DraftKings kauft Golden Nugget Online Gaming (GNOG) für einen spektakulären Preis von 1,56 Milliarden Dollar (1,34 Milliarden Euro). Der Kauf wird komplett mit Aktien finanziert. Bei einem Dealer in dieser Größenordnung ist das nicht ungewöhnlich. Um den Kauf abzuwickeln, wird eine Holding-Firma mit dem Namen New DraftKings gegründet, die bis zum ersten Quartal 2022 beide Unternehmen unter einem Dach vereint. Nach der Abwicklung des Kaufs wird New DraftKings dann zu DraftKings Inc. Für die Investoren von DraftKings dürfte sich das Geschäft lohnen, denn die Aktien werden mit einem Kurs von 0,365 Aktien von DraftKings für eine Aktie von Golden Nugget Online Gaming eingetauscht. Das ist nach Einschätzung vieler Analysten ein guter Preis für GNOG.

DraftKings stellt sich noch stärker in Online-Glücksspiel auf

DraftKings | Golden Nugget

Für DraftKings ist der Kauf von Golden Nugget Online Gaming eine wichtige Investition in den Ausbau des Online-Glücksspiels. DraftKings kommt aus dem Fantasy Sports und ist mittlerweile auch im Sportwetten-Geschäft exzellent aufgestellt. Aber beim reinen Online-Glücksspiel, das in vielen US-Bundesstaat zulässig ist, gab es doch noch einige Lücken. Diese Lücken sollen nun mit dem Kauf von Golden Nugget Online Gaming geschlossen werden. Für Tilman Fertitta, den größten Investor von GNOG, ist das Geschäft eine große Sache. Immerhin hält Fertitta 46 Prozent des Glücksspielanbieters. Dementsprechend positiv wird sich der Kontostand des Investors entwickeln. Für Tilman Fertitta ist aber nicht nur wichtig, dass ein attraktiver Preis erzielt werden konnte. Ein wichtiger Faktor beim Deal war auch, dass DraftKings bei vielen Experten und auch bei Fertitta als dominierendes Unternehmen im Bereich des Online-Glücksspiels und der Online-Sportwetten in den nächsten Jahren und vermutlich auch Jahrzehnten gesehen wird.

Das Board of Directors von Golden Nugget Online Gaming hat den Verkauf bereits bestätigt. Allerdings müssen auch noch die Aktienbesitzer zustimmen. Da der größte Investor bereits seine Zustimmung öffentlich gemacht hat, dürfte die Zustimmung der Aktionäre am Ende aber nur noch eine Formsache sein. Der Deal ist fair und die Aktionäre können erheblich profitieren, nicht nur kurzfristig, sondern auch auf lange Sicht. Für Jason Robins, den CEO von DraftKings, ist der Kauf von GNOG wichtig, um auf einen Schlag wesentlich mehr Kunden im Bereich Online-Glücksspiel zu erhalten. Darüber hinaus hat DraftKings den Vorteil, dass Golden Nugget Online Gaming eine gesamte Infrastruktur inklusive Netzwerk mitbringt, sodass die Reichweite von DraftKings durch den neuen Deal erheblich zunimmt. Es ist durchaus vorstellbar, dass mittelfristig die Angebote von Golden Nugget Online Gaming um die Online-Sportwetten von DraftKings ergänzt werden. Ähnliche Synergieeffekte könnten an vielen Stellen noch zum Tragen kommen. Auch das dürfte dazu beitragen, dass DraftKings einen Milliardenbetrag für Golden Nugget Online Gaming bezahlt.

GNOG-Investor Tilman Fertitta profitiert erheblich

Für Tilman Fertitta ist der Verkauf von GNOG nicht nur finanziell eine große Sache. Der Besitzer des NBA-Teams Houston Rockets hat in Zukunft auch einen Platz in Board of Directors bei DraftKings und wird einer der größten Aktionäre sein. Durch den Verkauf von Golden Nugget Online Gaming sichert sich Tilman Fertitta somit eine glänzende Position bei einer der aufregendsten Marken den nächsten Jahren und Jahrzehnte. Viele Börsenexperten glauben, dass DraftKings zu einem der größten Unternehmen der Welt werden kann. Tilman Fertitta hat somit die Möglichkeit, sein ohnehin schon beträchtliches Vermögen noch deutlich zu vergrößern. Aus strategischer Sicht ist es für DraftKings enorm wichtig, die Basis zu verbreitern. Im Moment geht es für Glücksspielanbieter auf dem amerikanischen Online-Glücksspielmarkt vor allem darum, möglichst hohe Marktanteile zu erobern. Zum Teil wird dafür auch spektakuläre Investitionen getätigt, so wie beim aktuellen Deal zwischen DraftKings und GNOG.

Golden Nugget Online Gaming ist schon seit 2016 auf dem amerikanischen Online-Glücksspielmarkt aktiv. Damals war New Jersey der erste Bundesstaat in den USA, der das Online-Glücksspiel legalisierte. Kurz zuvor war der Wire Act neu interpretiert worden. Dieses Gesetzeswerk hatte zuvor verhindert, dass das Online-Glücksspiel in den USA ähnlich früh wie in Europa entstehen konnte. Beim Online-Glücksspiel ist Europa den USA in den letzten beiden Jahrzehnten enteilt. Aber der amerikanische Markt wächst nun in einem beeindruckenden Tempo. Immer mehr Bundesstaaten lassen Online-Glücksspiele wie Spielautomaten und Online-Sportwetten zu. Letztlich wird das wohl dazu führen, dass der US-Glücksspielmarkt im Internet größer werden wird als der europäische Online-Glücksspielmarkt.

Milliardenbranche Online-Glücksspiel lockt Investoren

Für Investoren gibt es in den USA im Moment kaum eine interessantere Branche als die Glücksspielbranche. Durch die Gesundheitskrise sind die Börsenwerte einiger Branchenriesen nach unten gegangen. Gleichzeitig entsteht ein Online-Glücksspielmarkt, der neue Milliardenumsätze ermöglicht. In diesem Spannungsfeld gibt es für mutige Investoren einiges zu gewinnen. Auch kleine Aktionäre, die auf DraftKings oder andere Glücksspielanbieter, die in den USA das Online-Geschäft betreiben, können in den nächsten Jahren vermutlich erheblich profitieren. Aber wie bei allen Investitionen gilt, dass es immer auch ein Risiko gibt. Für Tilman Fertitta hat es sich ausgezahlt, in GNOG zu investieren. Aber vielleicht macht der Investor noch ein größeres Geschäft durch den Verkauf von GNOG an DraftKings. Auf dem US-Glücksspielmarkt wird sich in jedem Fall einiges bewegen in den nächsten Jahren.