In Finnland könnte das staatliche Glücksspielmonopol bald Geschichte sein. Die finnische Ministerin für staatliches Eigentum, Tytti Tuppurainen, hat angekündigt, dass es zu einer Untersuchung des Glücksspielmonopols in den nächsten Monaten kommen wird. Der staatliche Glücksspielanbieter Veikkaus ist im Moment konkurrenzlos. Doch schon aus europarechtlichen Gründen wird das Glücksspielmonopol in Finnland nicht dauerhaft halten. Aktuell scheint sich eine gute Gelegenheit zu ergeben, den Glücksspielmarkt zu privatisieren, da zahlreiche Politikerinnen und Politiker der Regierung und der Opposition der Ansicht sind, dass der Glücksspielmarkt in Finnland privatisiert und neu reguliert werden sollte. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Online-Casinos.

Fällt das Glücksspielmonopol in Finnland bald?

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Schon seit Jahren wird in Finnland immer wieder über das staatliche Glücksspielmonopol diskutiert. Eine Privatisierung des Glücksspiels ist nach Einschätzung vieler Expertinnen und Experten lange überfällig. Aber in Finnland hat man es länger als in vielen anderen Ländern der Europäischen Union geschafft, das Glücksspielmonopol aufrechtzuerhalten, und zwar für alle Spielarten. Spielbanken, Spielhallen, Lotto und sämtliche Formen des Glücksspiels werden ausschließlich staatlich angeboten. In der heutigen Zeit ist das nach Einschätzung vieler Fachleute nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere beim Online-Glücksspiel ist es schwierig bis unmöglich, ausschließlich mit staatlichen Angeboten die Nachfrage zu bedienen. Auch in Finnland sind die internationalen Online-Casinos seit Jahren ein Problem.

Theoretisch ist es nicht erlaubt, in Finnland Online-Glücksspiele als privates Unternehmen anzubieten. Aber auch die finnische Politik schafft es in der Praxis nicht, einem Online-Casino mit karibischer Lizenz zu verbieten, finnische Spielerinnen und Spieler als Kundinnen und Kunden zu akzeptieren. Deswegen befürworten viele Fachleute einen pragmatischen Ansatz. Die umfassende Privatisierung des Online-Glücksspiels, so wie sie im Kern in Deutschland und vielen anderen Ländern bereits stattgefunden hat, ist ein guter Ansatz, um einen breiten legalen Online-Glücksspielmarkt zu schaffen. Ein Lizenzsystem kann auch scheitern, wenn die Regeln zu streng sind. Aber sicher ist, dass ein kleiner staatlicher Glücksspielanbieter keine Chance hat, mit der internationalen Konkurrenz im Internet zu konkurrieren.

Gleichstellung aller Glücksspielanbieter in Finnland?

Wenn das Glücksspielmonopol in Finnland abgeschafft wird, kommt es zu einer Gleichstellung aller Glücksspielanbieter. Was bedeutet das? In Deutschland lässt sich im Moment gut beobachten, dass die staatlichen Glücksspielanbieter auf dem Online-Glücksspielmarkt keinen Vorteil haben gegenüber der privaten Konkurrenz. Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass der staatliche Glücksspielanbieter in Finnland in Zukunft auch Online-Glücksspiele anbieten wird. Doch darüber hinaus werden die privaten Glücksspielanbieter ebenfalls die Möglichkeit haben, unter den noch zu bestimmenden Regeln legal Online-Glücksspiele zur Verfügung zu stellen. Dieser pragmatische Ansatz hat sich in vielen europäischen Ländern bewährt. Eine Alternative wäre es, das gesamte Online-Glücksspiel zu privatisieren und den staatlichen Glücksspielanbieter auf das terrestrische Glücksspiel zu beschränken.

Finanzielle Vorteile durch Privatisierung des Online-Glücksspiels

Legale Online-Casinos haben für den Staat den großen Vorteil, dass Steuereinnahmen und Abgaben erhoben werden können. Bei den nicht zugelassenen Online-Casinos, die aktuell in Finnland verfügbar sind und gute Geschäfte machen, verdient der Staat nicht mit. Schon aus wirtschaftlichen Erwägungen wäre es deswegen sinnvoll, das staatliche Glücksspielmonopol aufzugeben und ein Lizenzsystem für Online-Casinos zu schaffen. Das wirtschaftliche Argument ist für sich genommen vielleicht nicht ausreichend, um Online-Casinos zu legalisieren. Aber da es noch viele andere gute Argumente gibt, insbesondere hinsichtlich des Spielerschutzes, kann das wirtschaftliche Argument am Ende den Ausschlag geben für Politikerinnen und Politiker, die mit dem Thema befasst sind. Die Besteuerung des Online-Glücksspiels sollte aber bei der Regulierung nicht das wichtigste Thema sein.

In vielen Ländern lässt sich beobachten, wie schwierig es ist, Online-Glücksspiele sinnvoll und wirkungsvoll zu regulieren. Fällt die Regulierung zu streng aus, bleiben viele Spielerinnen und Spieler den nicht zugelassenen Online-Casinos treu. Wenn die Regulierung hingegen nicht streng genug ist, entfaltet sich kein vernünftiger Spielerschutz. Deswegen muss die Regulierung des Online-Glücksspiels immer mit einer effektiven Bekämpfung des Schwarzmarkts einhergehen. Doch bevor Finnland sich mit dieser Thematik im Detail auseinandersetzt, muss zunächst geklärt werden, ob überhaupt eine Privatisierung des Online-Glücksspiels stattfindet. In den nächsten Monaten dürfte diese Entscheidung fallen. Vielleicht wird es auch in Finnland schon bald Online-Spielautomaten in Online-Casinos geben, die von privaten Unternehmen geführt werden.