In Berlin sind die Spielerschutzbeauftragten der deutschen Spielbanken zusammengekommen, um bei einem ausgedehnten Treffen über aktuelle Themen zu diskutieren. Die Einladung kam von der Spielbank Berlin. Bei dem Treffen ging es vor allem darum, einen intensiven Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Zudem wurden auch juristische Themen diskutiert. Nicht zuletzt geht es bei den Treffen der Spielerschutzbeauftragten der deutschen Spielbanken auch immer darum, praxisnahe Vorschläge für die Verbesserung des Spielerschutzes zu diskutieren. Der aktuelle Glücksspielstaatsvertrag bringt auch für die Spielbanken einige Neuerungen mit sich, die teilweise von den Spielerschutzbeauftragten umgesetzt werden müssen.

Spielerschutzbeauftragte diskutieren in Berlin

Spielbank Berlin

Es gibt zahlreiche Spielbanken in Deutschland, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie nicht nur Spielautomaten Spiele, sondern auch Tischspiele wie Roulette, Blackjack, Baccarat und Poker anbieten. Diese Spiele werden neuen Glücksspielstaatsvertrag im Bereich des Online-Glücksspiels als Casino-Spiele bezeichnet. Traditionell werden die Spielbanken in Deutschland anders reguliert als die Spielhallen. Es gibt deutlich weniger Konzessionen für Spielbanken als für Spielhallen. Viele Spielbanken in Deutschland werden von staatlichen Unternehmen betrieben. Aber mittlerweile gibt es auch diverse Spielbanken, die von privaten Glücksspielanbietern betrieben werden. Aufgrund der Gemeinsamkeiten bei der Regulierung bietet es sich an, dass die Spielerschutzbeauftragten einen regelmäßigen Austausch pflegen. Aufgrund der Gesundheitskrise war dies aber den letzten beiden Jahren zumindest in Form eines Treffens nicht möglich.

Insgesamt nahmen 22 Spielerschutzbeauftragte am Treffen in Berlin teil. Diese Teilnehmer kamen von 17 Spielbanken-Betreibern. Eines der großen Themen beim Treffen war die Spielersperrdatei. In Deutschland ist es erstmals Pflicht, eine bundesweite Sperrliste zu beachten. Nicht nur die Online-Casinos, sondern auch die Spielbanken und Spielhallen müssen jedem Spieler, der auf der Spielersperrliste steht, den Eintritt verweigern. Das ist ein wichtiger Fortschritt beim Spielerschutz. Aber für die Spielerschutzbeauftragten ist die Umsetzung vor allem eine praktische Frage. Das Spielerschutz-System OASIS wird gerade erst im großen Stil eingeführt. Erst in den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die Einführung reibungslos gelingt. Zumindest bei den Online-Buchmachern und den Online-Casinos scheint es noch etwas zu haken.

Spannende Diskussionen mit Experten

Besonders spannend waren für die Spielerschutzbeauftragten die Vorträge der eingeladenen Experten. Zwei Juristen erklärten detailliert die Feinheiten der neuen Glücksspielregulierung. Für einen ganz normalen Spielerschutzbeauftragten ist es nicht immer einfach, die Details der Regulierung zu verstehen. Generell lässt sich feststellen, dass Glücksspielanbieter sowohl online als auch offline ohne juristische Beratung zumindest in Deutschland kaum dazu in der Lage sein dürften, alle Regeln von Anfang an korrekt umzusetzen. Allerdings haben es die Spielbanken-Betreiber insgesamt einfacher, da sich zwar einige Dinge geändert haben durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag, aber der Rahmen gleich geblieben ist.

Bei den Online-Casinos ist die Situation völlig anders, da es vor dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 keine Regulierung gab. Deswegen musste die Regulierung völlig neu geschaffen werden. Nicht nur beim Spielerschutz entstehen dadurch viele Herausforderungen für die Online-Glücksspielanbieter. Aber beim Treffen in Berlin wurde deutlich, dass der Glücksspielstaatsvertrag auch den Spielerschutzbeauftragten der Spielbanken in Deutschland einige spannende Aufgaben beschert. Generell ist das Spielerschutz-Niveau in den deutschen Spielbanken sehr hoch. Das gilt nicht nur für die staatlich betriebenen Spielbanken. Zudem genießen die Spielbanken in der Öffentlichkeit wohl den besten Ruf aller Glücksspielanbieter. Das liegt vor allem daran, dass Spielbanken mit Luxus und Glamour in Verbindung gebracht werden. Dass dieses Klischee in der heutigen Zeit nicht mehr durchweg stimmt, ist eine andere Sache.

Spielerschutz bleibt zentrales Thema bei Glücksspielregulierung

Nicht nur bei der Regulierung der Spielbanken in Deutschland, sondern auch bei der Regulierung der Spielhallen und Online-Casinos steht das Thema Spielerschutz weit oben auf der Liste der Anforderungen. Die Spielersperrdatei wird den Spielerschutz in vielerlei Hinsicht in Deutschland verbessern. Aber es gibt auch neue Regeln, die vielleicht nur in der Theorie, aber nicht in der Praxis den Spielerschutz erhöhen werden. Beispielsweise ist unter Experten umstritten, ob das neue Einzahlungslimit in Höhe von 1.000 Euro für seriöse Online-Casinos den Spielerschutz tatsächlich besser macht. Oder treibt dieses niedrige Einzahlungslimit am Ende die High Roller in die nicht lizenzierten Online-Casinos, die es nach wie vor gibt?