Damit beim Online-Glücksspiel Geldwäsche keine Chance hat, hat der Branchenverband EGBA (European Gaming and Betting Association) neue Richtlinien veröffentlicht. Die Anti-Geldwäsche-Leitlinien sollen den Betreibern von Online-Casinos und anderen Online-Glücksspielangeboten dabei helfen, wirkungsvolle Maßnahmen umzusetzen gegen Geldwäsche. Im Grundsatz sind Online-Glücksspielanbieter anfällig für Geldwäsche, wenn keine Gegenmaßnahmen umgesetzt werden. In den letzten Jahren hat sich allerdings sehr viel in diesem Bereich getan. Die Europäische Union hat umfangreiche Programme gegen Geldwäsche aufgelegt, die sich unter anderem auch in den Lizenzen der Online-Glücksspielanbieter widerspiegeln.

EGBA stellt neue Anti-Geldwäsche-Leitlinien vor

European Gaming and Betting Association (EGBA)

Die European Gaming and Betting Association ist einer der großen Glücksspielverbände in Europa. Zahlreiche Glücksspielanbieter sind Mitglied in diesem renommierten Verband. Deswegen ist es ein starkes Zeichen, dass die EGBA neue Anti-Geldwäsche-Leitlinien veröffentlicht hat. Der Hintergrund ist dabei klar: Geldwäsche hat ein erhebliches Bedrohungspotenzial für das Online-Glücksspiel. Man stelle sich nur einmal vor, zahlreiche legale Online-Casinos fielen durch Geldwäsche auf! Der Skandal wäre derart umfangreich, dass wahrscheinlich die gesamte Glücksspielbranche in Mitleidenschaft gezogen würde. Schon aus Eigeninteresse ist es deswegen wichtig, dass die Glücksspielbranche alles tut, um Geldwäsche in jeglicher Form zu verhindern. Weil aber die Gegner Kriminelle mit hoher Energie sind, müssen entsprechend umfassende Maßnahmen umgesetzt werden.

Worum geht es bei Geldwäsche? Kriminelle versuchen, illegal erworbenes Geld zu waschen, also zu legalem Geld zu machen. Traditionell werden zu diesem Zweck Unternehmen genutzt, bei denen es nicht einfach ist, die Zahlungsströme nachzuvollziehen. Besonders beliebt waren früher Autowaschanlagen, da es für die Behörden schwer war zu überprüfen, woher die eingenommenen Gelder tatsächlich stammten. Beim Online-Glücksspiel könnten Kriminelle zum Beispiel über anonyme Zahlungsmethoden oder mit Kryptowährungen Geld einsetzen und nach der Nutzung des Geldes für einige Spiele den Gewinn oder eventuell auch den vorherigen Einsatz mit einem kleinen Verlust wieder auszahlen. Damit das nicht passiert, müssen die Online-Casinos strikte Regeln umsetzen, die auch in den Anti-Geldwäsche-Leitlinien der EGBA zu finden sind.

Legale Online-Casinos gut aufgestellt beim Schutz vor Geldwäsche

Die legalen Online-Casinos in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern betreiben erheblichen Aufwand, um Geldwäsche zu verhindern. In den Anti-Geldwäsche-Leitlinien der EGBA stehen etwa Punkte wie die Identifizierung der Kunden, eine individuelle Bewertung von Kundenrisiken, die Meldung von möglicherweise problematischen Transaktionen an die zuständigen Behörden und die lückenlose Dokumentation aller Zahlungsströme. Besonders wichtig ist, dass die Spieler bekannt sind. Die Identifizierung, die jeder Spieler in einem legalen Online-Casino bei der Anmeldung oder vor der ersten Auszahlung durchlaufen muss, dient auch dem Schutz vor Geldwäsche.
Anonyme Online-Casinos können keinen Schutz vor Geldwäsche umsetzen, da die Identifizierung der Kunden ein wesentlicher Sicherheitsaspekt ist. Wer sich darüber ärgert, dass ein Pass vorgelegt werden muss in einem Online-Casino, sollte vielleicht noch einmal in sich gehen. Letztlich dient die Identifizierung aller Kunden dem Schutz der gesamten Glücksspielbranche. Legale Online-Casinos mit starken Anti-Geldwäsche-Regeln schrecken Kriminelle wirkungsvoll ab. Dies gilt auch für Spielhallen und Spielbanken in Deutschland, bei denen ebenfalls der Schutz vor Geldwäsche eine hohe Priorität hat. Ein großer Vorteil der zunehmenden Regulierung der Online-Casinos in Europa ist, dass die Möglichkeiten für Kriminelle minimiert werden. Die Glücksspiel-Fans können ihren Teil beitragen, indem sie ausschließlich in legalen Online-Casinos spielen.

EGBA mit wichtigem Meilenstein beim Kampf gegen Geldwäsche

Die Anti-Geldwäsche-Leitlinien der European Gaming and Betting Association haben das Potenzial, zu einem europäischen Industriestandard zu werden. In den nächsten Monaten haben die Glücksspielanbieter in Europa die Möglichkeit, Vorschläge zur Verbesserung der vorgestellten Leitlinien zu machen. Die EGBA wendet sich dabei ausdrücklich auch an Glücksspielanbieter, die nicht Mitglied des Verbands sind. Schon an diesem Detail wird deutlich, wie wichtig das Thema ist. Die Glücksspielbranche kann einen wichtigen Beitrag beim Kampf gegen Geldwäsche leisten, indem die letzten noch vorhandenen Lücken geschlossen werden.
Am Ende müssen es aber vor allem die staatlichen Institutionen sein, die dafür sorgen, dass der Schutz gegen Geldwäsche möglichst gut funktioniert. Ein wichtiges Thema ist dabei auch der Kampf gegen die illegalen Glücksspielanbieter. Was nützt der beste Schutz vor Geldwäsche in den legalen Online-Casinos, wenn es zahlreiche Glücksspielanbieter auf dem Markt gibt, die keine strengen Anti-Geldwäsche-Leitlinien umsetzen? An dieser Stelle gibt es noch viel Verbesserungsbedarf.