Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat bekannt gegeben, dass ab dem 1. Juli 2022 Nadja Wierzejewski die Abteilung zur Bekämpfung des nicht erlaubten Glücksspiels im Internet leitet. Die erfahrene Juristin kennt sich aus mit der Glücksspielaufsicht. Bereits seit 2008 leitet Wierzejewski die Glücksspielaufsicht im Land Rheinland-Pfalz. Durch den Wechsel in die neue Glücksspielbehörde wird Nadja Wierzejewski mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die es in Rheinland-Pfalz in dieser Form nicht gab. In Rheinland-Pfalz gab es bislang keine Lizenz für Online-Glücksspiel. Durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag hat sich dies geändert, aber zuständig für die Regulierung und die Glücksspielaufsicht sind nicht die Länder, sondern die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder.

Wierzejewski soll es den illegalen Glücksspielanbietern schwer machen

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Auf Nadja Wierzejewski kommt eine Herkulesaufgabe zu. Die Regulierung des Online-Glücksspiels ist die eine Sache. Eine ganz andere Sache ist es, das illegale Glücksspiel wirkungsvoll zu bekämpfen. Noch ist nicht ganz klar, welchen Weg die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder gehen wird, um den Schwarzmarkt zu bekämpfen. Aber zwei Themen tauchen immer wieder auf, wenn es um die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels geht: Payment Blocking und IP Blocking. Beim Payment Blocking geht es darum, finanzielle Transaktionen zu unterbinden, indem Zahlungsdienstleister dazu gebracht werden, die nicht lizenzierten Anbieter nicht mehr zu bedienen. Beim IP Blocking geht es hingegen darum, die Glücksspielangebote für den deutschen Markt technisch zu blockieren.

Payment Blocking ist unter Juristen durchaus umstritten, da es technisch und inhaltlich alles andere als einfach ist, Zahlungen zu und von bestimmten Anbietern zu unterbinden. Allzu leicht kann es passieren, dass falsche Zahlungsströme geblockt werden. Deswegen wehren sich viele Banken und Zahlungsdienstleister vehement gegen das Payment Blocking. Es wird spannend sein zu sehen, wie die neue Abteilungsleiterin dieses Problem lösen will. Beim IP Blocking gibt es ebenfalls Bedenken, denn es ist keineswegs sicher, dass ausschließlich illegale Glücksspielanbieter gesperrt werden. In der jungen Geschichte des IP Blockings ist es immer wieder vorgekommen, dass legale Seiten blockiert worden sind. Gerade in Deutschland gibt es deswegen seit vielen Jahren viele Bürgerrechtler, die sich vehement gegen diese Technik einsetzen. Auch an dieser Stelle muss Nadja Wierzejewski ein dickes Brett bohren, um Erfolge feiern zu können.

Erfolgreiche Bekämpfung des Schwarzmarkts alternativlos

Die Bekämpfung des Schwarzmarkts ist beim Online-Glücksspiel eine genauso schwierige wie wichtige Aufgabe. Der legale Glücksspielmarkt in Deutschland ist längst nicht so attraktiv wie der illegale. Das prominenteste Beispiel ist das neue Einzahlungslimit in Höhe von 1.000 Euro. Kein Spieler in Deutschland soll in Zukunft mehr als 1.000 Euro pro Monat bei Online-Glücksspielanbietern einzahlen. Die Betreiber der seriösen Online Casinos sehen das kritisch, da durch dieses Limit ein starker Sog in Richtung Schwarzmarkt erzeugt wird. Die einzige Möglichkeit, dieses Limit in der Praxis umzusetzen, besteht darin, den Schwarzmarkt nahezu komplett auszutrocknen. Das ist allerdings enorm schwierig, denn der Schwarzmarkt ist wie eine Hydra. Wenn ein paar Anbieter blockiert werden, sind wenige Stunden später schon neue Anbieter verfügbar.

Schon viele europäische Staaten haben sich daran versucht, das illegale Glücksspiel zu verbieten. Aber in der Praxis ist es bislang nirgendwo auf überzeugende Weise gelungen, den Schwarzmarkt komplett zurückzudrängen. In Deutschland war, bis auf eine Ausnahmesituation in Schleswig-Holstein, das Online-Glücksspiel nie reguliert. Eine Bekämpfung des Schwarzmarkts hat auch deswegen kaum stattgefunden. Deswegen wird es interessant sein zu sehen, wie erfolgreich Nadja Wierzejewski damit sein wird, das illegale Glücksspiel einzudämmen. Viele Experten sind skeptisch, aber die erfahrene Juristin hat eine faire Chance verdient. Schon in Kürze will die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in einer Pressekonferenz erklären, wie der Schwarzmarkt bekämpft werden soll.

Für Glücksspiel-Fans wird sich vieles ändern

Es kann gut sein, dass schon in Kürze viele Online Casinos, die bislang in Deutschland verfügbar waren, gesperrt werden. Für die Glücksspiel-Fans, die diese Online Casinos nutzen, ist das unschön. Aber wenn alles legal und korrekt abläuft, wird es keine Möglichkeit geben, dagegen vorzugehen. Das größte Problem ist aktuell, dass es keinen attraktiven legalen Online-Glücksspielmarkt gibt. Gerade einmal drei Glücksspielanbieter sind bislang mit einer Lizenz (Erlaubnis) ausgestattet worden.