Jetzt ist es amtlich! Vor wenigen Tagen genehmigten nun auch die zuständigen Kartellbehörden den Erwerb der vier nordrhein-westfälischen Spielbanken durch die Gauselmann-Gruppe aus dem ostwestfälischen Espelkamp. Damit ist das Vergabeverfahren der NRW-WestSpiel-Gruppe, das bereits Mitte Juli abgeschlossen wurde, nun auch offiziell beendet. Sämtliche Kartellbehörden, die für den Verkauf zuständig waren, haben allesamt ihr okay gegeben. Damit kann die WestSpiel nun von der Gauselmann-Gruppe übernommen werden.

Über den Kaufbetrag ist offiziell nichts bekannt

Übernahme Online Casino

Schon am 20. Juli dieses Jahres wurde der Kaufvertrag zur Übernahme der NRW-Spielbanken zwischen der Gauselmann-Gruppe und der NRW.Bank unterzeichnet. Nun erfolgte auch noch die kartellrechtliche Freigabe, die eine Übernahme im September 2021 möglich gemacht hat. Die Standorte Bad Oeynhausen, Duisburg, Aachen und Dortmund-Hohensyburg sind demnach die jüngsten Mitglieder des Familienunternehmens aus Ost-Westfalen, das sein Portfolio damit imageträchtig erweiterte und zudem die Möglichkeit erhalten hat, „... noch zwei weitere Standorte in NRW zu eröffnen“. Dass die Gauselmann-Gruppe in diesem Vergabeverfahren den Zuschlag erhielt, kam nicht überraschend. Schließlich handelt es sich bei dem Konzern um das größte Glücksspiel-Unternehmen in der BRD. Der Vorstandssprecher und seines Zeichens nach der Gründer des Konzerns, Paul Gauselmann, sagte: „Wir freuen uns darauf, die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Unternehmen begrüßen zu können. Gemeinsam werden wir die Spielbanken in NRW noch erfolgreicher ausrichten.“ Der Geschäftsführer der Merkur Spielbanken, David Schnabel, ergänzte: „Die Zeit zwischen der Unterzeichnung des Kaufvertrages und der finalen Freigabe durch die Kartellbehörden haben wir intensiv dazu genutzt, um die Integration der Spielbanken in die Unternehmensgruppe vorzubereiten. Neben den technischen und organisatorischen Aspekten lag der Fokus dabei insbesondere auf der persönlichen Vorstellung des Managements bei den Kolleginnen und Kollegen in den Spielbank-Standorten sowie der Zentrale in Duisburg. Diesen Dialog werden wir in den kommenden Wochen weiter intensivieren und haben dazu Begrüßungsveranstaltungen für alle neuen Kolleginnen und Kollegen in unserem Schulungszentrum auf Schloss Benkhausen geplant.“

Über den Kaufbetrag für die vier Spielbanken ist bisher noch nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Selbst Insider äußern diesbezüglich keine Mutmaßungen. Bei dem Verkäufer WestSpiel handelt es sich um einen staatlichen Betreiber von Spielbanken, der neben den Casinos in NRW auch noch zwei weitere Standorte unterhält: die Spielbank in Bremen sowie eine zusätzliche Dependance in Bremerhaven, in der ausschließlich Spielautomaten zur Verfügung stehen.

60 Jahre Glücksspiel-Geschichte

Freunde des Online Glücksspiels ist die Gauselmann-Gruppe in erster Linie durch die Marke Merkur ein Begriff. Und Merkur steht für sie seit geraumer Zeit für zahlreiche populäre Merkur Slots. Dabei ist die Marke Merkur bereits seit mehr als 60 Jahren ein Garant für grenzenlose Freude am Spielen – und zwar schon in Zeiten, in denen ans World Wide Web noch gar nicht zu denken war. Bereits seit sechs Jahrzehnten entwickelt, produziert und vertreibt die Gauselmann-Gruppe Spiele, Systemlösungen, Spielautomaten und sogenannte Geld-Management-Systeme. Darüber hinaus unterhält die Unternehmensgruppe die stationäre Spielstätten-Kette Merkur Casino, ist im Bereich Sportwetten aktiv und betreibt seriöse Online Casinos. Weltweit erwirtschaftete der Konzern im Jahre 2019 rund 3,5 Milliarden Euro. Dabei beschäftigt er an die 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie derzeit gut 220 Azubis, die über den ganzen Globus verteilt im Einsatz sind.

Den Erwerb der WestSpiel-Spielbanken in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund-Hohensyburg und Duisburg kann die Gauselmann-Gruppe als einen weiteren großen Erfolg verbuchen. Damit steigt die Anzahl der Spielbanken, die der Konzern in unterschiedlichen Ländern betreibt, auf 32 an.

Welche finanziellen Auswirkungen kommen nun auf das Land NRW zu?

Dass die NRW-Spielstätten nun an die finanziell ausgesprochen stabile Gauselmann-Gruppe gefallen sind, lässt die Hoffnung auf eine vielversprechende Zukunft zu, denn während der anhaltenden weltweiten Gesundheitskrise mussten auch die deutschen Spielbanken sehr um ihr Überleben kämpfen. Experten zufolge wird sich die Situation für das landbasierte Glücksspiel allerdings wieder zum Positiven hin entwickeln, da die Nachfrage nach stationären Glücksspiel-Angeboten in Deutschland immer größer wird. Die Legalisierung des Online Glücksspiels durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag, der am 1. Juli dieses Jahres in Kraft trat, hat noch nicht alle Spiele-Enthusiasten zufriedenstellen können. In Deutschland sind die populären Tischspiele wie Baccarat, Blackjack oder Roulette noch immer auf dem Index. Sobald die Gesundheitskrise ein Ende genommen hat, könnte die Tatsache, dass in Deutschland lizenzierte Online Casinos aktuell fast nur Online Slots anbieten dürfen, den stationären Spielbanken in der BRD zu einem enormen Zuwachs verhelfen. Dadurch wird einmal mehr deutlich, dass die Gauselmann-Gruppe weiterhin konsequent ihre Unternehmensstrategie verfolgt und mit dem Kauf der Standorte in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund-Hohensyburg und Duisburg auf das richtige Pferd gesetzt hat.

Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der einzelnen Standorte betrifft, soll es keine personellen Änderungen geben, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Stattdessen will der Konzern von dem „langjährigen Erfahrungsschatz“ der dortigen Kolleginnen und Kollegen profitieren. Immerhin konnte der Finanzhaushalt des Landes Nordrhein-Westfalen in „guten Jahren“ mehr als 100 Millionen Euro aus den Einnahmen seiner vier Spielbanken verbuchen. Das ist wahrlich kein Pappenstiel, und es bleibt zunächst einmal abzuwarten, welche Auswirkungen die soeben erfolgte Privatisierung der ehemals staatlichen Glücksspiel-Unternehmen auf die Bilanzen des Landes NRW haben wird.