Gibt es schon in Kürze die nächsten 8 Lizenzen (Erlaubnisse) für virtuelle Automatenspiele? Es gibt ernstzunehmende Gerüchte, dass es nicht mehr lange bei einem Lizenzinhaber bleiben wird. Denkbar ist, dass pünktlich zum 1. Juli, wenn die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) die Glücksspielaufsicht übernimmt, die nächsten Erlaubnisse erteilt werden. Aktuell gibt es in Deutschland die absurde Situation, dass nur ein einziges Unternehmen eine Lizenz für virtuelle Spielautomaten hat. Zufällig gehört dieses Unternehmen, die Mernov Betriebsgesellschaft mbH, zum größten deutschen Glücksspielanbieter, der Gauselmann-Gruppe. Allerdings kann der Lizenzinhaber, der theoretisch gerade ein Monopol hat, in der Praxis nicht viel mit der neuen Erlaubnis machen, da die Zulassungen für die virtuellen Spielautomaten noch fehlen.

Bald 8 weitere Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele?

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Es gibt starke Hinweise darauf, dass das übergangsweise zuständige Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt weitere 8 Glücksspielanbieter mit Lizenzen (Erlaubnissen) ausstatten will. Unklar ist im Moment noch, warum die Lizenzen noch nicht bei den Glücksspielanbietern angekommen sind. Wahrscheinlich liegt es daran, dass das Glücksspielkollegium, das aktuell die letzte Instanz bei der Erteilung der Lizenzen ist, noch nicht entschieden hat. Allerdings trifft sich das Glücksspielkollegium auch nur alle sechs Wochen. Die erste Lizenz wurde Anfang Mai vergeben. Seitdem sind mehr als sechs Wochen vergangen, sodass es durchaus sein kann, dass schon in Kürze die nächsten Meldungen über Lizenzerteilungen kommen. Vielleicht wartet man aber auch bis zum 1. Juli 2022, um die Vergabe der neuen Lizenzen pünktlich zur Übernahme der Glücksspielaufsicht durch die GGL umzusetzen. Aber zuverlässige Prognosen sind schwierig, denn es gibt keine gesicherten Informationen.

Sicher ist nur, dass es kein dauerhafter Zustand sein kann, dass es nur eine Lizenz für virtuelle Automatenspiele in Deutschland gibt. Immer noch gibt es zahlreiche Glücksspielexperten, die sich über den Umstand aufregen, dass in der ersten Runde nur ein einziges Unternehmen eine Erlaubnis für virtuellen Automatenspiele bekommen hat. Viele Unternehmen haben bereits am 1. Juli 2021, pünktlich zum Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags, ihren Lizenzantrag gestellt. Bislang gibt es keine vernünftige Erklärung dafür, dass die Prüfung der Lizenzanträge mittlerweile fast ein Jahr dauert. Andere Glücksspielbehörden in Europa schaffen es teilweise, innerhalb weniger Wochen Lizenzanträge zu bearbeiten. Mehr als ein paar Monate sollte es aber nicht dauern, einen Lizenzantrag für ein Online-Casino zu überprüfen. In Deutschland ist vieles anders, aber nicht alles besser. Wer daran Zweifel hatte, wurde in den letzten beiden Jahren eines Besseren belehrt.

Prüfung der virtuellen Slots als Nadelöhr?

Es ist eine Sache, Lizenzen (Erlaubnisse) zu vergeben. Eine ganz andere Sache ist es, die nötigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die neuen Anbieter der virtuellen Automatenspieler ihre Angebote an den Start bringen können. Insbesondere müssen alle Spielautomaten, die in den neuen Online-Casinos zur Verfügung gestellt werden, von der Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder zugelassen werden. Die Zulassung ist allerdings mit einigem Aufwand verbunden. Immerhin muss jedes Spiel individuell geprüft werden. Es findet keine übergreifende Zertifizierung statt, sodass bei jedem neuen Glücksspielanbieter die Überprüfung von vorne beginnt.

Der Grund, warum der erste Lizenznehmer, die Mernov Betriebsgesellschaft mbH, die neu lizenzierten Angebote noch nicht live geschaltet hat, soll sein, dass die nötigen Zulassungen für die Spiele fehlen. Wenn schon beim ersten Lizenznehmer dieses Problem auftritt, was sollen es passieren, wenn 8 weitere Lizenznehmer auf der Liste stehen? Wenn es im aktuellen Tempo weitergeht, ist vor 2025 wohl kaum damit zu rechnen, dass alle Lizenzanträge geprüft und die erforderlichen Zulassungen für Spielautomaten erteilt worden sind. Das wäre ein Fortschritt, aber ein sehr langsamer.

Glücksspielanbieter verzweifeln an Deutschland

Die meisten Glücksspielanbieter halten sich mit Kritik an Behörden und der Politik zurück, jedenfalls in Deutschland. Umso bemerkenswerter ist es, dass mittlerweile viele Unternehmensvertreter doch recht offen Kritik üben an der deutschen Glücksspielregulierung. Besonders lautstark ist die Kritik der großen Glücksspielverbände. Ein großer Glücksspielanbieter, die Kindred Group, hat sich bereits vom deutschen Markt zurückgezogen mit der Begründung, dass der Markt weder transparent noch fair gestaltet sei. Wenn die zuständigen Behörden, im Moment das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, und demnächst die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, nicht langsam in die Gänge kommen, könnten noch weitere Glücksspielanbieter dem Beispiel von Kindred folgen.