Das illegale Glücksspiel in Österreich schlägt wieder einmal Wellen. Aktuell geht es um Oberösterreich. Der Fall um Andreas Rabl, den FPÖ-Bürgermeister von Wels, schlägt große Wellen. Dem Politiker werden Kontakte zu einem Netzwerk nachgesagt, das erhebliche Summen mit illegalem Glücksspiel in Oberösterreich in den letzten Jahren verdient haben sollen. Damit kein Missverständnis entsteht: Beim aktuellen Skandal geht es um stationäres Glücksspiel. Gerade in Deutschland entsteht mitunter auch der Eindruck, dass illegales Glücksspiel nur im Internet stattfinde. Aber das entspricht nicht der Realität. Österreich ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass das landbasierte Glücksspiel mindestens genauso anfällig ist für illegale Angebote wie das Online-Glücksspiel.

Parlamentarier wollen es ganz genau wissen

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Einige Parlamentarier haben sich zusammengetan, um dem Finanzminister eine schriftliche Anfrage zu übermitteln, in der offene Fragen zum illegalen Glücksspiel in Oberösterreich gestellt werden. Ein Blick auf die Fragen zeigt, wie prekär die Lage sein muss. Die erste und wichtigste Frage ist: Wie viele Glücksspielanbieter ohne Konzession gibt es in Oberösterreich? Die Frage für sich genommen ist fast schon ein Skandal, denn wie kann es sein, dass so etwas wie eine Statistik über die Glücksspielanbieter ohne Konzession gibt? Müssten nicht alle Glücksspielanbieter, die keine Konzession haben, umgehend geschlossen werden? In Oberösterreich scheint dies nicht der Fall zu sein. Warum das so ist, wäre vielleicht die spannendere Frage.

Die „Kajot-Gruppe“, gegen die aktuell ermittelt wird, soll angeblich 7 Millionen Euro pro Jahr in Oberösterreich mit illegalem Glücksspiel umgesetzt haben. Das ist eine gigantische Summe, wenn man sich anschaut, wie klein das Gebiet ist. Doch wie kann es sein, dass ein illegaler Glücksspielanbieter in einem derart professionellen Ausmaß agieren kann? Noch sind nicht alle Vorwürfe bestätigt und die Gerichtsverfahren stehen noch aus. Aber es spricht vieles dafür, dass Österreich vor dem nächsten großen Glücksspiel-Skandal steht. Eine Verknüpfung mit der Politik ist wahrscheinlich. Aber das dürfte die meisten Österreicher nicht aus der Fassung bringen, denn Glücksspiel, Skandal und Politik ist ein bekannter Dreiklang in Österreich, und zwar schon seit Jahrzehnten.

Hohe Nachfrage nach illegalem Glücksspiel in Österreich

Wie kann es sein, dass ein illegaler Glücksspielanbieter in Österreich gigantische Umsätze macht, obwohl es doch legale Angebote gibt? Eine Antwort auf diese Frage könnte sein, dass das legale Glücksspielangebot nicht attraktiv genug ist. Deswegen gibt es bei vielen Glücksspiel-Fans vielleicht die Bereitschaft, illegale Glücksspielangebote zu nutzen. Darüber hinaus gibt es aber auch eine Form von illegalem Glücksspiel, die den Glücksspiel-Fans nicht auffällt. Wenn Spielautomaten manipuliert werden, führt dies dazu, dass höhere Gewinne erzielt werden, ohne dass der Spieler dies zwangsläufig bemerkt. Wer führt schon genaue Statistiken beim Spielen? Aber solche Spielgeräte müssten auffallen, wenn es regelmäßige Kontrollen gäbe. Zudem müsste es auch so etwas wie Zertifizierungen in Oberösterreich geben, um genau diese Problematik zu verhindern.

Aber anscheinend ist in Oberösterreich einiges im Argen. Denn ansonsten wäre es nicht möglich, dass sich ein illegaler Glücksspielanbieter derart breitmacht und riesige Umsätze erzielt. In Österreich hat es in den letzten Jahren diverse Skandale um illegales Glücksspiel gegeben. Anscheinend ist das Alpenland ein gutes Pflaster für findige Unternehmer jenseits der Legalität. Umso wichtiger ist es nun, dass der aktuelle Skandal lückenlos aufgeklärt wird, zumal wieder einmal eine politische Verstrickung möglich scheint. Was am Ende von den Vorwürfen gegen den FPÖ-Bürgermeister übrig bleibt, bleibt abzuwarten. Auch in diesem Fall gilt die Unschuldsvermutung.

Gutes legales Glücksspielangebot wichtig

Im Internet lässt sich gut beobachten, dass die Jurisdiktionen, die attraktive Glücksspielangebote zulassen, weniger Probleme mit illegalen Glücksspielanbietern haben. Wenn die legalen Angebote sehr attraktiv sind, gibt es keine Lücken, die von den illegalen Anbietern geschlossen werden können. Vielleicht wäre das auch ein Ansatz für Österreich. In Österreich gibt es aktuell nicht einmal ein Lizenzierungssystem für Online Casinos. Dabei gibt es viele seriöse Online Casinos, die gut geeignet wären für den österreichischen Markt. Wenn sogar in Deutschland Online Casinos auf breiter Front legalisiert werden, sollte dies doch auch in Österreich möglich sein.