Im Landkreis Northeim in Niedersachsen haben die Spielhallen-Betreiber ein Problem: Die Vergnügungssteuer, die der Kreis erhebt, ist sehr hoch. Die Spielhallen-Betreiber müssen eine Steuer von 20 Prozent bezahlen. Die Vergnügungssteuer ist in Northeim in den letzten zehn Jahren um zehn Prozentpunkte gestiegen. Allerdings spiegelt sich das nicht in den Steuereinnahmen wider, denn seit Jahren sinken die Einnahmen, die über die Vergnügungssteuer erwirtschaftet werden. Die hohe Besteuerung ist für die Spielhallen-Betreiber ein erhebliches Problem, zumal in den letzten beiden Jahren die Einnahmen insgesamt deutlich niedriger waren als in den Vorjahren.

Spielhallen in Northeim noch wirtschaftlich?

Spielhalle

Jeder Unternehmer muss sich regelmäßig die Frage stellen, ob das eigene Geschäftsmodell im gewünschten Maße funktioniert. Wenn die Kosten regelmäßig höher sind als die Einnahmen, ist es sinnvoll, den Geschäftsbetrieb aufzugeben. Derzeit scheint es noch nicht ganz so weit zu sein für die Spielhallen-Betreiber in Northeim. Aber die hohe Belastung durch die Vergnügungssteuer in Kombination mit den fehlenden Einnahmen durch die Gesundheitskrise haben bei vielen Unternehmern in der Glücksspielbranche Spuren hinterlassen. Gerade bei den kleinen Spielhallen-Betreibern sind die Reserven längst aufgebraucht. Das Geschäft läuft wieder besser als in den letzten beiden Jahren. Aber von einer Normalisierung ist das Spielhallen-Geschäft in Northeim noch weit entfernt.

In anderen Branchen, die stark gebeutelt worden sind von der Gesundheitskrise, wird über Steuererleichterungen und andere Vergünstigungen diskutiert. Aber wenn es um Spielhallen geht, scheint sich niemand zuständig zu fühlen. Dabei sind die meisten Spielhallen-Betreiber kleine oder mittelständische Unternehmer, die vielen Menschen einen Arbeitsplatz bieten. Wenn eine Spielhalle geschlossen wird, führt dies auch dazu, dass die Angestellten ihren Job verlieren. Dieses Detail wird oft übersehen, wenn es um politische Entscheidungen geht. Andererseits ist der Staat oft schnell dabei, wenn es darum geht, den Gewinnanteil des Staates über Steuereinnahmen zu optimieren. Im Moment scheint es so sein, als versuche die Politik genau den Punkt zu treffen, an dem die Spielhallen-Betreiber gerade noch existieren können.

Wirtschaftskrise sorgt für Zurückhaltung bei Spielern

Die meisten Spielhallen-Besucher sind Gelegenheitsspieler, die ein bisschen Spaß haben möchten. Diese Gelegenheitsspieler verzichten auf ihr Hobby, wenn das nötige Geld nicht vorhanden ist oder für andere Zwecke gebraucht wird. Nicht nur in Northeim können die Spielhallen-Betreiber im Moment beobachten, dass die Kunden zurückhaltender sind als vor der Gesundheitskrise. Die Auswirkungen der Gesundheitskrise sind dabei aber nicht der Hauptgrund. Viel wichtiger ist, dass es aktuell in Deutschland eine wirtschaftliche Krise gibt, die dazu führt, dass viele Menschen Existenzsorgen haben. Ein Glücksspiel-Fan, der nicht sicher ist, ob der eigene Job nächste Woche noch verfügbar ist, legt das frei verfügbare Geld zurück, um einen Notgroschen zu haben für noch schlechtere Zeiten.

Nicht nur die Spielhallen-Betreiber leiden darunter, dass viele Menschen beim Konsumverhalten aktuell zurückhaltend sind. Derzeit weiß niemand, in welche Richtung sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland entwickeln wird. Aber viele Menschen spüren, dass es nicht allzu schnell bergauf gehen könnte. Unter derartigen schwierigen Bedingungen wäre es sinnvoll, die steuerlichen Belastungen für kleine und mittelständische Unternehmen zu reduzieren. Doch bislang gibt es weder in Northeim noch anderswo in Deutschland Bestrebungen, der Automatenbranche mit Steuervergünstigungen entgegenzukommen. Das Gegenteil ist eher der Fall: Der Druck auf Spielhallen-Betreiber wird vielerorts erhöht.

Legale Online-Spielhallen als zusätzliche Konkurrenz

Die legalen Online-Spielhallen, die es mittlerweile in Deutschland gibt, sind eine ernstzunehmende Konkurrenz für die Spielhallen-Betreiber. Viele Glücksspiel-Fans haben während der Gesundheitskrise die Online-Casinos für sich entdeckt und erste Erfahrungen gesammelt. Im Moment scheint es fast so, als blieben viele dieser Glücksspiel-Fans beim Online-Glücksspiel hängen. Für die Spielhallen-Betreiber wäre das fatal, denn wenn immer mehr Spieler online aktiv sind, bedeutet dies auch, dass das Budget für Spielhallen-Besuche insgesamt kleiner wird.

Es ist schwer absehbar, wie sich die Gesamtlage entwickeln wird. Das stationäre Glücksspiel wird in irgendeiner Form wohl noch eine ganze Weile lang den Markt dominieren. Aber für viele kleine Spielhallen-Betreiber wird die Luft dünner, nicht nur in Northeim. Angesichts der unzähligen Online Spielautomaten, die mittlerweile verfügbar sind, sieht längst nicht mehr jeder Glücksspiel-Fan ein, warum ein Besuch in einer Spielhalle die bessere Alternative sein soll. Wichtig ist in jedem Fall: Glücksspiel-Fans sollten nur seriöse Online-Casinos und Spielhallen mit deutscher Erlaubnis (Lizenz) nutzen.