Die Glücksspielregulierung in Großbritannien soll schon seit Jahren verändert werden. Der laufende Gambling Act Review wurde allerdings immer wieder verzögert, weil der zuständige Minister insgesamt viermal ausgewechselt wurde. Doch angeblich soll nun das entscheidende Papier zur Vorlage bereit sein. Es mehren sich aber die Gerüchte, dass die neue Premierministerin Liz Truss den Review vorzeitig abbricht und damit die Glücksspielregulierung unverändert bleibt. Ist das eine gute Sache? Oder könnten die Glücksspielanbieter, vor allem die Betreiber von Online-Casinos und die Anbieter von Online-Sportwetten, am Ende sogar benachteiligt werden durch eine unveränderte Glücksspielregulierung?

Doch keine Veränderung der Glücksspielregulierung in Großbritannien?

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Eine neue Regierungschefin hat das Vorrecht, neue Projekte anzugehen und bestehende Projekte auf den Prüfstand zu bringen. Allerdings hätten wohl die wenigsten Beobachter erwartet, dass sich die neue Premierministerin Liz Truss gleich zu Beginn ihrer Amtszeit mit dem Gambling Act Review beschäftigen würde. Worum geht es? Die Glücksspielregulierung ist in Großbritannien schon lange nicht mehr im Grundsatz verändert worden. Mit dem Gambling Act Review wurde ein formelles Verfahren ausgelöst, bei dem Experten, Sachverständige und Interessengruppen gehört werden. Am Ende steht eine Empfehlung, die von der Regierung beraten und gegebenenfalls mit oder ohne Änderungen beschlossen wird. Aber es könnte sein, dass Premierministerin Liz Truss auf sämtliche Änderungen verzichtet.

Für die legalen Online-Glücksspielanbieter in Großbritannien wäre das in erster Linie wohl ein Vorteil. Insbesondere die zuletzt diskutierten Limits haben das Potenzial, die Glücksspielbranche erheblich zu beeinträchtigen. Wenn alles so bleibt, wie es aktuell ist, können etwa die Betreiber der lizenzierten Online-Casinos wie bisher Spielautomaten und Tischspiele mit nahezu unbegrenzten Limits anbieten. Auch andere Änderungen, die durch den Gambling Act Review ausgelöst werden könnten, wären wohl zulasten der Online-Glücksspielbranche. Sicher ist das nicht, da bislang nicht über die endgültigen Ergebnisse öffentlich diskutiert worden ist. Durchgesickert ist allerdings, dass die Glücksspielregulierung mit dem Gambling Act Review strenger werden soll.

Ohne Gambling Act Review mehr Macht für Glücksspielbehörde?

Die UK Gambling Commission, die britische Glücksspielbehörde, hat enorm viel Erfahrung mit der Regulierung des Online-Glücksspiels. Darüber hinaus hat die UK Gambling Commission aber auch deutlich mehr Befugnisse als viele andere Glücksspielbehörden in Europa. Insbesondere wäre es wohl möglich, erhebliche Veränderungen bei der Glücksspielregulierung einzuführen, ohne die gesetzliche Basis zu ändern. Sollte der Gambling Act Review abgebrochen werden, könnte das Ergebnis sein, dass die UK Gambling Commission gestärkt wird und die Glücksspielanbieter noch mehr als bisher davon abhängig sind, dass die Glücksspielbehörde gute Entscheidungen trifft. Eine umfassende gesetzliche Grundlage wäre zumindest hinsichtlich der Planungssicherheit wohl die bessere Lösung.
In den letzten Jahren hat es in Großbritannien einen klaren Trend hin zu einer strengeren Glücksspielregulierung gegeben. Vor allem im stationären Glücksspiel sind einige Verschärfungen eingeführt worden, die vielen britischen Glücksspielanbietern das Leben schwer machen. Aber das Online-Glücksspiel ist bislang mit Samthandschuhen angefasst worden. Mit dem Gambling Act Review könnte sich das ändern, aber nur, wenn das Verfahren nicht vorzeitig abgebrochen wird. Warum könnte Liz Truss überhaupt auf die Idee kommen, den Gambling Act Review abzubrechen? Zum Programm der neuen Premierministerin gehört es, Ausgaben zu streichen, die nicht unbedingt nötig sind. Es kann durchaus sein, dass die neue Glücksspielregulierung in diese Kategorie fällt.

Unsicherheit für Glücksspielanbieter und Glücksspiel-Fans

Die Gerüchte, dass der Gambling Act Review nach jahrelanger Vorarbeit zu keinem Ergebnis führen könnte, sorgen für Unsicherheit. Glücksspielanbieter und Glücksspiel-Fans werden schon seit Jahren durch immer neue Meldungen rund um dieses Thema verunsichert. Aber wenn am Schluss die Attraktivität der Glücksspielbranche nicht leidet, könnten wahrscheinlich die Glücksspielanbieter und die Glücksspiel-Fans in Großbritannien gut damit leben, dass der Gambling Act Review vorzeitig abgebrochen würde.
Ob es allerdings konservativen Wählern gut zu verkaufen ist, dass ein Projekt, das jahrelang gelaufen ist und bereits viel Steuergeld gekostet hat, ergebnislos abgebrochen wird, muss sich noch zeigen. Die Gerüchte nehmen allerdings Fahrt auf und angesichts der zahlreichen wirtschaftlichen Probleme, mit denen Großbritannien genauso wie viele andere europäische Länder aktuell befasst ist, ist es nicht undenkbar, dass das Randthema Glücksspielregulierung in der Versenkung verschwindet.