Der gesamte Online Glücksspielmarkt, inklusive dem Bereich der Online Sportwetten, verzeichnet nach wie vor ein starkes Wachstum, und das, obwohl die weltweit anhaltende Gesundheitskrise für so manche Einbußen gesorgt hat. Dieses Umsatzminus betrifft in erster Linie die stationären Spielhallen, Spielbanken und Buchmacher. Dennoch ist es für viele Anbieter kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Viele von ihnen rechnen damit, dass sie bald wieder auf einem Umsatzniveau sein werden, wie vor eineinhalb Jahren.  

Der Online Casino Boom reißt nicht ein

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Die Angebote der Online Casinos und der Online Buchmacher haben von der weltweiten Gesundheitskrise profitieren können und deutlich mehr Nutzer sowie höhere Umsätze verzeichnet. Außerdem hat die Legalisierung des Online Glücksspiels, die im Juli dieses Jahres durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag nun endlich auch in der BRD zum Tragen kam, dafür gesorgt, dass der Boom der seriösen Online Casinos nicht einreißt. Zahlreiche Marktforscher und auch Verbände haben in den letzten Jahren Zahlen vorgelegt, die den beachtlichen Umsatzanstieg der gesamten Glücksspiel-Branche belegen. Demzufolge kam im Jahre 2005 der gemeinsam veranlagte Umsatz aller stationären deutschen Glücksspiel- und Lotto-Anbieter auf etwas weniger als 27 Milliarden Euro. Innerhalb von 14 Jahren wuchs dieser Umsatz dann auf sage und schreibe knapp 45 Milliarden Euro an. 2018 schlug das Pendel noch deutlicher aus. In diesem Jahr gab es ein ganz besonderes Hoch, das sogar an die 47 Milliarden Euro heranreichte.

Der größte Anteil an diesem Umsatzhoch wird den Spielautomaten und somit auch den Spielhallen zugeschrieben. Geldspielautomaten erwirtschafteten noch im Jahre 2005 einen Gesamtumsatz von etwas weniger als 6 Milliarden Euro. Im Jahre 2017 war dieser auf einen Topwert von 31 Milliarden Euro angewachsen. Die Umsätze der Lottoanbieter und die der stationären Spielbanken hatten hingegen im gleichen Zeitraum leicht sinkende Umsätze. Aufgrund der guten Gewinne der Spielhallen ist es nicht verwunderlich, dass immer neue Geschäfte eröffneten. Im Jahre 2019 gab es laut der Finanzämter und einzelner Verbände insgesamt 6.000 Spielhallen-Unternehmen und Firmen, die Spielautomaten in ihren Räumen beherbergten. 15 Jahre vorher waren es noch 700 weniger. Durch die Anzahl der bundesdeutschen Spielotheken und Spielhallen ist natürlich auch die Zahl der Spielautomaten merklich gestiegen. Mittlerweile gibt es in der ganzen BRD knapp 300.000 Geldspielautomaten, die offiziell in Betrieb sind.

Prognosen der Marktforschungsinstitute

Wer die globale Glücksspielbranche in den letzten Jahren etwas genauer beobachtet hat, dem ist vermutlich nicht entgangen, dass sich der Markt stetig weiterentwickelt hat. Marktforschungsinstitute prophezeien auch für die Zukunft steigende Umsätze. Berücksichtigt werden dabei neben den Casinos und den stationären Spielbanken auch Angebote von Bingo, Sportwetten und Lotto. Bei den hohen Wachstumsraten darf natürlich auch die anhaltende Gesundheitskrise und der daraus resultierende Nachholeffekt nicht aus den Augen verloren werden. Die Einnahmen im Bereich des stationären Glücksspiels und der Buchmacher gingen in 2020 auf rund 360 Milliarden US Dollar und damit um knapp 100 Milliarden US Dollar im Vergleich zum Vorjahr zurück. Aber auch ohne diesen propagierten Nachholeffekt wird von Experten erwartet, dass die Umsätze bis 2022 weltweit auf über 500 Milliarden US Dollar ansteigen werden. Dabei spielen insbesondere einige Regionen in Afrika und Asien eine zentrale Rolle. Auch die voranschreitende internationale Liberalisierung des Online Glücksspiels fließt in diese Berechnungen mit ein.

Deutschland hat mehr Rechtssicherheit gewonnen

Deutschland hat sich nach langem Hin und Her nun ebenfalls zu einem neuen Glücksspielstaatsvertrag durchgerungen, der Online Casinos legalisiert, sofern sich die Anbieter an strenge Auflagen halten. Mit diesem neuen Staatsvertrag wurde zeitgleich auch eine Glücksspielsteuer beschlossen. Aber auch trotz dieser Abgaben ist davon auszugehen, dass deutsche Online Glücksspielanbieter in den nächsten Jahren wachsende Umsätze erzielen können. Die Rechtssicherheit, die die neue Gesetzgebung bietet sowie auch die hervorragende Spiele-Verfügbarkeit werden vermutlich dazu führen, dass zahlreiche deutsche Spielerinnen und Spieler den Online Casinos mit deutscher Lizenz ihr Vertrauen schenken. Einziger Knackpunkt sind die strengen Regularien, die sich eventuell auch negativ auf die Umsätze auswirken könnten. Beispielsweise sind klassische Casino-Spiele wie Roulette und Blackjack in der BRD nach wie vor untersagt. Tabu sind darüber hinaus Live-Angebote. Bisher dürfen lediglich Online Slots im Portfolio geführt werden. Hinzu kommen Beschränkungen bei den Einsätzen der Kunden, die ein Gesamtlimit von monatlich 1.000,- Euro nicht übersteigen dürfen.

Dennoch geht die Branche von einem Anstieg der Umsätze in Deutschland aus und parallel von einer positiven Entwicklung bei der Zahl der Online Glücksspielbetreiber. Die logische Folge davon wäre ein verschärfter Wettbewerb, der dann unter den in der BRD lizenzierten Online Glücksspiel-Anbietern herrscht. Viele der bereits etablierten Betreiber locken neue Kunden durch einen Bonus ohne Einzahlung bei Online Casinos oder mit attraktiven Freispielen. Mitbewerber aus anderen EU-Staaten reagieren bereits auf diese Lockangebote und kontern mit ähnlich lukrativen Boni. Dieser Wettbewerb ist vermutlich für das Wachstum des gesamten Marktes nicht besonders erheblich, lediglich für die einzelnen Anbieter. Demnach wird der Kuchen von Jahr zu Jahr größer, aber auch die Anzahl derjenigen, die ein großes Stück dieses Kuchens abhaben wollen. Es ist davon auszugehen, dass bald eine Selbstregulierung und Sättigung des Marktes einsetzt sowie ein Verdrängungswettbewerb.