Caesars Entertainment hat Caesars UK an die Investmentfirma Silver Point Capital verkauft. Das Geschäft ist erst kurz vor dem Abschluss öffentlich geworden. Caesars UK war die Filiale von Caesars Entertainment in Großbritannien. Darüber hinaus hat Caesars UK auch Anteile an Casinos in Ägypten. Der Verkauf von Caesars UK an Silver Point Capital passt gut zur Strategie von Caesars Entertainment. Der amerikanische Glücksspielkonzern möchte sich komplett aus Europa zurückziehen und sich auf das US-Geschäft konzentrieren. Ob Caesars UK im Auftrag eines Glücksspielanbieters von Silver Point Capital gekauft worden ist, bleibt vorerst unklar. Aber es ist eher unwahrscheinlich, dass Silver Point Capital langfristig im Besitz von Caesars UK bleiben wird.

Kauft Silver Point Capital auch europäischen Anteil von William Hill?

Cesars Entertainment USA

Caesars Entertainment hat im letzten Jahr Aufsehen erregt mit dem Kauf von William Hill. Im Vergleich zum aktuellen Verkauf von Caesars UK war die Übernahme des britischen Glücksspielanbieters ein finanzieller Kraftakt. Immerhin hat Caesars Entertainment einen Preis von 2,9 Millionen Pfund bezahlt, um William Hill zu erwerben. Doch schon kurz nach dem Kauf wurde klar, dass Caesars Entertainment ausschließlich an William Hill US interessiert ist. Den Rest des Geschäfts will Caesars Entertainment möglichst schnell loswerden. Als die ersten Meldungen kamen, dass Caesars Entertainment die britische Filiale Caesars UK an Silver Point Capital verkauft, gab es sofort Diskussion darüber, ob dieser Verkauf vielleicht nur das Vorspiel für einen viel größeren Deal sein könnte. Ist Silver Point Capital vielleicht das Unternehmen, das am Ende den europäischen Teil von William Hill übernehmen wird, eventuell auch nur als Zwischenstation, bevor ein europäischer Glücksspielanbieter das europäische Geschäft von William Hill übernimmt? Im Moment gibt es viele Fragen und wenige Antworten. Aber eines ist klar: Allzu lange will sich Caesars Entertainment nicht mehr mit dem europäischen Geschäft von William Hill herumschlagen.

William Hill soll Caesars Entertainment einen Erlös von mindestens 1,2 Millionen Pfund bringen. Ein niedrigerer Preis wäre kaum vorstellbar. Aber es dürfte auch schwer sein, deutlich mehr zu erlösen, denn allzu viele Glücksspielkonzerne mit entsprechender Finanzkraft gibt es nicht in Europa. Die meisten europäischen Glücksspielkonzerne sind zudem damit beschäftigt, das Geschäft in den USA auszubauen. Trotzdem sollte es möglich sein, das europäische Geschäft von William Hill zu einem vernünftigen Preis zu verkaufen. Caesars Entertainment hat nicht die Ressourcen, um William Hill langfristig in Europa zu halten. Wenn am Ende nur ein einziger Interessent übrig bleiben sollte, könnte das unter Umständen dazu führen, dass der Preis gedrückt wird. Es ist durchaus möglich, dass der Verkauf des europäischen Glücksspielanbieters William Hill noch in diesem Jahr stattfindet. Spätestens im nächsten Jahr wird der Deal aber von den meisten Analysten erwartet. Viel länger wird Caesars Entertainment nicht dazu bereit sein, Ressourcen zu binden, um das europäische Geschäft von William Hill zu betreiben.

Wird William Hill zum Ladenhüter?

Beim Verkauf des europäischen Geschäfts von William Hill könnte es noch zum Problem werden, dass durch die Gesundheitskrise das gesamte stationäre Geschäft in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Vor allem die zahlreichen Wettbüros von William Hill in Großbritannien könnten somit zum Ballast werden, den am Ende niemand haben möchte. Aber William Hill ist einer der größten und erfolgreichsten Glücksspielanbieter der letzten Jahrzehnte in Europa. Letztlich ist es immer auch eine Frage des Preises, ob sich ein Kauf lohnt. Aber es scheint klar zu sein, dass einige Umstrukturierungen und Investitionen nötig sein werden, um William Hill zu einem zukunftsfähigen Unternehmen zu machen. Immerhin ist William Hill auch im Internet eine starke Marke. Auch in Deutschland gibt es viele Glücksspiel- und Sportwetten-Fans, die William Hill kennen, sei es als Buchmacher oder aber als Anbieter von Online-Glücksspielen. Am Verkauf an Caesars UK wird aber auch deutlich, dass es derzeit schwierig ist, erstklassige Preise für stationäre Glücksspielanbieter aufzurufen. Vor der Gesundheitskrise hätte Caesars UK vielleicht noch deutlich mehr eingespielt bei einem Verkauf. Doch aktuell weiß niemand sicher, ob die Casinos von Caesars UK in naher Zukunft wieder die alten Umsätze liefern werden. Diese Unsicherheit spiegelt sich auch im Kaufpreis wider.

Zu Caesars UK gehören unter anderem die folgenden Casinos: Playboy London, Manchester 235, The Sportsman, The Empire Casino, Alea Glasgow, Alea Nottingham, Rendezvous Brighton, Caesars Cairo, Emerald Resort, Ramses Cairo und The King & Queens Cairo. Schon vor der Krise sind einige der Casinos von Caesars UK nicht besonders gut gelaufen. Deswegen wird es spannend sein zu sehen, welche Pläne der neue Besitzer mit diesen Casinos hat. Wenn ein Unternehmen 15 Millionen Pfund investiert, sollte man doch annehmen dürfen, dass es eine Strategie gibt, wie die Investition zu einem finanziellen Erfolg wird. Im Moment gibt es einige Möglichkeiten für mutige Investoren, Casinos und Spielbanken zu kaufen. Aber es gibt keine Garantie, dass die Gesundheitskrise in nahe Zukunft endet. Solange es noch Hygienevorschriften und die Gefahr von Schließungen gibt, dürfte es schwer sein, mit stationärem Glücksspiel überragende Umsätze zu erzielen. Zudem ist das Online-Glücksspiel in Europa sehr populär, sodass die Glücksspiel-Fans im Internet viele Alternativen finden zu einem Besuch in einer Spielhalle oder eine Spielbank.