Auf dem Parlamentarischen Abend in Schwerin trafen sich zahlreiche Mitglieder der Glücksspielbranche mit Landespolitikern aus Mecklenburg-Vorpommern. Als Veranstalter traten die Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland e.V. (AV) und Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V. (DAW) auf. Auf der Veranstaltung, die bereits zum fünften Mal stattfand, konnten sich Unternehmerinnen und Unternehmer mit politischen Entscheidungsträgern austauschen. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern ist das wichtig, denn viele Spielhallen-Betreiber und Automatenaufsteller sind von der aktuellen Landespolitik negativ betroffen.

Spannender Parlamentarischer Abend in Schwerin

Spielhalle | Spielbank

In Mecklenburg-Vorpommern hat die Landesregierung ein klares Ziel: Die Anzahl der Spielhallen soll deutlich reduziert werden. Das ist ein großes Problem für die Glücksspielbranche, denn wenn Spielhallen schließen müssen, bedeutet dies auch, dass zahlreiche Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten oder zur Betriebsaufgabe gezwungen werden. Weiterhin verlieren viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Spielhallen ihren Job. Auch die Automatenaufsteller in Mecklenburg-Vorpommern sind betroffen. Wenn es weniger Spielhallen gibt, gibt es weniger potenzielle Kunden. Zudem wird nach Einschätzung vieler Fachleute der illegale Glücksspielmarkt gefördert, wenn die Anzahl der legalen Spielhallen deutlich reduziert wird.

Der Parlamentarische Abend kann keinen Politikwechsel initiieren. Aber es ist wichtig, dass Politikerinnen und Politiker in Mecklenburg-Vorpommern die berechtigten Anliegen der Glücksspielbranche verstehen. Das Ziel sollte es sein, eine sinnvolle Politik zu machen, die am Ende zu einem hochwertigen Spielerschutz, aber auch zu einer gut funktionierenden Glücksspielbranche führt. Beim Parlamentarischen Abend in Schwerin wurde deutlich, dass es durchaus Unterstützung aus der Politik für diese Position gibt. Als besonders wertvoll könnte sich die Zusicherung der Vizepräsidentin des Landtags, Beate Schlupp, erweisen, die der versammelten Glücksspielbranche zusicherte, eine sinnvolle Lösung anzustreben und die Dialogbereitschaft offenzuhalten.

Glücksspielbranche und Politik im Austausch

Die Glücksspielbranche hat es nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern oft schwer. Das Image der Branche ist nicht immer positiv. Deswegen ist umfangreiche Lobbyarbeit nötig, um die berechtigten Interessen in die Politik zu tragen. In der Vergangenheit hat sich oft gezeigt, dass zumindest die ungünstigsten politischen Pläne oft verhindert werden können durch einen Dialog. Am Ende geht es der Glücksspielbranche in Schwerin vorwiegend darum, Lösungen mit Augenmaß zu finden. Beim Glücksspiel gibt es generell das Problem, dass fehlende legale Angebote fast zwangsläufig dazu führen, dass illegale Angebote entstehen. Dieses Phänomen gibt es nicht nur bei den Online-Casinos, sondern auch bei den Spielhallen und Spielbanken.

Ein hochwertiger Spielerschutz ist das gemeinsame Ziel von Politik und Glücksspielbranche. Aber es bestehen teilweise doch sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Die Glücksspielbranche weist darauf hin, dass eine strenge Glücksspielregulierung oft dazu führt, dass gerade die Problemspielerinnen und Problemspieler den legalen Markt verlassen und in irgendwelchen Hinterhöfen um ihr Geld gebracht werden. Deswegen sei es wichtig, ein vernünftiges legales Angebot mit einem guten Spielerschutz zu schaffen. Wenn das legale Angebot zu klein und die Attraktivität der vorhandenen Angebote zu gering ist, schadet dies in der Praxis hauptsächlich den Spielerinnen und Spielern, die besonderen Schutz benötigen.

Online-Casinos als zusätzliches Problem für Spielhallen-Betreiber

Die restriktive Politik der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern, die nach Einschätzung von Steffen Rehr, dem stellvertretenden Vorsitzenden des AV, dazu führen kann, dass über die Hälfte aller Betriebe und mehr als 600 Arbeitsplätze verschwinden, ist nur ein Problem der Glücksspielbranche. In Mecklenburg-Vorpommern müssen sich die Spielhallen-Betreiber wie in allen anderen deutschen Bundesländern damit auseinandersetzen, dass es mittlerweile zahlreiche legale Online-Casinos in Deutschland gibt. Die legalen Online-Glücksspielanbieter sind rund um die Uhr verfügbar und für viele Glücksspiel-Fans eine Top-Alternative zu klassischen Spielhallen und Spielbanken.

Das Online-Glücksspiel ist ähnlich streng reguliert wie die Spielhallen. Den größten Unterschied gibt es bei der Verfügbarkeit. Wenn in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Spielhallen schließen müssen, bedeutet das somit nicht, dass die Glücksspiel-Fans plötzlich nicht mehr spielen. Viele Fachleute gehen davon aus, dass zumindest ein Teil des Umsatzes, der bisher im terrestrischen Glücksspiel gemacht wird, bei einem Spielhallen-Kahlschlag ins Internet wandern würde. Das wäre im Sinne des Spielerschutzes kein Gewinn. Die Glücksspielbranche in Mecklenburg-Vorpommern wäre der große Verlierer. Damit es nicht dazu kommt, ist es wichtig, dass bei Veranstaltungen wie dem Parlamentarischen Abend in Schwerin Politikerinnen und Politiker in einen Dialog mit erfahrenen Vertretern der Glücksspielbranche kommen.