Gaming in Germany hat angekündigt, dass Roland Benter und Benjamin Schwanke, die beiden Direktoren und Vorstände der Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) an der Gaming in Germany Konferenz im September 2022 teilnehmen werden. In Berlin nehmen die beiden Top-Regulierer in Deutschland in Berlin im Ritz-Carlton an der Konferenz teil, in der es vor allem um die neue Glücksspielregulierung in Deutschland gehen wird. Aller Voraussicht nach wird es sich um den ersten großen Auftritt der beiden neuen Vorstände der jungen Behörde handeln. Bedauerlicherweise dauert es noch einige Monate, bis die Konferenz stattfindet. Schon jetzt gäbe es viele spannende Fragen für die beiden Vorstände.

GGL-Vorstände treten öffentlich auf Konferenz auf

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Grundsätzlich ist es eine gute Sache, dass sich Roland Benter und Benjamin Schwanke dazu bereit erklärt haben, an der Gaming in Germany Konferenz teilzunehmen. Bislang ist es ein großes Manko der neuen Glücksspielregulierung, dass die zuständige Behörde, das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, praktisch keine Öffentlichkeitsarbeit macht. Die Teilnahme an der Gaming in Germany Konferenz könnte darauf hindeuten, dass die neuen Vorstände der GGL einen anderen Weg gehen wollen. Die GGL wird zwar erst ab 2023 zuständig sein für die komplette Regulierung der Online-Spielhallen. Aber es ist eine gute Sache, schon vorher in die Öffentlichkeit zu gehen, um über die aktuellen Prozesse und Fortschritte zu berichten. Aus Sicht vieler interessierter Beobachter wäre es allerdings noch besser, wenn die beiden Führungskräfte sich schon jetzt mehr zeigen würden.

Die deutsche Glücksspielregulierung für virtuelle Automatenspiele ist gerade erst eingeführt worden. Und doch steht das Erlaubnisverfahren bereits am Scheideweg. Es kann gut sein, dass das gesamte Lizenzierungsverfahren schon in Kürze verändert werden muss, da sich einige rechtliche Hürden auftun. Insbesondere dürfte es schwer sein, Glücksspielanbieter mit einer Erlaubnis auszustatten, die in den letzten Monaten auf der Basis der Übergangsregelung auf dem deutschen Markt waren. Eigentlich sollten die Glücksspielanbieter, die sich an die Übergangsregelung halten, eine faire Chance auf eine Erlaubnis (Lizenz) kommen. Dem ist aber nun allem Anschein nach nicht so, denn die Übergangsregelung ist aus juristischer Sicht wohl nur eine unverbindliche Vereinbarung. Deswegen dürfen keine Erlaubnisse ausgestellt werden an Online-Glücksspielanbieter, die nach Einführung des Glücksspielstaatsvertrags in Deutschland präsent waren. Zu diesem Thema würde man gerne die GGL-Vorstände hören.

Erlaubnisverfahren für virtuelle Spielautomaten wird zum Drama

Die deutschen Bundesländer haben es geschafft, einen Glücksspielstaatsvertrag zu vereinbaren, der das Online-Glücksspiel so kompliziert reguliert, dass die zuständige Behörde es nicht geschafft hat, in neuneinhalb Monaten auch nur eine einzige Erlaubnis zu erteilen. Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt ist übergangsweise zuständig, da die GGL noch nicht arbeitsfähig ist. Eine ganze Weile lang schien es so, als sei das Landesverwaltungsamt aus personellen Gründen nicht dazu in der Lage, Lizenzen zu vergeben. Aber da nun das gesamte Erlaubnisverfahren infrage steht, könnte es auch sein, dass die Gründe mittlerweile ein bisschen tiefer liegen.

Wenn Ronald Benter und Benjamin Schwanke im September an der Gaming in Germany Konferenz teilnehmen, könnte es sein, dass sich die aktuellen Probleme bereits in Luft aufgelöst haben. Es könnte aber auch sein, dass das gesamte Erlaubnisverfahren neu gestartet werden muss, denn derzeit wird sogar über eine Änderung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 diskutiert. In jedem Fall muss Sachsen-Anhalt vorsichtig agieren, denn Erlaubnisse für Glücksspielanbieter, die nach dem Glücksspielstaatsvertrag keine Lizenz bekommen dürfen, könnten zu Schadensersatzforderungen führen. Je tiefer man in das Thema Online-Glücksspielregulierung in Deutschland einschlägt, desto mehr Fragen für die GGL-Vorstände kommen auf.

GGL-Vorstände stehen vor großen Aufgaben

Auch wenn sich bei der Regulierung des Online-Glücksspiels in den nächsten Monaten alles positiv entwickeln sollte, stellt sich doch die Frage, wie gut die neue Glücksspielregulierung am Ende funktioniert. Die GGL-Vorstände sind in Zukunft dafür verantwortlich, dass die Regulierung, die der Glücksspielstaatsvertrag 2021 vorgibt, ordentlich in die Praxis umgesetzt wird. Die Lizenzvergabe ist dabei nur eine wichtige Aufgabe. Auch der Kampf gegen den Schwarzmarkt soll eine zentrale Rolle spielen. Diesen Kampf wird die GGL bereits Mitte 2022 aufnehmen. Wenn bis dann allerdings noch keine Erlaubnis für ein seriöses Online-Casino vergeben worden ist, sind dann nicht alle Anbieter auf dem Schwarzmarkt? Wir stellen nur Fragen…