Die Regulierung des Online-Glücksspiels ist auch in den Niederlanden nicht einfach. Der Leiter der niederländischen Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA), hat in einer aktuellen Stellungnahme erklärt, warum gerade am Anfang die Schwierigkeiten erheblich waren. In den Niederlanden wird seit einem Jahr das Online-Glücksspiel national reguliert. Vorher gab es, ähnlich wie in Deutschland, einen Graumarkt mit EU-Lizenzen. Allerdings hat die niederländische Glücksspielbehörde einen langen Anlauf gebraucht, um die Regulierung zu etablieren. Im ersten Jahr gab es erhebliche Probleme. Nun sieht René Jansen die niederländische Glücksspielbehörde aber auf einem guten Weg.

Regulierung des Online-Glücksspiels in den Niederlanden schwierig

Lizenz Online Casino

Als vor einem Jahr die niederländische Glücksspielbehörde offiziell damit begann, das Online-Glücksspiel zu regulieren, gab es gerade einmal zehn lizenzierte Online-Casinos. Mittlerweile sind 22 Lizenzen für Online-Spielhallen vergeben worden. René Jansen weist allerdings darauf hin, dass sich die Anzahl der Spieler durch die neuen Online-Spielhallen nicht verändert habe. Ob das ein gutes Zeichen ist, muss sich noch zeigen. Immerhin belegt eine aktuelle Studie, dass in den Niederlanden die Kanalisierung einen Grad von 85 Prozent erreicht. Auch wenn die Studie nicht ganz unproblematisch ist, lässt sich doch zumindest feststellen, dass es erste positive Signale gibt. Eine hohe Kanalisierung ist die Voraussetzung dafür, dass die Regulierung des Online-Glücksspiels die gewünschte Wirkung entfaltet.

Das große Ziel sei es, einen komplett sicheren Online-Glücksspielmarkt zu schaffen. Doch auch René Jansen müsste wissen, dass dies kaum zu erreichen ist. Die Anbieter auf dem Schwarzmarkt werden immer Vorteile haben, da sie sich nicht an die Regeln halten müssen. Allerdings hat man in den Niederlanden wohl verstanden, dass es keine gute Idee wäre, allzu strenge Regeln auf dem legalen Glücksspielmarkt umzusetzen. René Jansen weist eindrücklich darauf hin, dass es der falsche Weg wäre, das legale Glücksspiel so stark zu beschränken, dass eine große Attraktivität der Anbieter auf dem Schwarzmarkt entstünde. Im direkten Vergleich müssen sich die legalen Glücksspielanbieter behaupten. Und das funktioniert nicht, wenn die gesetzlichen Restriktionen zu streng sind.

Umsetzung der Glücksspielregulierung in den Niederlanden

Die Niederlande haben einen relativ kleinen Glücksspielmarkt. Monatlich werden etwa 80 Millionen Euro umgesetzt. Das ist im internationalen Vergleich nicht besonders viel. Aber die Summe so hoch, dass eine vernünftige Regulierung sinnvoll ist. Aber auch in den Niederlanden streiten sich die Politiker darüber, was bei der Glücksspielregulierung der sinnvolle Weg ist. Die Experten sind sich einig darüber, dass die Attraktivität zwischen den legalen und den nicht zugelassenen Anbietern nicht allzu unterschiedlich sein darf. Ansonsten haben Glücksspiel-Fans einen großen Anreiz, nicht auf dem legalen Markt zu spielen. Auch in den Niederlanden schafft man es bislang nicht, den Schwarzmarkt durch restriktive Maßnahmen gegen die nicht zugelassenen Anbieter zu begrenzen.

Die Verantwortlichen bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in Deutschland (GGL) sollten sich vielleicht einmal mit René Jansen treffen, um Erfahrungen auszutauschen. Allerdings ist das größte Problem nicht unbedingt auf Behördenebene in Deutschland zu finden. Vielmehr sind die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen derart gestaltet, dass es schwierig ist, eine gut funktionierende Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland umzusetzen. In Deutschland glaubte man nach wie vor, dass es möglich wäre, den Schwarzmarkt mit restriktiven Maßnahmen zu bekämpfen. Währenddessen verdienen sich Betreiber der Offshore-Casinos mit deutschen Kunden eine goldene Nase. Das Problem ist, dass die besten Online-Casinos auf der Basis der neuen Regulierung in Deutschland nicht attraktiv genug sind im Vergleich mit den Angeboten auf dem Schwarzmarkt.

Fehler der niederländischen Glücksspielbehörde in Deutschland vermeiden?

Ein Grundproblem bei der Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland ist, dass man mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 versucht hat, das Regulierungsrad neu zu erfinden. Anstatt sich anzuschauen, wie Großbritannien, Schweden, Dänemark, Spanien und Malta das Online-Glücksspiel regulieren, um davon zu lernen, hat man in Deutschland versucht, einen Sonderweg zu gehen, um alles besser zu machen. Das Ergebnis ist, dass im Moment hauptsächlich die Glücksspielanbieter ohne Lizenz profitieren. Die lizenzierten Online-Casinos leiden hingegen unter einer schlecht durchdachten Glücksspielsteuer, einem niedrigen Einsatzlimit und einem niedrigen monatlichen Einzahlungslimit. Wenn sich die Grundstruktur nicht ändert, wird die GGL demnächst einen noch deutlich negativeren Bericht abliefern müssen als René Jansen aktuell in den Niederlanden.