztlich dazu, dass ein deutlicher Verlust ausgewiesen werden muss. Faktisch ist es aber wohl so, dass der Verlust nicht bezahlt werden muss, sondern vor allem auf dem Papier steht. Sollte sich der Aktienkurs wieder ereholen, wovon zumindest mittelfristig auszugehen ist, erledigt sich dieses Problem.

Für viele Unternehmen, die in der Glücksspielbranche aktiv sind, könnten die sinkenden Aktienkurse noch zum Problem werden. Im Moment ist nicht einmal sicher, ob schon der Boden an den Aktienmärkten erreicht worden ist. Der Aktienkurs vieler Glücksspielanbieter ist in den Keller gegangen. Das könnte unter Umständen auch dazu führen, dass die eine oder andere Übernahme stattfinden wird, die vorher nicht geplant war. Auch für Paysafe ist das aktuelle Umfeld nicht ganz ungefährlich. Grundsätzlich hat sich aber vor allem das Online-Glücksspiel als krisenfest erwiesen. Davon dürfte Paysafe in den nächsten Jahren erheblich profitieren, insbesondere wenn das gesamtwirtschaftliche Umfeld wieder besser ist.

Paysafe ist mehr als nur die Paysafecard

Aufgrund des Namens verbinden viele Glücksspiel-Fans Paysafe vor allem mit Paysafecard Casinos. Aber dieses beliebte Prepaid-Zahlungsmittel ist nur eine von diversen Zahlungsoptionen, die vom Zahlungsdienstleister Paysafe angeboten werden. Besonders interessant dürfte für viele Glücksspiel-Fans sein, dass Skrill und Neteller ebenfalls zu Paysafe gehören. Der Zahlungsdienstleister Paysafe ist ursprünglich aus dem Unternehmen Neteller (siehe hier alle Neteller Casinos) hervorgegangen. Wer beim nächsten Mal in einem Online-Casino die Wahl hat zwischen Skrill, Neteller und der Paysafecard sollte sich vielleicht daran erinnern, dass es sich letztlich immer um den gleichen Zahlungsdienstleister handelt, auch wenn die Zahlungsmethoden im Detail Unterschiede aufweisen.