Der Glücksspielverband „Die deutsche Automatenwirtschaft“ fordert in Deutschland für legale Spielhallen neue Geschäftsmodelle. Angesichts der schwierigen Gesamtlage auf dem Glücksspielmarkt und der Bedrohung durch den Schwarzmarkt sei es an der Zeit, die bisherigen Geschäftsmodelle zu überdenken. Ein wichtiger Schlüssel könnte dabei sein, mehrere legale Angebote miteinander zu kombinieren. Eine einfache Idee, die vom Dachverband DAW schon früher einmal ins Gespräch gebracht wurde, lautet: Lottoscheine auch in Spielhallen verkaufen! Ob die deutschen Lottoanbieter allzu erfreut wären über dieses neue Geschäftsmodell, ist offen. Aber sicher ist, dass sich die deutsche Automatenbranche einiges einfallen lassen muss, um dauerhaft zu überleben.

Neue Geschäftsmodelle für bessere Kanalisierung beim Glücksspiel

DAW_Logo

Ein wichtiges Argument für neue Geschäftsmodelle in der Glücksspielbranche lautet: Das Gesamtangebot muss deutlich attraktiver sein als der Schwarzmarkt. Aktuell ist das wohl nicht überall der Fall. Insbesondere in Bundesländern, die in den letzten Jahren die Anzahl der Spielhallen und Spielgeräte in den Gaststätten deutlich reduziert haben, hat der Schwarzmarkt einen Aufwind erlebt. Für den Dachverband DAW geht es bei den neuen Geschäftsmodellen vor allem darum, den Spielhallen-Betreibern eine vernünftige Perspektive zu geben. Eines sollte klar sein: Ohne legale Spielhallen wäre es in Deutschland nicht möglich, den hohen Bedarf nach Glücksspiel vernünftig zu kanalisieren. Eine wichtige Frage ist allerdings: Wie viele Spielhallen sind dazu erforderlich? Die Kombination mit einer Lottoannahmestelle könnte für einen Spielhallen-Betreiber insofern attraktiv sein, dass eine zusätzliche Einnahmequelle entsteht. Auf der anderen Seite wäre es dadurch möglich, eine strenge Regulierung umzusetzen, ohne den Spielhallen-Betreibern die Existenz zu nehmen.

Viele Spielhallen-Betreiber sind durch die Gesundheitskrise in eine prekäre wirtschaftliche Gesamtsituation geraten. Wer in den letzten zweieinhalb Jahren nicht schließen musste, hat noch Glück gehabt. Aber eine weitere Krise werden wohl viele Spielhallen-Betreiber nicht überstehen. Und wer kann schon ausschließen, dass die nächste Krise nicht schon vor der Tür steht? Schon jetzt ist die Situation wieder beängstigend für viele Spielhallen-Betreiber. Die wirtschaftliche Gesamtlage in Deutschland ist schwierig und das wirkt sich auch auf die Umsätze in den Spielhallen aus.

Spielhallen-Betreiber benötigen vernünftige Perspektive

Der Staat nimmt über den Glücksspielstaatsvertrag und die Landesglücksspielgesetze eine umfassende Regulierung vor. Die Basis dieser Regulierung ist nicht zuletzt die Erkenntnis, dass legale Glücksspielangebote existieren müssen, um den ansonsten nicht zu kontrollierenden Bedarf vernünftig zu kanalisieren. Wenn man diese grundlegende Erkenntnis akzeptiert, sollte es im nächsten Schritt nicht schwierig sein, vernünftige Rahmenbedingungen für die legale Glücksspielbranche zu schaffen. Doch genau das scheint das Problem zu sein. Viele Politiker profilieren sich damit, den Glücksspielanbietern in Deutschland immer wieder neue Schwierigkeiten zu bereiten. Dabei ist die Glücksspielbranche ein wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler.

Laut DAW gibt es in Deutschland mehr als 40.000 illegale Spielgeräte. Diese Zahl lässt sich schwer überprüfen, denn illegale Glücksspielanbieter lassen keine Gerätezählungen zu. Aber aufmerksame Beobachter können feststellen, dass häufig in Tageszeitungen von Razzien berichtet wird, bei denen illegale Spielautomaten konfisziert werden. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass das lukrative Geschäft auf dem Schwarzmarkt eine riesige Dimension hat. Je strenger die Regeln auf dem legalen Markt werden, desto einfacher ist es für die Anbieter auf dem Schwarzmarkt, die Glücksspiel-Fans von den vermeintlich attraktiveren Spielen zu überzeugen. Oft sind die illegalen Spielgeräte allerdings manipuliert, sodass das Verlustrisiko wesentlich höher ist als auf dem streng regulierten legalen Markt.

Auch Online-Glücksspiel sollte liberaler reguliert werden

Beim Online-Glücksspiel ist Deutschland spät dran. Erst seit 2021 gibt es eine Glücksspielregulierung, die auch das Online-Glücksspiel umfasst. Seit einigen Monaten gibt es die ersten lizenzierten Online-Casinos in Deutschland. Das ist ein großer Fortschritt, aber derzeit dürfen nur Online-Spielautomaten angeboten werden. Zudem gibt es zahlreiche Einschränkungen. Besonders das niedrige Einzahlungslimit von 1.000 Euro und das niedrige Einsatzlimit von 1 Euro sorgen bei Spielern und Vertretern der Glücksspielbranche für Unmut. Beim Online-Glücksspiel ist es zudem so, dass bislang keine wirksame Bekämpfung des Schwarzmarkts stattfindet. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, die zuständig ist für den Kampf gegen das illegale Online-Glücksspiel, hat zwar angekündigt, zahlreiche Maßnahmen umzusetzen. Passiert ist bislang aber noch nicht viel. Es bleibt zu hoffen, dass sich zumindest in diesem Bereich bald etwas ändert.