Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) hat bekannt gegeben, dass der Kampf gegen den Schwarzmarkt gut funktioniere. Die Anzahl der illegalen Glücksspielanbieter in den Niederlanden sei deutlich reduziert worden durch die Maßnahmen, die von der Behörde umgesetzt worden sind. Insgesamt seien 158 illegale Glücksspielanbieter untersucht worden. Von diesen 158 Glücksspielanbietern hätten bislang 142 Maßnahmen eingeleitet, um Glücksspiel-Fans mit Wohnsitz in den Niederlanden davon abzuhalten, ihre Spielautomaten und andere Games zu nutzen. Nach der Einführung der neuen Glücksspielregulierung hätten zudem bereits zahlreiche Glücksspielanbieter den niederländischen Markt freiwillig verlassen.

Kansspelautoriteit kämpft gegen illegales Online-Glücksspiel

Kansspelautoriteit Holland

Die Kansspelautoriteit ist seit einigen Monaten damit beschäftigt, den neu regulierten Glücksspielmarkt in den Niederlanden zu bewältigen. Neben der Vergabe an Lizenzen Online-Glücksspielanbieter gehört auch der Kampf gegen den Schwarzmarkt zum Aufgabengebiet. Die aktuelle Meldung der KSA zeigt, dass die Glücksspielbehörde erstaunlich schnell ordentliche Erfolge vorweisen kann. Wenn von 158 illegalen Glücksspielanbietern 142 bereits dazu bewegt werden konnten, niederländische Glücksspiel-Fans nicht mehr als Kunden zu akzeptieren, ist das ein schöner Erfolg. Bei den verbleibenden 16 Glücksspielanbietern, die auf der Liste der Kansspelautoriteit stehen, ist zudem nicht ganz klar, ob nicht einige Anbieter bereits längst vom niederländischen Markt verschwunden sind.

Grundsätzlich ist die Idee richtig, die Glücksspielanbieter dazu zu bewegen, niederländische Kunden nicht mehr zu akzeptieren. Allerdings wäre es interessant zu erfahren, was die Kansspelautoriteit genau gemacht hat, um dieses Ziel zu erreichen. Ein höflicher Anruf bei den Glücksspielanbietern allein wird wohl kaum gereicht haben. Vielleicht spielt es eine wichtige Rolle, dass die Niederlande einen besonders guten Zugang zur Regierung von Curaçao haben. Bei den Anbietern mit Sitz in der EU dürfte es hingegen relativ einfach sein, entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Trotzdem ist davon auszugehen, dass trotz der aktuell gemeldeten Erfolge nach wie vor viele Glücksspielanbieter ohne niederländische Lizenz in den Niederlanden verfügbar sind.

Regulierter Glücksspielmarkt in den Niederlanden wächst

Der Kampf gegen den Schwarzmarkt ist ein wichtiger Faktor, um den regulierten Glücksspielmarkt in den Niederlanden erfolgreich zu machen. Ein anderer Faktor ist es, den regulierten Markt attraktiver zu gestalten. Die Niederlande haben eine relativ einfache Lösung gefunden, um die Attraktivität des neuen Online-Glücksspielmarkts zu gewährleisten. Alle Glücksspielanbieter können sich nach einer sogenannten Cool-Off-Phase um eine Lizenz bewerben. Viele Glücksspielanbieter, die bis kurz vor der Einführung der neuen Glücksspielregulierung in den Niederlanden aktiv waren, durften nicht auf Anhieb mit einer Lizenz ausgestattet werden. Aber die Cool-Off-Phase ist nun abgelaufen und die niederländische Glücksspielbehörde meldet, dass 30 neue Lizenzanträge eingegangen sind.

Ein anderer Faktor ist, dass die Glücksspiele auf dem legalen Markt attraktiv sein müssen. Die Niederlande haben eine deutlich liberalere Regulierung für das Online-Glücksspiel angeführt als Deutschland. Das ist am Ende vielleicht der entscheidende Faktor dafür, dass die Niederlande mit der Regulierung erfolgreicher sein werden. Auch wenn die aktuelle Meldung andeutet, dass der Kampf gegen das illegale Glücksspiel hervorragend läuft, ist Skepsis angebracht. Bislang hat es noch kein europäisches Land geschafft, nachhaltig illegale Glücksspielanbieter auszusperren. Falls dies den Niederlanden gelingen sollte, wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder sich mit Kansspelautoriteit in Verbindung setzen würde, um das Erfolgsrezept kennenzulernen.

Auch Deutschland steht Kampf gegen illegales Glücksspiel bevor

In Deutschland gilt die neue Glücksspielregulierung für Online-Casinos schon seit dem 1. Juli 2021. Anders als in den Niederlanden sind aber noch keine Lizenzen vergeben worden. Zudem findet auch der Kampf gegen das illegale Glücksspiel bislang nicht mit voller Kraft statt. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, die mit dieser Aufgabe betraut werden soll, wird erst Mitte 2023 Maßnahmen gegen illegale Glücksspielanbieter einleiten.

Allerdings geht es nach den jüngsten Meldungen nicht darum, über einen direkten Kontakt mit den Glücksspielanbietern zu Erfolgen zu kommen. Vielmehr will man in Deutschland auf IP-Blocking und Payment Blocking setzen, um die illegalen Glücksspielanbieter wirkungsvoll auszusperren. Ob dieser Ansatz funktioniert, muss sich in der Praxis zeigen. In jedem Fall dürfte es eine gute Idee sein, die Arbeit der niederländischen Glücksspielbehörde und der deutschen Glücksspielbehörde speziell in diesem Punkt regelmäßig miteinander zu vergleichen.