Zum Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist der Frankfurter Kommentar erschienen. Dieser „Amtskommentar“ ist die maßgebliche Referenz für alle Menschen, die sich beruflich mit dem Glücksspielrecht in Deutschland auseinandersetzen müssen. Auch die Details zur Regulierung des Online-Glücksspiels werden ausführlich besprochen. Auf 892 Seiten werden Themen wie Einsatzlimits, Spielersperrdatei und Einzahlungslimits umfassend diskutiert. Allerdings kann der umfangreiche Kommentar nicht vorwegnehmen, wie sich die gerade im Aufbau befindende Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verhalten wird. Aber zumindest gibt es nun auch für die Glücksspielbranche in Deutschland ein Standardwerk, das bei offenen Fragen zurate gezogen werden kann.

Ausführlicher Kommentar zum Glücksspielstaatsvertrag 2021

Glücksspiel Staatsvertrag

Warum ist es nötig, einen umfangreichen Kommentar zum Glücksspielstaatsvertrag 2021 zu veröffentlichen? Genügt es nicht, das Gesetzeswerk zu lesen? Sogar für Juristen ist es nicht immer einfach, allein auf der Basis des Gesetzestextes ohne weitere Kommentierungen die Details korrekt zu erfassen. Für Laien ist es ungleich schwerer, den Glücksspielstaatsvertrag in Gänze zu verstehen. Viele juristische Fachbegriffe sorgen dafür, dass es am Ende nicht leicht ist zu erkennen, was wirklich gilt und was nicht. Mit dem neuen Frankfurter Kommentar, der von der Deutschen Fachverlag GmbH in Frankfurt am Main veröffentlicht worden ist, gibt es eine gut verständliche Referenz zum gesamten Glücksspielstaatsvertrag.

Für alle Glücksspielanbieter in Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag wichtig. Das neu regulierte Online-Glücksspiel ist aber eine besondere Herausforderung. Während die Betreiber von Spielhallen und Spielbanken seit Jahrzehnten mit der Glücksspielregulierung in Deutschland befasst sind, gilt dies für die Online-Glücksspielanbieter erst seit dem 1. Juli 2021. Vorher gab es keine Regulierung von Online Casinos. Dass sich das nun geändert hat, wird von vielen Experten grundsätzlich positiv bewertet. Aber nach wie vor sind einige Details nicht so klar, wie es sich das die Politiker, die den Glücksspielstaatsvertrag ausgehandelt haben, vermutlich gedacht haben. Deswegen ist es wichtig, dass nun ein umfangreicher Kommentar zur Verfügung steht, der die Unklarheiten weitgehend beseitigt.

Ohne Rechtsanwälte geht auch in Zukunft nichts

Für Glücksspielanbieter und alle Unternehmen, die in der Glücksspielbranche unterwegs sind, ändert auch der neuen Frankfurter Kommentar nichts daran, dass es in manchen Fällen nötig sein wird, Rechtsanwälte zu beschäftigen. Insbesondere ist nicht bis ins letzte Detail vorhersehbar, wie die deutschen Gerichte den Glücksspielstaatsvertrag bewerten werden. Zudem kann sich auch an der Rechtsprechung immer wieder etwas ändern, zum Beispiel weil neue Richtlinien aus Europa kommen. In der Praxis wird es für die Glücksspielanbieter und andere Unternehmen der Glücksspielbranche zudem nicht nur darum gehen, was im Glücksspielstaatsvertrag geht. Wichtiger dürfte werden, wie sich die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) positionieren wird.

In konkreten Einzelfällen wird es aber immer wieder nötig sein, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen, um Sachverhalte vor Gericht klären zu lassen. Schaut man auf die Arbeit von Glücksspielbehörden in anderen Ländern, zum Beispiel in Spanien, Schweden oder Großbritannien, wird deutlich, dass die Glücksspielanbieter auf juristischen Beistand angewiesen sind. Insbesondere wenn es um Sanktionen geht, wird es auch in Deutschland in Zukunft viele Situationen geben, in denen Rechtsanwälte unverzichtbar sein werden. Das ist allerdings völlig normal. Ein ausführlicher Kommentar zum Glücksspielstaatsvertrag kann nicht die Arbeit der Gerichte und Juristen ersetzen. Aber zumindest gibt es nun eine ausführliche Referenz für alle, die sich tagtäglich mit dem Glücksspielstaatsvertrag direkt oder indirekt auseinandersetzen müssen. Der hohe Preis von 169 Euro, den Käufer für den neuen Kommentar zum Glücksspielstaatsvertrag bezahlen müssen, könnte sich schnell amortisieren, wenn dadurch juristischer Ärger vermieden wird.

Glücksspielstaatsvertrag muss sich in der Praxis bewähren

Die Praxis ist wichtiger als die Theorie, auch wenn es um Gesetze geht. Das wichtigste Ziel des neuen Glücksspielstaatsvertrags, wenn es um Online-Glücksspiel geht, ist die Schaffung eines gut regulierten Marktes. Nicht zuletzt soll eine erstklassige Kanalisierung erreicht werden. Das bedeutet konkret, dass möglichst viele deutsche Glücksspiel-Fans in Zukunft die lizenzierten Online Casinos nutzen sollen. Ob das gelingt, ist eine offene Frage, denn die deutsche Glücksspielregulierung für Online-Glücksspiel ist sehr streng ausgefallen. Vor allem die Einsatzlimits und die Einzahlungslimits könnten noch zum Problem werden. Daran ändert dann auch der Frankfurter Kommentar nichts, der zwar für die seriösen Glücksspielanbieter sehr nützlich ist, aber von den weniger seriösen Glücksspielanbieter wohl geflissentlich ignoriert wird. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob der Glücksspielstaatsvertrag 2021 ein großer Wurf war oder ob schon bald nachgebessert werden muss.