In Bremen wird bald der Staat die Spielbanken übernehmen. Der Senat hat bekannt gegeben, dass durch eine Gesetzesänderung die Spielbanken in Staatsbesitz übergehen sollen. Der Besitzer soll künftig die Bremen Toto und Lotto GmbH sein, eine staatliche Gesellschaft, die sich auch schon in anderen Bereichen um die Organisation des Glücksspiels in Bremen kümmert. Die Spielbanken, die im Moment zum Verkauf stehen, gehören Westspiel. Westspiel ist ein staatlicher Glücksspielanbieter, der unter anderem zahlreiche Spielbanken in Nordrhein-Westfalen betreibt. Da Westspiel aber vom Land NRW privatisiert wird, besteht die Gefahr, dass die Spielbanken in Bremen in privaten Besitz gelangen. Das möchte der Senat der Stadt verhindern.

Bremen will Privatisierung der Spielbanken verhindern

Westspiel Online Casino

In Nordrhein-Westfalen freut sich die Landesregierung darüber, dass die Privatisierung der Spielbanken von Westspiel läuft. Das Land NRW erhofft sich einmalige Einnahmen in beträchtlicher Höhe durch den Verkauf der Spielbanken. Doch durch die Privatisierung von Westspiel wird auch das Land Bremen in Mitleidenschaft gezogen. In Bremen und in Bremerhaven gibt es zwei Spielbanken von Westspiel, die nach den aktuellen Plänen privatisiert werden müssten. Doch in Bremen will man nicht, dass die beiden Spielbanken in Zukunft von privaten Unternehmen betrieben werden. Der Senat hat deswegen einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem es möglich wird, die Spielbanken in staatlichen Besitz zu überführen. Das sollte niemanden überraschen, denn es war lange Zeit üblich, dass Spielbanken ausschließlich in staatlichem Besitz waren. Erst in den letzten Jahren hat sich die Situation ein Stück weit verändert in Deutschland. Mittlerweile gibt es viele Politiker, die eine Privatisierung der Spielbanken generell befürworten. Doch in Bremen ist man nicht davon überzeugt, dass die Privatisierung der richtige Weg ist. Dabei spielt vor allem die Idee, dass der Spielerschutz bei einer staatlichen Spielbank besser kontrolliert werden kann, eine wichtige Rolle. Auch der Erhalt der über 100 Arbeitsplätze in den Spielbanken in Bremen und Bremerhaven dürfte zumindest eine kleine Rolle gespielt haben bei den aktuellen Plänen. In den staatlichen Spielbanken in Deutschland musste kein Mitarbeiter um seinen Job fürchten.

Ob die Jobgarantie, die der Staat auf einer längeren Krise geben kann, auch bei privaten Glücksspielanbietern vorhanden wäre, ist eine offene Frage. Aber vor allem geht es den Politikern in Bremen, die für die Gesetzesänderung sind, darum, zwei der wichtigsten und populärsten Glücksspielangebote im Bundesland unter Kontrolle zu behalten. Nicht zuletzt dürfte es aber auch eine Rolle spielen, dass die Spielbanken gut laufen und deswegen dem Land Bremen regelmäßig beträchtliche Einnahmen über Steuern und Abgaben bringen. Dieses Argument gab es auch bei der Privatisierung der Spielbanken in Nordrhein-Westfalen. Aber die von der CDU geführte Landesregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet hat sich dazu entschieden, einmalig einen großen Erlös zu erzielen, und dafür auf regelmäßige Einnahmen durch Steuern und Abgaben zu verzichten. Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung dürfte auch gespielt haben, dass die FDP als Juniorpartner in der Landesregierung NRW grundsätzlich dafür ist, das Glücksspiel in Deutschland zu privatisieren.

Staatlichen Spielbanken besser als private Online Casinos?

In Zukunft wird es eine interessante Konkurrenz zwischen den staatlichen Spielbanken und den privaten Online Casinos in Deutschland geben. Die Spielbanken in Bremen und Bremerhaven können genauso wie viele andere Spielbanken in Deutschland Roulette, Blackjack, Baccarat und diverse andere Bankhalter-Spiele anbieten. Die Online Casinos in Deutschland können vorerst nur virtuelle Automatenspiele zur Verfügung stellen. Der Glücksspielstaatsvertrag sieht keine länderübergreifende Lösung für die Tischspiele vor. Es ist aber vorgesehen, dass die Länder individuell oder im Verbund mit anderen Ländern Online-Tischspiele zulassen können. Die Roulette-Fans können deswegen zumindest in einigen Ländern darauf hoffen, dass es bald auch Online-Angebote geben wird. Doch einstweilen ist es so, dass die Glücksspielanbieter, die sich an die deutsche Glücksspielregulierung halten, Roulette, Blackjack und andere Tischspiele nicht anbieten können. Deswegen haben die Spielbanken, die aufgrund der Konzession Roulette, Blackjack, Baccarat Poker und ähnliche Spiele anbieten können, im Moment einen erheblichen Vorteil.

Vielleicht werden bald viele Glücksspiel-Fans, die bislang nur online gespielt haben, doch einmal eine Spielbank besuchen, um Roulette oder Blackjack zu erleben. Online-Poker gibt es in Deutschland unter dem neuen Glücksspielstaatsvertrag zwar auch, aber nicht in Online Casinos, sondern bei spezialisierten Pokeranbietern im Internet. Es wird eine Weile dauern, bis sich der neue Glücksspielmarkt im Internet neu sortiert hat. Aber zum ersten Mal seit langer Zeit haben die Spielbanken wieder exklusive Spiele im Portfolio, die es im Internet zumindest nicht bei lizenzierten Anbietern gibt. Allerdings sind die Online Casinos rund um die Uhr geöffnet und praktisch überall verfügbar. Ein Smartphone reicht schon für einen Besuch aus. Dahingegen gibt es in Deutschland relativ wenige Spielbanken, sodass der Besuch in einer Spielbank für viele Glücksspiel-Fans eine seltene Aktivität ist. Aber es kann durchaus sein, dass vor allem die Roulette-Spieler, die eine große Gruppe unter den Glücksspiel-Fans bilden, in Zukunft wieder deutlich öfter in den Spielbanken zu sehen sein werden, nicht nur in Bremen und Bremerhaven. Davon könnten dann auch die Betreiber erheblich profitieren.

Hier mehr über den geplanten Kauf der Spielbanken in Bremen und Bremerhaven lesen.