Der deutsche Spielehersteller Merkur hat die Teilnahme an der wichtigen Glücksspielmesse ICE 2022 abgesagt. Die Merkur Gaming Group reagiert damit auf eine neue Terminierung. Die ICE 2022 soll in London in diesem Jahr vom 12. bis zum 14. April stattfinden. In einer Pressemitteilung hat Merkur bekannt gegeben, dass die große Investition, die nötig wäre für eine Teilnahme an der renommierten Glücksspielmesse, unter den aktuellen Voraussetzungen nicht gerechtfertigt sei. Ein Grund für die Absage ist, dass die Glücksspielmesse zusammenfällt mit dem Start der Osterferien. Dadurch sei zu erwarten, dass deutlich weniger Besucher als üblich auf der Messe erschienen.

Merkur sagt ICE 2022 ab – außergewöhnliche Rahmenbedingungen

ICE London

Bei der Merkur Gaming Group hat man sich die Absage der ICE 2022 nicht leicht gemacht. Aber die nach wie vor wütende Gesundheitskrise und der ungünstige Termin zu Beginn der Osterferien sind die Hauptgründe dafür, dass sich der deutsche Spielehersteller in diesem Jahr nicht nach London begeben wird, um die neuesten Produkte zu bewerben. Das ist ein großer Einschnitt für Merkur, denn traditionell feiert der deutsche Spielehersteller auf der Glücksspielmesse in London große Erfolge. Für das internationale Geschäft hat sich die renommierte Glücksspielmesse als eine der wichtigsten Termine des Jahres für Merkur erwiesen. Aber in diesem Jahr haben bereits vor Merkur einige Teilnehmer abgesagt. Deswegen ist davon auszugehen, dass Merkur bei einer Teilnahme nicht an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen könnte.

Die Teilnahme an einer Messe ist für einen Spielehersteller wie die Merkur Gaming Group mit erheblichen Investitionen verbunden. Neben dem Personal müssen auch die neuesten Spielgeräte nach London gebracht werden. Das ist schon zu normalen Zeiten mit einigen logistischen Herausforderungen verbunden. Aber in diesem Jahr gibt es viele Unwägbarkeiten, die am Ende auch bei bester Planung dazu führen könnten, dass der Auftritt von Merkur bei ICE 2022 nicht wunschgemäß funktionieren könnte. Und wenn sich die Gesundheitskrise doch noch einmal zuspitzen sollte, könnte es sogar sein, dass die Glücksspielmesse kurzfristig abgesagt wird. Dann wäre die Investition komplett verloren. Allerdings wurde bei der Bekanntgabe der Absage deutlich, dass sich die Führungskräfte der Merkur Gaming Group die Entscheidung, die ICE 2022 in diesem Jahr nicht zu besuchen, nicht leicht gemacht haben.

Glücksspielmessen wichtig für internationale Spielehersteller

Ohne Glücksspielmessen wie die ICE 2022 wäre es für Spielehersteller deutlich schwieriger, international zu expandieren. Auf der ICE 2022 treffen sich jährlich, jedenfalls in normalen Zeiten, viele große und kleine Glücksspielanbieter und Spielehersteller, um neue Spiele vorzustellen, Trends zu erkunden und Kooperationen vorzubereiten. Der direkte persönliche Kontakt, der bei einer Glücksspielmesse möglich ist, ist entscheidend für die Anbahnung lukrativer Geschäfte. In den letzten beiden Jahren hat sich gezeigt, dass vieles online abgewickelt werden kann. Aber gerade bei den klassischen Spielgeräten für Spielhallen und Spielbanken, die für Merkur nach wie vor das Kerngeschäft sind, gilt, dass viele potenzielle Kunden die Spielautomaten dann doch selbst ausprobieren und anfassen möchten. Eine Videokonferenz hat viele Vorteile, vor allem hinsichtlich der Logistik. Aber eine Videokonferenz kann eine klassische Glücksspielmesse nicht komplett ersetzen.

Merkur hat angekündigt, in Zukunft wieder an der ICE 2022 teilzunehmen, wenn die Rahmenbedingungen dies ermöglichen. Es spricht einiges dafür, dass dies schon im nächsten Jahr sein wird. Aber angesichts der Erfahrungen aus den letzten zwei Jahren ist man bei der Merkur Gaming Group aus verständlichen Gründen zurückhaltend mit verbindlichen Zusagen. Es muss sich zeigen, ob die ICE 2022 in diesem Jahr überhaupt eine hohe Relevanz hat. Wenn ein großer Spielehersteller wie Merkur sich dazu gezwungen sieht, die Messe abzusagen, könnte das dazu führen, dass auch noch viele andere Spielehersteller und Glücksspielanbieter sich gegen eine Teilnahme entscheiden.

Gauselmann-Gruppe kommt gut durch die Krise

Die Merkur Gaming Group gehört zur Gauselmann-Gruppe, dem größten deutschen Glücksspielkonzern. Obwohl die Gauselmann-Gruppe genauso wie fast alle anderen Glücksspielanbieter, die im terrestrischen Geschäft verankert sind, schwierige Zahlen vermelden musste, ist der Glücksspielkonzern nach wie vor exzellent aufgestellt. In den letzten Monaten hat sich das Geschäft insgesamt wieder gut erholt. Wenn alles gut läuft, wird sich bis Ende des Jahres sogar wieder die alte Normalität einstellen. Zudem ist die Gauselmann-Gruppe stark engagiert im schnell wachsenden Online-Segment. Vielleicht ist die Absage der diesjährigen ICE 2022 die letzte große Enttäuschung für die Gauselmann-Gruppe in der Gesundheitskrise.