Der Deutsche Spielbankenverband (DSbV) bekommt eine neue Vorstandsvorsitzende. Mit Kerstin Kosanke, aktuell die Leiterin der Spielbanken Brandenburg, übernimmt zum ersten Mal eine Frau des wichtigen Glücksspielverbands. Als Nachfolger des renommierten Otto Wulferding, dem langjährigen Geschäftsführer der Baden-württembergischen Spielbanken, wird Kerstin Kosanke in Zukunft die Interessen der deutschen Spielbanken vertreten. Neben vielen staatlichen Spielbanken gehören auch die Westspiel-Spielbanken, die der Gauselmann-Gruppe gehören, zum Deutschen Spielbankenverband. Für die Spielbanken in Deutschland sind die Zeiten nicht einfach, denn die Gesundheitskrise hat Spuren hinterlassen.

Kerstin Kosanke übernimmt Leitung des DSbV

Roulette

Die Glücksspielbranche ist traditionell männlich geprägt. Das liegt vor allem daran, dass Glücksspiel in erster Linie Männer anzieht. In den Spielhallen ist die Frauenquote noch kleiner als in den Spielbanken. Aber ein deutlicher Männerüberschuss ist bei Glücksspielanbietern online und offline der Normalfall. Deswegen ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass sowohl an der Spitze der Glücksspielanbieter als auch an der Spitze der Glücksspielverbände in den letzten Jahrzehnten fast durchweg Männer zu finden waren. Es ist ein gutes Zeichen, dass zumindest beim Deutschen Spielbankenverband diese männliche Dominanz nun ein Ende findet durch die Ernennung von Kerstin Kosanke.

Für die erfahrene Spielbanken-Managerin, die bereits seit 2019 gemeinsam mit Anja Gohms die Brandenburger Spielbanken leitet, ist der Aufstieg an die Spitze des DSbV ein bemerkenswerter Erfolg. Am Ende ging es vor allem um Erfahrung, Fachkompetenz und Durchsetzungsfähigkeit. All diese Eigenschaften konnte Kerstin Kosanke in ihrer bisherigen Karriere vielfach nachweisen. Ein erster großer Erfolg für Kerstin Kosanke ist, dass die Westspiel-Spielbanken im Deutschen Spielbankenverband bleiben. Erst kürzlich sind die Westspiel-Spielbanken vom Land NRW an die Gauselmann-Gruppe verkauft worden. Das hätte auch ein Anlass sein können für die Gauselmann-Gruppe, den Deutschen Spielbankenverband zu verlassen.

Dialog mit Öffentlichkeit und Politik im Mittelpunkt

Für Kerstin Kosanke wird es als Vorstandsvorsitzende des DSbV in den nächsten Monaten und Jahren darum gehen, im Dialog mit der Öffentlichkeit und der Politik die Akzeptanz der Spielbanken in Deutschland weiter zu fördern. In der Öffentlichkeit ist das Thema Glücksspiel nicht immer positiv besetzt. Auch in der Politik gibt es einige vehemente Gegner. Aber in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten die Erkenntnis durchgesetzt, dass es sinnvoll ist, streng kontrollierte Spielbanken zuzulassen. Nur legales Glücksspiel sorgt am Ende dafür, dass das illegale Glücksspiel nicht floriert. Die Nachfrage ist beim Glücksspiel so immens, dass ein fehlendes legales Angebot immer dazu führt, dass ein Schwarzmarkt entsteht.

Bei Themen wie Spielerschutz und Glücksspielregulierung wird Kerstin Kosanke in Zukunft bundesweit für Medien ein gefragter Ansprechpartner sein. Der Vorgänger der neuen Vorstandsvorsitzenden, Otto Wulferding, war regelmäßig im Radio und im Fernsehen aktiv, um die Interessen der Spielbanken-Betreiber in Deutschland zu vertreten. Immerhin geht es um Unternehmen, die insgesamt über 3.000 Mitarbeiter beschäftigen. Somit sind Spielbanken auch als Arbeitgeber ein wichtiger Faktor. Im Moment interessieren sich Journalisten oft um die Auswirkungen der aktuellen Gesundheitskrise für Spielbanken. Aber es wird wohl auch wieder bessere Zeiten geben, in denen es um grundlegende Themen wie Spielerschutz und die Konkurrenz durch die Online Casinos gehen wird.

Digitalisierung auch für Spielbanken großes Thema

Kerstin Kosanke hat angekündigt, dass das Thema Digitalisierung für den Deutschen Spielbankenverband in Zukunft sehr wichtig sein wird. Die Konkurrenz durch die Online Casinos macht es nötig, viele Dinge noch einmal ganz neu zu denken. Insbesondere ist vorstellbar, dass Spielbanken-Betreiber auch zu Anbietern von Online-Glücksspielen werden. In welcher Form dies geschehen wird, ist eine völlig offene Frage. Aber die Zeiten, in denen die Digitalisierung in Spielbanken allenfalls die Spielgeräte betraf, sind sogar in Deutschland vorbei. Auch die Online-Tischspiel-Lizenzen, die in einigen Bundesländern kommen werden, könnten für Spielbanken-Betreiber interessant werden.

Aktuell ist die Gesundheitskrise das alles überschattende Thema für die stationären Glücksspielanbieter, nicht nur in Deutschland. Aber irgendwann ist die Gesundheitskrise vorbei und dann wird es darum gehen, die Spielbanken in die Zukunft zu führen. Der Deutsche Spielbankenverband hat in den letzten Jahren eine wichtige Rolle dabei gespielt, die Interessen der Spielbanken gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit sinnvoll und sympathisch zu vertreten. Kerstin Kosanke wird sich auch an den großen Verdiensten ihres Vorgängers Otto Wulferding messen lassen müssen. Allerdings hat Kerstin Kosanke bereits in Brandenburg gezeigt, dass sie dazu in der Lage ist, hohe Ansprüche zu erfüllen.