Playtech hat den Finanzdienstleister Finalto verkauft. Für 171 Millionen Dollar ist das lange geplante Geschäft endgültig abgewickelt worden. Der Käufer ist ein Konsortium, das von der Barinboim Group geleitet wird. Schon seit längerer Zeit ist bekannt, dass der Spielehersteller Playtech das Unternehmen Finalto verkaufen möchte. Finalto hieß früher einmal Tradetech und ist im Finanzgeschäft unterwegs. Bei Playtech ist man zu der Überzeugung gekommen, dass es eine gute Idee ist, dass Glücksspiel wieder in den Fokus zu stellen. Finalto ist zwar ein erfolgreiches Unternehmen, aber trotz aller Klischees ist der Finanzmarkt dann doch etwas anderes als ein Casino.

Spielehersteller Playtech verkauft Finanzdienstleister

Playtech | Finalto

Für Playtech geht es in den nächsten Jahren darum, die Kernkompetenzen zu betonen und sämtliche Aktivitäten in anderen Bereichen einzustellen. Angesichts der Größe von Playtech ist das vermutlich eine gute Idee. Immerhin hat Playtech im Jahr 2020 trotz Krise und trotz eines Rückgangs von 25,1 Prozent immer noch einen Umsatz von 1,08 Milliarden Euro erzielt. An dieser Zahl wird deutlich, wie gut Playtech mittlerweile aufgestellt ist. Viele Glücksspiel-Fans kennen Playtech vor allem als Anbieter von Online-Glücksspielen. Aber der Konzern ist auch im Offline-Glücksspiel aktiv. Playtech gehört zu den größten Spieleherstellern der Welt und hat große Pläne für die Zukunft. Um diese Pläne erfolgreich zu gestalten, ist es wichtig, unnötigen Ballast abzuwerfen. Finalto ist ein gesundes Unternehmen, das in den letzten Jahren gute Bilanzen produziert hat. Auch deswegen war es möglich, einen Kaufpreis von 171 Millionen Euro zu erzielen. Das Geld kann Playtech gut brauchen für Investitionen und Akquisitionen auf dem amerikanischen Markt. Eines der großen Ziele von Playtech ist es, den Umsatz in den USA erheblich zu vergrößern. Da es mittlerweile einige Bundesstaaten gibt, in denen Online Casinos und Online-Buchmacher zugelassen sind, sieht Playtech exzellentes Wachstumspotenzial in den USA.

Der Verkauf von Finalto hat sich eine ganze Weile lang hingezogen. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage für viele Unternehmen schwierig ist. In dieser Situation sitzt das Geld vielleicht nicht ganz so locker wie in einer Boomphase. Allerdings stimmt auch, dass die Finanzbranche insgesamt gut aufgestellt ist. Insofern war es am Ende dann auch nicht schwierig, Interessenten zu finden. Die Barinboim Group hat hart verhandelt mit Playtech. Aber am Ende ist ein Verkaufspreis erzielt worden, der beide Seiten zufriedenstellen sollte. Die meisten Analysten halten den Preis für Finalto für angemessen. Wie gut der Preis am Ende wirklich ist, kann sich erst in einigen Jahren zeigen. Wenn Finalto die erhofften Umsätze und Gewinne erzielt, hat sich das Geschäft für den Käufer gelohnt. Für Playtech ist wichtig, dass ein komplettes Geschäftsfeld aus dem Portfolio verschwindet mit dem Verkauf von Finalto. In Zukunft kann sich Playtech wieder voll und ganz auf das Glücksspiel konzentrieren.

Playtech ist mehr als nur ein Spielehersteller

Viele Glücksspiel-Fans kennen Playtech noch von den Download-Casinos, die es früher gab. Die Download-Casinos waren Computerprogramme, die heruntergeladen und installiert werden mussten. Als Belohnung konnte der Nutzer dann ein Online Casino besuchen. Playtech hatte eines der besten Download-Casinos. Es gab von Anfang an allerdings einige Nachteile bei den Download-Casinos, die letztlich auch dazu geführt haben, dass viele Glücksspiel-Fans das Online-Glücksspiel gemieden haben. In einem Download-Casino gibt es in der Regel nur die Spiele eines einzigen Herstellers. Bei Playtech war wenigstens die Qualität der Spiele hoch. Aber bei vielen Download-Casinos war die Situation etwas anders. Erst durch die Browsercasinos hat sich die Situation für die Glücksspiel-Fans wesentlich verbessert. Browsercasinos erfordern weder einen speziellen Download noch eine Installation einer Software. Der Spieler kann ohne Umwege das Online Casino besuchen und die Spiele genießen. Playtech stellt zahlreiche Spiele für Browsercasinos her und ist auch als Plattformbetreiber aktiv. Was ist ein Plattformbetreiber? Playtech hat eine Plattform, zu der viele verschiedene Spielehersteller Games beisteuern.

Playtech ist auch im Offline-Geschäft aktiv. Das Unternehmen produziert Spiele für Spielbanken und Spielhallen. Da die heutigen Spielgeräte allesamt digital sind, ist es für einen Spielehersteller wie Playtech technisch nicht mit besonders viel Aufwand verbunden, Games auch für die Offline-Glücksspielanbieter zur Verfügung zu stellen. Der Umsatzrückgang im Jahr 2020 hing vor allem damit zusammen, dass Playtech viel Geld mit Offline-Glücksspielen verdient. Doch im Jahr 2020 ist das stationäre Glücksspiel weitgehend eingebrochen. Da Playtech aber mittlerweile deutlich mehr Geld mit Online-Glücksspielen verdient, sieht das Gesamtergebnis für das Jahr 2020 immer noch gut aus. Playtech hat sich durch den Verkauf von Finalto gut aufgestellt für die nahe Zukunft. Es wird spannend sein zu sehen, was Playtech mit dem Verkaufserlös anstellen wird. Vielleicht wird es schon bald die Nachricht geben, dass Playtech einen kleinen oder großen Spielehersteller erwerben möchte, um das Portfolio zu erweitern. Eine Überraschung wäre das nicht, denn Playtech hat schon öfter große Akquisitionen erfolgreich abgewickelt.