Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) ist einer der größten deutschen Glücksspielverbände. Und nachdem die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) zum 1. Juli 2023 die Glücksspielaufsicht übernommen hat, sieht der DSWV die Zeit gekommen, um endlich wirkungsvoll gegen den Schwarzmarkt beim Online-Glücksspiel vorzugehen. Nach Einschätzung des renommierten Verbands steht die neue Glücksspielbehörde vor einer riesigen Herausforderung. Dem würden sich wohl die meisten Experten in Europa anschließen, denn der Kampf gegen das illegale Online-Glücksspiel hat sich bislang in allen EU-Ländern als Kampf gegen Windmühlen erwiesen.

DSWV hofft auf GGL

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Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder ist geschaffen worden, um die Regulierung des Online-Glücksspiels umfassend zu gewährleisten. Aber erst zum 1. Januar 2023 wird die GGL zuständig sein für das Gesamtpaket. In einem ersten Schritt ist die neue Glücksspielbehörde aber nun mit der Zuständigkeit für die Glücksspielaufsicht ausgestattet worden. Damit ist die erste Aufgabe der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Bekämpfung des Schwarzmarkts. Das bisher zuständige Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, kann sich im nächsten halben Jahr darauf fokussieren, Lizenzen für Online Casinos zu vergeben. Bislang hat das allerdings nicht besonders gut geklappt, denn bislang sind nur drei Unternehmen mit Lizenzen ausgestattet worden.

Mathias Dahms, der Präsident des Deutschen Sportwettenverbands, hat in einer aktuellen Stellungnahme zum Ausdruck gebracht, dass er die Hoffnung habe, dass die GGL die Bekämpfung des Schwarzmarkts verbessere. Derzeit gibt es einen riesigen unregulierten Glücksspielmarkt in Deutschland. Auf der einen Seite gibt es die seriösen Glücksspielanbieter, die zum großen Teil noch auf eine Lizenz (Erlaubnis) warten. Auf der anderen Seite gibt es Glücksspielanbieter, die von der aktuellen Situation erheblich profitieren, da sie sich nicht an die geltenden Regeln halten. Konkret bedeutet dies zum Beispiel, dass die seriösen Online Casinos derzeit ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro umsetzen, so wie dies gefordert wird. Dieses Einzahlungslimit beachten die Anbieter auf dem Schwarzmarkt aber natürlich nicht. Dadurch entsteht eine erhebliche Wettbewerbsverzerrung.

Über 507 Anbieter ohne Lizenz in Deutschland?

Der DSWV hat nach eigenen Angaben bei einer aktuellen Marktstudie 507 Anbieter ohne Lizenz in Deutschland gefunden. Dem stehen gerade einmal 36 lizenzierte Anbieter gegenüber. Das ist ein erhebliches Missverhältnis. Die jüngst veröffentlichen Zahlen des Landesverwaltungsamts Sachsen-Anhalt sah nicht ganz so dramatisch aus. Aber beim Deutschen Sportwettenverband arbeiten erfahrene Profis, die sehr genau wissen, wie sie die nicht lizenzierten Anbieter finden können. Nun stellt sich die Frage, was die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder unternehmen wird, um die nicht lizenzierten Anbieter vom deutschen Markt auszusperren. In Kürze sollen erste Details auf einer Pressekonferenz verkündet werden. Wir werden selbstverständlich darüber berichten.

Aber völlig klar ist zum jetzigen Zeitpunkt bereits, dass ohne eine wirkungsvolle Bekämpfung des Schwarzmarkts der neue Online-Glücksspielmarkt in Deutschland scheitern wird. In Deutschland kommen zwei Dinge zusammen, die auf einem gut regulierten Markt für Online-Glücksspiele eine gegenseitig verstärkende Wirkung haben. Zum einen gibt es erst drei Lizenzen für Online Casinos. Nur die Online-Buchmacher sind bereits insgesamt gut reguliert. Das liegt aber auch daran, dass es schon vor dem neuen Glücksspielstaatsvertrag eine solide Duldungsregelung gab, sodass der Übergang zu den neuen Lizenzen einfach war. Bei den seriösen Online Casinos muss das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt hingegen Pionierarbeit leisten. Zum andern funktioniert die Bekämpfung des Schwarzmarkts bisher kaum. Das lag bisher auch daran, dass das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt nicht die nötigen Ressourcen hatte, um den nötigen Erfolg zu erzielen.

DSWV erneuert Bekenntnis zu reguliertem Glücksspielmarkt

Der Deutsche Sportwettenverband hat sich schon früh klar und eindeutig für die neu Glücksspielregulierung eingesetzt. Im Detail hätte der DSWV gerne viele Regelungen anders gehabt. Aber an der grundsätzlichen Idee, einen regulierten Markt für Online-Glücksspiele, Online-Sportwetten und Online-Poker zu schaffen, gab es von Anfang an keine fundamentale Kritik. Allerdings gibt es sehr viel Kritik an der Umsetzung der neuen Glücksspielregulierung. Viele Glücksspielanbieter sind unzufrieden mit dem aktuellen Zustand in Deutschland. Wenn sich nicht bald etwas zum Besseren verändert, insbesondere bei den Online-Casinos und beim Online-Poker, kann es durchaus passieren, dass sich nach der Kindred Group noch andere international renommierte Glücksspielanbieter vom deutschen Markt zurückziehen. Der DSWV weist zurecht darauf hin: Es ist Eile geboten!