Die Stadtcasino Baden AG hat für das Jahr 2020 eine erstaunlich starke Bilanz vorgelegt. Mit einem Gewinn von 3,9 Millionen Franken konnte der schweizerische Glücksspielanbieter das Ergebnis des Vorjahres deutlich verbessern. Wie war das möglich trotz Gesundheitskrise? Wenn ein Glücksspielanbieter im Jahr 2020 den Gewinn steigern konnte, ist das eine bemerkenswerte Leistung. Die schweizerische Stadtcasino Baden AG verbinden viele Glücksspiel-Fans in erster Linie mit dem Grand Casino Baden und dem Casino Davos. Diese beiden Casinos bilden den Kern der Beteiligungen der Stadtcasino Baden AG. Doch es lohnt sich, etwas genauer hinzuschauen, denn die Stadtcasino Baden AG hat durch die Beteiligungen am Grand Casino Baden und am Casino Davos auch zwei Online Casinos im Portfolio, die im letzten Jahr sehr gut gelaufen sind.

Stadtcasino Baden AG mit starker Bilanz 2020

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Der Gesamtumsatz der Gruppe lag bei 105 Millionen Franken. Der Umsatz lag somit um 25 Prozent höher als im Jahr 2019. Insgesamt wurden 43 Millionen Franken in Form einer Spielbankenabgabe abgeführt. In der Schweiz ist es schon seit vielen Jahren gute Praxis, dass die Allgemeinheit an den Gewinnen der Spielbanken erheblich praktiziert über eine spezielle Abgabe. Aber auch die Aktionäre der Stadtcasino Baden AG gehen nicht leer aus. Pro Aktie wird eine Dividende von 25 Franken ausgeschüttet. Allerdings dürfte sich so mancher Aktionär darüber wundern, dass die Dividende trotz gestiegenen Umsatzes und gestiegenen Gewinns nicht erhöht worden ist im Vergleich zum Jahr 2019. Mit einem Gewinn von 3,9 Millionen Franken konnte das Ergebnis aus dem Jahr 2019 immerhin um elf Prozent gesteigert werden. Angesichts der besonderen Rahmenbedingungen im Jahr 2020 dürften die meisten Aktionäre aber darüber froh sein, dass es überhaupt ein positives Ergebnis gibt. In Deutschland mussten die Spielbanken im Jahr 2020 deutliche Rückgänge beim Umsatz und beim Gewinn vermelden. Warum kann die Stadtcasino Baden AG, die 49 Prozent am Casino Davos und 100 Prozent am Grand Casino Baden hält, so gute Zahlen für das Jahr 2020 präsentieren? Die einfache Antwort: Es gibt zwei Aspekte, die dabei berücksichtigt werden müssen. Zum einen waren in der Schweiz die Spielbanken längst nicht so lange geschlossen wie in Deutschland und den meisten anderen EU-Ländern. Zum anderen profitieren die schweizerischen Spielbanken davon, dass sie Online Casinos anbieten dürfen, und zwar exklusiv.

Nur die Spielbanken mit schweizerischer Lizenz dürfen in der Schweiz Online-Glücksspiele zur Verfügung stellen. Die schweizerischen Glücksspiel-Fans, die nicht in die Casinos gehen konnten oder wollten, hatten deswegen das ganze Jahr 2020 über die Möglichkeit, online zu spielen. Für viele Glücksspiel-Fans haben sich die schweizerischen Online Casinos als gute Alternative zum klassischen Casino-Besuch entwickelt. Eine Rolle dürfte auch gespielt haben, dass gerade das Grand Casino Baden und das Casino Davos im Jahr 2020 die Qualität der Online-Angebote deutlich erhöht haben. Somit gab es zusätzliche Anreize, die Online Casinos der schweizerischen Spielbanken zu nutzen. Das starke Ergebnis der Stadtcasino Baden AG für das Jahr 2020 spricht für sich. Eines scheint sicher: Ohne die Online-Glücksspiele hätten auch die schweizerischen Spielbanken keine positiven Bilanzen für das Jahr 2020 vorlegen können.

Demnächst auch deutsche Spielbanken mit Online-Glücksspielen?

Zum 1. Juli 2021 tritt der neue Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland in Kraft. Mit diesem Glücksspielstaatsvertrag werden die Online Casinos neu reguliert. Zum ersten Mal wird es möglich sein, eine deutsche Lizenz zu bekommen für Online-Glücksspiele. Bislang gab es ausschließlich EU-Lizenzen, zum Beispiel von der Malta Gaming Authority. Doch mit den deutschen Lizenzen könnte sich auch für die Betreiber von Spielhallen und Spielbanken einiges ändern. Warum sollten nicht auch in Deutschland demnächst Online Casinos verfügbar sein, die von Spielbanken-Betreibern oder Spielhallen-Betreibern geführt werden? Durch die aktuelle Gesundheitskrise ist der gesamten Glücksspielbranche vor Augen geführt worden, dass das stationäre Glücksspiel erheblich leiden kann, wenn die Rahmenbedingungen nicht passen. Mit Online Casinos wären die deutschen Spielbanken in jedem Fall wesentlich besser durch die Krise gekommen.

Am Beispiel der schweizerischen Spielbanken lässt sich gut zeigen, dass das Online-Glücksspiel einen erheblichen Beitrag zum Gesamtumsatz leisten kann. Nicht nur in der Krise kann es nützlich sein, Online-Glücksspiele im Portfolio zu haben. Auch in ganz normalen Zeiten wird es immer Glücksspiel-Fans geben, die lieber im Internet spielen als in einer Spielhalle oder einer Spielbank. Die Frage ist dann nur, wer von den Umsätzen, die diese Glücksspiel-Fans produzieren, profitiert. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sollten es in Zukunft den Betreibern von Spielbanken und Spielhallen leicht machen, Lizenzen für Online-Glücksspiele zu bekommen. Die neue Glücksspielregulierung in Deutschland könnte den Glücksspielmarkt deutlich verändern. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied im Vergleich mit der Schweiz. In Deutschland werden auch in Zukunft Glücksspielanbieter aus dem Ausland in Deutschland Online Casinos anbieten dürfen. Die neue Glücksspielregulierung beschränkt das Online-Glücksspiel nicht auf die heimischen Spielbanken. Das ist eine gute und richtige Entscheidung, denn in der Schweiz lässt sich beobachten, dass der Online-Glücksspielmarkt durch die aktuelle Glücksspielregulierung längst nicht so vielfältig ist wie der aktuelle Glücksspielmarkt in Deutschland.