Die Verhaftung des Casinos-Chefs Chan Weng Lin hat in Macau zu einigen Turbulenzen geführt. Der Vorstandsvorsitzende des Glücksspielkonzerns Macau Legend soll angeblich illegales Glücksspiel organisiert haben. Der Aktienkurs des Unternehmens begab sich unmittelbar nach der Festnahme auf eine dramatische Talfahrt. Mittlerweile ist Chan Weng Lin von sein Posten zurückgetreten. Der Aktienkurs hat sich etwas erholt, aber nach wie vor steht Macau Legend an den Börsen unter Druck. Chan Weng Lin gehört ein Drittel von Macau Legend. Das Unternehmen betreibt drei Casinos. Aber wenn die Vorwürfe stimmen, dann waren die legalen Einnahmen aus dem Glücksspiel dem erfolgreichen Manager wohl nicht genug.

Chef von Macau Legend droht drastische Strafe

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Macau ist seit vielen Jahren eines der Glücksspielzentren der Welt. Vor der Gesundheitskrise wurden in Macau sogar höhere Umsätze gemacht als in Las Vegas. Durch die Gesundheitskrise hat sich das ein Stück weit geändert, denn während Las Vegas wieder boomt, ist der Umsatz der Macau-Casinos vor allem durch die weitgehend ausbleibenden Besucher aus Festland-China erheblich eingeschränkt in der wirtschaftlichen Entwicklung. Das wird sich mittelfristig oder langfristig ändern. Aber vielleicht hat der eine oder andere Casino-Manager in den letzten beiden Jahren dann doch Panik entwickelt, weil die hohen Kosten zeitweise nicht mehr durch die entstehenden Einnahmen gedeckt werden konnten. Ob das wirklich der Grund dafür ist, dass Chan Weng Lin verhaftet wurde, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht klären.

Noch ist unklar, welche Vorwürfe dem Casino-Besitzer gemacht werden. Aber es ist einigermaßen erstaunlich, dass ein erfahrener Casino-Manager, der seit vielen Jahren sehr erfolgreich in Macau arbeitet und durch seine Anteile an Macau Legend finanziell auf Rosen gebettet sein dürfte, illegales Glücksspiel veranstaltet haben soll. Der Rücktritt von Chan Weng Lin vom Vorstandsvorsitz von Macau Legend ist nicht zwingend ein Schuldeingeständnis. Auch in Europa oder in den USA wäre es üblich, dass in einem solchen Fall ein Top-Manager zurückträte, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Was wirklich passiert ist, muss sich in den nächsten Monaten im Prozess gegen Chan Weng Lin zeigen.

Keine Toleranz bei illegalen Glücksspielen in Macau

Man sollte es kaum glauben, aber Macau ist ein lukratives Pflaster für Anbieter illegale Glücksspiele. Angesichts des riesigen legalen Angebotes ist das erstaunlich. Aber auch in Macau gilt, dass es außerhalb des legalen Marktes immer noch andere und zum Teil auch für High Roller attraktivere Spiele gibt. Illegal muss an dieser Stelle auch nicht zwingend unseriös bedeuten, auch wenn das oft der Fall sein mag. Aber entscheidend ist, dass Spiele angeboten werden, die in den Macau-Casinos nicht bzw. nicht mit den gewünschten Limits zu finden sind. Als Paradies für High Roller ist Macau zwar gerade im Pokerbereich bestens aufgestellt. Aber es gibt traditionelle chinesische Spiele, die in den Macau-Casinos nicht oder nicht mit hohen Limits angeboten werden. Diese Lücken füllen die illegalen Anbieter.

Als während der Gesundheitskrise alle Macau-Casinos geschlossen waren, konnten die illegalen Glücksspielanbieter allem Anschein nach erheblich profitieren. Auch wenn keine genauen Zahlen veröffentlicht werden und vermutlich auch nicht bekannt sind, ist doch davon auszugehen, dass in Macau das passiert ist, was fast überall auf der Welt zu beobachten war: Die riesige Nachfrage nach Glücksspiel musste irgendwie kanalisiert werden. In Macau gibt es kein Online-Glücksspiel, jedenfalls nicht auf einer legalen Basis. Deswegen hatten illegale Glücksspielanbieter, die in Hinterzimmern und Hinterhöfen aktiv waren, leichtes Spiel. In den letzten Monaten hat es bereits einige Verhaftungen hochrangiger Casino-Manager in Macau gegeben. Die Behörden möchten damit wohl nachdrücklich zum Ausdruck bringen, dass es keine Toleranz bei illegalem Glücksspiel gibt.

Auch in Deutschland illegales Glücksspiel ein Problem

In Deutschland vergeht kaum eine Woche, in der nicht in einer überregionalen Zeitung von illegalen Glücksspielanbietern berichtet wird. In Hinterzimmern und Hinterhöfen findet auch in Deutschland das statt, was in den legalen Spielbanken und Spielhallen nicht zu finden ist. Dazu gibt es noch einen riesigen Schwarzmarkt im Internet. Neben den zugelassenen Online Casinos, die demnächst mit deutschen Lizenzen ausgestattet werden, gibt es ein breites Angebot nicht zugelassener Glücksspielanbieter im Netz. Öffentlichkeitswirksame Verhaftungen hat es in Deutschland allerdings bislang nicht gegeben. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass ähnliche Vorfälle wie in Macau auch in Deutschland stattfinden werden.