Für die Glücksspielbranche ist die kürzlich verkündete Pflicht zur Arbeitszeiterfassung durch das Bundesarbeitsgericht mit erheblichen Änderungen verbunden. Nach dem aktuellen Urteil muss jeder Arbeitgeber ein System zur Verfügung stellen, mit dem die Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit erfassen können. Die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts ist die Folge einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs im Jahr 2019. Nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts ist klar, dass alle Arbeitgeber ein System zur Arbeitszeiterfassung einführen müssen. Der nationale Gesetzgeber kann nur entscheiden, in welcher Form die Arbeitszeiterfassung stattfinden muss und welche Systeme zulässig sind.

Auch Glücksspielbranche muss Arbeitszeiterfassung umsetzen

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Jeder Arbeitgeber in der Glücksspielbranche wird in Zukunft ein System zur Verfügung stellen müssen, mit dem die Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit erfassen können. Die Erfassung der Arbeitszeit wird wohl zur Pflicht. Das ist für die Arbeitnehmer und für die Arbeitgeber in vielen Fällen nicht die optimale Entscheidung. Die Vertrauensarbeitszeit, die gerade bei vielen kleinen Unternehmen üblich ist, kann nicht mehr genutzt werden, jedenfalls nicht offiziell. Stattdessen soll eine verbindliche Arbeitszeiterfassung stattfinden. Allerdings muss niemand befürchten, dass die Mitarbeiter der deutschen Glücksspielanbieter demnächst stempeln müssen. Glücklicherweise gibt es moderne Möglichkeiten, Arbeitszeiten zu erfassen, auch in den Spielbanken in Deutschland.

Eine einfache App zur Arbeitszeiterfassung wird wahrscheinlich schon genügen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Die Anbieter entsprechender Apps für die Arbeitszeiterfassung dürfen sich auf zusätzliche Umsätze freuen. Die Arbeitgeber werden einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand haben und für viele Arbeitnehmer wird es eine Umstellung sein, die Arbeitszeiten regelmäßig zu erfassen. Die Glücksspielbranche in Deutschland besteht aus vielen kleinen, zahlreichen mittleren sowie einigen großen Unternehmen und Konzernen. Je größer der Glücksspielanbieter ist, desto einfacher dürfte es letztlich sein, die neuen Vorgaben zur Arbeitszeiterfassung umzusetzen. Für die kleinen Unternehmen ist die neue Vorschrift hingegen primär ein zusätzlicher Kostenfaktor. In der Praxis dürfte die neue Arbeitszeiterfassung aber weder dem Arbeitgeber noch den Arbeitnehmern erhebliche Vorteile bringen.

Weitere Bürokratie für die Glücksspielbranche

Die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts wäre nicht nötig gewesen, wenn Deutschland, so wie ursprünglich zugesagt, die neue Richtlinie zur Erfassung der Arbeitszeiten bereits umgesetzt hätte. Aber es stellt sich schon die Frage, ob es wirklich sinnvoll sein kann, den bürokratischen Aufwand für Arbeitgeber in Europa zu erhöhen. Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung bringt keinen einzigen Arbeitsplatz. Auch Arbeitnehmer profitieren nicht davon, dass sie grundsätzlich ihre Arbeitszeit erfassen müssen. Warum überlässt man die Frage der Arbeitszeiterfassung nicht den Unternehmen? Stattdessen wird ein neues bürokratisches Monster geschaffen, das in erster Linie Kosten und Arbeitszeit bindet. Beim Wunsch, alles möglichst korrekt zu machen, geht in Europa mitunter der Sinn für das Wesentliche verloren.

Aktuell ist nur sicher, dass ein System zur Arbeitszeiterfassung zur Verfügung gestellt werden muss. Die Experten streiten sich noch darüber, ob die Arbeitszeit auch von allen Arbeitnehmern über dieses System erfasst werden muss. An dieser Fußnote wird deutlich, dass es mehr um das Prinzip als um die Sache geht. Allerdings wäre es einigermaßen absurd, mit viel Aufwand ein System zur Arbeitszeiterfassung zur Verfügung zu stellen und anschließend den Arbeitnehmern die Entscheidung zu überlassen, ob sie ihre Arbeitszeit erfassen oder nicht. Aber möglich ist alles, wenn emsige Juristen und Bürokraten am Werk sind. Es gibt in Europa viele wichtige Themen, aber die Erfassung der Arbeitszeiten hat sich bislang wohl den wenigsten Arbeitgebern und Arbeitnehmern als Problem dargestellt.

Glücksspielbranche muss sich auf Anpassungen vorbereiten

Die Arbeitgeber in der Glücksspielbranche, auch die Betreiber der legalen Online-Casinos, müssen sich jetzt darauf vorbereiten, dass sie ein System zur Arbeitszeiterfassung einführen müssen. Daran wird kein Weg vorbeiführen. Da allerdings noch nicht klar ist, welche Systeme zulässig sind, ist es schwierig, aktuell bereits über den Kauf einer entsprechenden Software oder eines anderen Systems nachzudenken. Findet eigentlich eine Kosten-Nutzen-Analyse bei der Einführung neuer Gesetze statt? Es ist schwer vorstellbar, dass die zwangsweise Einführung von Systemen zur Arbeitszeiterfassung in Deutschland und anderen europäischen Ländern einen messbaren Vorteil bringt. Sicher ist nur, dass sich Juristen in Europa und speziell in Deutschland nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen können. Zahlreiche Unternehmen werden wohl schon juristischen Rat suchen, um die neuen Vorgaben des Bundesarbeitsgerichts korrekt umzusetzen.